Wintereinbruch

Hunderte müssen auf Autobahn übernachten

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Der Wintereinbruch hat viele Reisende völlig überrascht: Hunderte Autofahrer mussten deshalb die Nacht auf der A3 zwischen Würzburg und Frankfurt in ihren Wagen verbringen. Schneefälle brachten den Verkehr vollkommen zum Erliegen. Ansonsten gab es viele umgestürzte Bäume, liegen gebliebene Laster und Unfälle.

Das Chaos auf der A3 auf löste sich auch am Mittwochvormittag nur langsam auf, wie die Polizeidirektion Unterfranken mitteilte. Demnach fielen am Dienstagabend im Spessart binnen kürzester Zeit 20 Zentimeter Schnee. An den Steigungsstücken der A3 zwischen der Rastanlage Rohrbrunn und der Ausfahrt Wertheim blieben deshalb immer wieder Lastwagen hängen und blockierten die Fahrbahn.

Den Angaben zufolge konnte die Strecke über Stunden nicht geräumt werden, weil die Rastanlage Rohrbrunn mit Lkw überfüllt war. Die Fahrer hatten versucht, den Schneeeinbruch dort abzuwarten. Wegen der anschließend entstandenen Glätte konnten sie keine Gasse für die in Rohrbrunn bereit stehenden Räumfahrzeuge freimachen.

Auch die Nebenstrecken waren in der Region blockiert. Unter der Schneelast umgeknickte Bäume behinderten den Verkehr, die Bundesstraße B26 musste vorübergehend ebenfalls gesperrt werden. Auf dem Höhepunkt des Chaos fiel auf der Rastanlage Rohrbrunn auch noch der Strom aus, weil eine Überlandleitung unter dem Schnee gerissen war.

Die Polizei lobte die Auto- und Lastwagenfahrer, weil sie das Warten mit großer Geduld hingenommen hätten. Helfer des Roten Kreuzes versorgten die Eingeschneiten mit Tee und Keksen. An den Bergungsarbeiten waren auch die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk beteiligt.

Überdurchschnittlich viele Unfälle meldete die Polizei aus dem Norden Bayerns. „Besonders auf der A 9 gibt es einige querstehende Lastwagen“, hieß es dort. Auf dem thüringischen Abschnitt der Autobahn 9 zwischen Triptis und Dittersdorf kam es wegen Glätte zu einigen Unfällen mit Blechschäden. Zudem drohten viele Bäume unter der Last des Schnees umzukippen und mussten deshalb abgesägt werden. Vereinzelt kam es auch zu Stromausfällen.

Schnee und glatte Straßen führten auch in Hessen zu Unfällen und Behinderungen. Vor allem in Nord- und Osthessen hatte die Polizei alle Hände voll zu tun. So fuhr bei Kassel ein Sattelzug auf einer Landstraße in den Graben. Auf der Autobahn 7 drehte sich vor dem Kreuz Kassel ein Auto und blieb quer zur Fahrbahn stehen. Ein zweites Auto prallte in das Fahrzeug, zwei Menschen wurden dabei verletzt.

Im baden-württembergischen Neustadt krachte in der Nacht zu Mittwoch ein belgischer Sattelzug auf schneeglatter Straße in eine Garage. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 55-jährige Fahrer durch den Aufprall verletzt. In Nordrhein-Westfalen entspannte sich hingegen die Situation, nachdem dort dichtes Schneetreiben am Dienstagabend auf Autobahnen für Staus und Chaos gesorgt hatte.

Die Rückkehr des Winters machte auch der Feuerwehr zu schaffen: Ein Schneepflug musste am Dienstagabend bei einem Schwelbrand in einem Ferienhauses im hessischen Poppenhausen erst einmal den Weg für die Feuerwehr räumen, bevor mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte.

In Hamburg rückten 50 Feuerwehrleute zu einem ungewöhnlichen Einsatz aus: Enteisungsspray für die Flugflächen einer Frachtmaschine war von der Klimaanlage des Fliegers aufgesogen worden; der dadurch entstandene Dampf war fälschlicherweise für Rauch gehalten worden.

( dpa/chf )