Es ist der Abend der B-und C-Promis, das verrät schon ein Blick auf die Gästeliste. Schauplatz ist eine alte Fabrik, die Böhler-Werke in Düsseldorf. Als einer der ersten Promis kommt Barbara Meier, die rothaarige Siegerin von "Germany's next Topmodel". Barbara lässt sich auch bei zwei Grad draußen fotografieren. Wer berühmt sein will, muss leiden. Und das tut Barbara mit Freude. Sie friert bestimmt, in ihrem kurzen, schwarzen Glitzerkleidchen. Aber immerhin lächelt sie, ganz tapfer.

Der eigentliche Rote Teppich zum "Tribute to Bambi" findet innen drin statt, zur Freude vieler Journalisten. In einem U-förmigen Ring posieren die Promis und Möchtegern-Stars. Die hohen Absperrgitter machen es praktisch unmöglich, die Gäste anzusprechen. Barbara Meier lässt sich trotzdem gerne zum Gitter locken. Sie lächelt ohne Unterbrechung, klimpert mit den Augen. Über ihre nächsten Projekte will sie nichts verraten, das sei alles noch ganz geheim. Den Fotografen ist das egal. Denn Barbara ist willig und hat anscheinend Zeit. Begeisterte „Ohs“ begleiten sie auf ihrem Weg durch den Ring.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten

Auch Katja Burkard und Hans Mahr sind gern gesehene Gäste. Lächelt die RTL Punkt 12-Moderatorin doch immer so nett. Ihr Mann mag sie zwar nicht hochheben fürs Foto, das ginge zu weit. Aber ein Küsschen vor der Kamera, das machen beide gerne mit.

Ähnlich prominent geht es weiter. Da kommen Schauspieler Lars Gärtner und seine Frau Katharina Schubert. Gärtner, der in der Serie "Stromberg" Strombergs Chef spielt, streicht selig lächelnd über den Bauch seiner Frau. Eigentlich die typische Vatergeste fürs Foto. Ihnen folgt Moderatorin Frauke Ludowig in einer lilafarbenen, mit Pailletten bestickten Robe. Die weiblichen Journalistinnen hinter den Absperrgittern beginnen sofort zu lästern. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Bei all den B-und C-Promis sticht Verona Pooth sogar hervor. Die Ex-Gattin von Dieter Bohlen kommt allein, gekleidet in ein blaues Oberteil mit Rüschen, einen Rock und schwarze Handschuhe, die fast bis zu den Ellenbogen reichen. Ein keckes schwarzes Hütchen sitzt auf der Haartolle. Es vergehen schätzungsweise zwanzig Minuten, bis Pooth den Roten Teppich hinter sich gebracht hat. Überall wird sie angehalten, muss lächeln und strahlen. Schlaue Interviews werden ihr auch noch abgefordert. In solchen Fällen sagt die Ex-„Blubb“-Frau Dinge wie „Man will ja nicht zuviel fotografiert werden“ oder „Toll, dass das hier in Düsseldorf ist. Ich bin ja Düsseldorferin mit Leib und Seele.“ Für den großen Auftritt morgen im Kongresszentrum Düsseldorf hat sich die Gattin von Franjo Pooth ein Kleid nähen lassen, in knalligem Orange. Man wird sehen.

Es gibt auch Gäste, die über den Teppich flüchten

Es gibt auch Gäste, die beinahe über den Roten Teppich flüchten, so unangenehm ist es ihnen, an all den Kameras vorbei zu laufen. Unter den knapp 800 Gästen sind auch viele „normale“ Leute, die nicht den Anspruch erheben, ein Promi zu sein. Deshalb werden heute nicht nur Traumroben über den Roten Teppich getragen, sondern auch einige wenige Strickpullis.

Ähnlich viel Aufmerksamkeit wie Verena Pooth kann auch Cora Schumacher, die Gattin von Formel1-Fahrer Ralf Schumacher, für sich in Anspruch nehmen. Sie hat heute einen guten Tag, ist sie doch wenigstens halbwegs prominent. Das kurze Lederkleidchen zeigt mehr, als dass es verhüllt. Cora macht zu dazu Schmolllippen und wirft Kusshände. Eva Padberg dagegen gehört zu den wenigen Gästen, die wirklich Aufmerksamkeit verdienen.

Zum Thema des Abends, Spenden für einen guten Zweck, hört man wenig. Immerhin kommen knapp eine Million Euro zusammen. Vergangenes Jahr war es nur etwas mehr als 400.000 Euro. Cora Schumacher versucht, sich einen sozialen Touch zu verleihen – „das sind ja alles Menschen aus der Nachbarschaft“ – wirkt dabei aber wenig authentisch. Bevor der Top-Star des Abends auftritt - tatsächlich ein A-Promi, die Sängerin Rihanna - werden die Projekte vorgestellt, für die gespendet werden soll. Darunter ist die Düsseldorfer Kindertafel, das Kinder- und Jugendzentrum „Die Arche“ und der Kinder- und Jugendtisch „Immersatt“.

Für die anschließende After-Show-Party stehen unter anderem 500 Liter Champagner, 400 Liter Wein und 400 Liter Bier bereit. Serviert werden asiatisch gebeizter Salm, Muskatkürbisschaumsüppchen, Kalbstafelspitz sowie Taleggio auf Rosmarinkartoffeln. Das Menü von morgen ist dagegen noch geheim. Viele Tribute-Gäste auch zur Bambi-Verleihung ins Kongresszentrum Düsseldorf. Da werden sich sicherlich einige überlegen, ob sie in den Böhler Werken die Nacht zum Tag machen. Oder ob sie bis morgen warten, zum echten Promischaulaufen.