Naturkatastrophen

Schweres Erdbeben erschüttert Kreta

Erst am Wochenende ereignete sich ein Beben der Stärke 6,5 auf der griechischen Halbinsel Peloponnes. Jetzt gab es ein Erdbeben auf der beliebten Ferieninsel Kreta. Um 03:20 Uhr wackelte die Erde. Verletzte soll es nach Angaben der Polizei nicht gegeben haben.

Griechenland kommt nicht zur Ruhe: Ein Erdbeben der Stärke 5,5 hat am frühen Donnerstagmorgen den Osten der Mittelmeerinsel Kreta erschüttert. Das Epizentrum lag in der Nähe der kleinen Hafenstadt Ierapetra. Verletzt wurde niemand, teilte die Polizei mit. Tausende Menschen wurden aus dem Schlaf gerissen. Viele rannten auf die Straßen, berichteten lokale Radiosender aus Kreta. Bereits am 8. Juni hatte ein starkes Beben den Westen der Halbinsel Peloponnes erschüttert und zwei Menschenleben gefordert. Nach Angaben der Regierung in Athen wurden 216 Menschen verletzt. 1834 Häuser wurden schwer beschädigt. Darunter auch ein Krankenhaus in der Hafenstadt Patras sowie 14 Schulen.

Die Seismologen rechnen mit weiteren Erdbeben auf Peloponnes. „Wir rechnen mit zahlreichen Nachbeben, das heftigste davon könnte die Stärke sechs erreichen“, sagte ein Sprecher des seismologischen Instituts von Athen am Donnerstag im Rundfunk. Niemand sollte sich daher in beschädigten Häusern aufhalten. Aus diesem Grund wurden am Donnerstagmorgen rund 90 Patienten des beschädigten Krankenhauses „Sankt Andreas“ von Patras in andere Krankenhäuser gebracht. Das Gebäude muss dringend repariert werden, berichtete das griechische Fernsehen weiter.

In Griechenland ereignen sich jährlich mehr als 90 Prozent der Erdbeben Europas. Südlich und westlich der Halbinsel Peloponnes und der Mittelmeerinsel Kreta verläuft ein rund 1500 Kilometer langer und bis zu 4000 Meter tiefer Graben. Dort stoßen die afrikanische und die europäische Platte aufeinander. Dabei entstehen jährlich hunderte Erdbeben.

Einige griechische Seismologen haben in den vergangenen Jahren ein umstrittenes Erdbeben- Vorhersagesystem entwickelt (VAN-System) mit dem sie meinen voraussagen zu können, wann es ein Erdbeben in einer Region geben wird. Das System misst die Änderungen des elektromagnetischen Feldes der Erde vor starken Erdbeben. Allerdings handelt es sich dabei um Vorhersagen von Erdbeben, die sich in einem Zeitraum von mehreren Monaten in relativ großflächigen Regionen ereignen könnten. „Vorhersagen von Erdbeben können wir nicht machen. Wir brauchen das Epizentrum, die Stärke und die genaue Zeit. Alles andere ist Unsinn“, sagte der Seismologie Professor Vassilis Papazachos im Fernsehen am Donnerstag.

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