Film

Terence Hill schickt sich selbst in die Wüste

Mit 79 Jahren hat Terence Hill noch mal einen Film selbst inzeniert. Das schaut sich nicht ohne Wehmut an: „Mein Name ist Somebody“.

Auf zu neuen Ufern: Thomas (Terence Hill) nimmt Lucia (Veronica Bitto) auf seiner Harley Davidson mit

Auf zu neuen Ufern: Thomas (Terence Hill) nimmt Lucia (Veronica Bitto) auf seiner Harley Davidson mit

Foto: KSM

Verzieh dich, Opa!“ So was darf man einem Terence Hill natürlich nicht sagen. Auch wenn er schon 79 ist. Zwei Männer bedrängen eine junge Frau. Dass die ihnen gerade den Geldbeutel gestohlen hat, kann der Mann mit den immer noch blitzeblauen Augen ja nicht wissen. Aber wie die Typen mit der Frau umgehen, zeigt schon, dass sie nicht gerade redlich sind. Also verzieht sich der Opa nicht. Sondern greift beherzt zur Bratpfanne, die er für solche Fälle in der Tasche seines Motorrads parat hat.

In „Mein Name ist Somebody“ verlässt ein Mann, dem man den Namen Thomas verpasst, sein Landhaus in Italien, um auf seine Harley Davidson zu steigen und nach Andalusien aufzubrechen, wo er die Einsamkeit in der Wüste sucht. Mit der ist es aber nicht weit her. Weil er schon beim ersten Tankstellen-Halt auf besagte Lucia (Veronica Bitto) trifft. Und sie nicht mehr los wird. Auch wenn sie sich als rechte Nervensäge entpuppt, entwickelt der schmallippige Mann sowas wie Vatergefühle für Lucia, die mehr Fürsorge braucht, als sie zugeben mag.

Mit 79 hat Terence Hill noch mal einen Film gedreht. Nicht nur als Hauptdarsteller, auch als Drehbuchautor und Regisseur. Der Film, das deutet der deutsche Titel „Mein Name ist Somebody“ an, knüpft an einen von Hills größten Hits an, „Mein Name ist Nobody“. Und sein Weg in diesem Road Movie führt in die Wüste Tabernas, wo früher Italowestern gedreht wurden, auch „Vier Fäuste für ein Halleluja“ mit Bud Spencer, dem Hills neuer Film gewidmet ist. Und natürlich setzt es auch wieder ein paar Backpfeifen, auch wenn es nach Bud Spencers Tod nur noch zwei Fäuste gibt.

Und doch strahlt der Film etwas Wehmut aus. Was nicht nur daran liegt, dass man ständig Brahms’ „Deutsches Requiem“ hört. Es geht um einen letzten Aufbruch, ums Sterben und Abschiednehmen. Hoffen wir, dass Hill hier nicht schon eine Art eigenes Vermächtnis inszeniert hat.