Es ist eine durchaus ungewöhnliche Situation, die auf Union Berlin wartet. Selbst Urs Fischer, der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten, spricht vor dem ersten Heimspiel in der Champions League gegen den SC Braga am Dienstag (18.45 Uhr, DAZN) von „einem ungewohnten Spiel, das muss man schon sagen“.
Das Berliner Olympiastadion – getreu dem von Union ausgerufenen Motto „Königsklasse für alle – wird Schauplatz des Duells gegen den portugiesischen Erstligisten sein. Und für ein Novum in der Klubhistorie sorgen. Erstmals wird Union in einem Heimspiel von 73.345 eigenen Fans unterstützt werden. Der Heimbereich ist damit ausverkauft, von den 500 Tickets, die Braga abgerufen hat, wurden bislang 250 an den Fan gebracht.
- Union Berlin gewann in der Europa League sein Heimspiel gegen den SC Braga mit 1:0
- Auf Union Berlin kann auf die Unterstützung von 73.345 Fans hoffen
- Die Stadiontore im Olympiastadion öffnen am Dienstag um 16.15 Uhr
„Darauf musst du dich freuen“, sagt Fischer: „Jetzt vor 70.000 eigenen Fans zu spielen, das kann dir schon helfen. In erster Linie muss die Mannschaft zeigen, dass sie bereit ist für die Aufgabe.“ Sie sollte es sein, denn dass ein Sieg gegen Braga doppelt wichtig ist, liegt auf der Hand.
Union ist seit fünf Pflichtspielen ohne Sieg
Einerseits gilt es, auf die Tabelle der Gruppe C zu kommen, soll heißen: zu punkten. Union war mit einem unglücklichen 0:1 bei Real Madrid gestartet, Braga mit einem 1:2 zu Hause gegen den italienischen Meister SSC Neapel. Ein Sieg würde die Hoffnung nähren, erneut in Europa überwintern zu können. Das gilt allerdings auch für Braga, das man aus der vergangenen Europa-League-Saison noch kennt. In der Gruppenphase gab es Siege für die Heimmannschaft (jeweils 1:0)
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Andererseits ist da die Negativserie, die bislang noch als Ergebniskrise verkauft werden kann. Fünf Pflichtspiele hat Union in Folge verloren, war dabei jedoch nicht in jeder Partie die schlechtere Mannschaft. Doch genau das kann an den Nerven der Profis zehren, wenn man viel richtig macht, am Ende aber doch mit leeren Händen dasteht.
„Eine gewisse Verunsicherung ist da, das ist uns klar nach fünf Niederlagen“, gibt Fischer zu. Was der Trainer von seine Team gegen Braga verlangt? „Die kleinen Dinge richtig zu machen, kompakter zu sein als wir es in den letzten Spielen zum Teil gewesen sind. Und wir müssen effizienter sein, auch das sind Basics. Wenn du dir so viele Möglichkeiten hart erarbeitest, musst du dich auch belohnen.“ Am vergangenen Bundesliga-Sonnabend in Heidenheim hatte Union 20, der Gegner zehn Torschüsse – Ergebnis: 0:1.
Union-Verteidiger Leite: „Braga ist widerstandsfähig“
Erstmals seit seinem Amtsantritt im Sommer 2018 geht es für Fischer und Union nicht nach oben. Braga wird nun zum Prüfstein, ob und wie die Mannschaft mit dieser Durststrecke tatsächlich klarkommt. „Es waren fünf Jahre auf der Überholspur. Aber wer mich kennt, der weiß, ich bin mir auch jetzt treu geblieben. Ich werde in einer Phase, in der es nicht so läuft, auch nicht zu Tode betrübt sein. In einer solch nicht einfachen Zeit gilt es, positiv zu bleiben“, sagt Fischer.
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Diogo Leite will positiv bleiben. Der portugiesische Innenverteidiger erwartet „kein einfaches Spiel. Braga hat ein gutes Team, ist widerstandsfähig, sie verbessern sich jede Saison. Wir werden aber genau das tun, was der Trainer von uns verlangt.“ Er zieht auch Selbstvertrauen aus der Niederlage in Madrid, die erst in der Nachspielzeit besiegelt war: „Bei Real haben wir gezeigt, dass wir es schaffen können. Morgen werden wir kompakter spielen und effizienter.“ Und er versprach in Richtung Fans: „Wir wollen ihnen einen Sieg schenken.“



