In den letzten Tagen das Jahres 2020 hatte Max Kruse seinen Worten Taten folgen lassen und sich in den sozialen Netzwerken merklich zurückgehalten, um sich der Reha seines Muskelbündelrisses zu widmen, den er sich im Derby gegen Hertha BSC (1:3) Anfang Dezember zugezogen hatte. Zum Jahreswechsel ließ es sich der Offensivmann des 1. FC Union dennoch nicht nehmen, positiv auf ein für den Klub sehr erfolgreiches Jahr zurückzublicken.

Natürlich sei Corona „eine wirkliche Scheiß-Situation, aber ich glaube, es hatten viele Leute auch positive Sachen, privat, beruflich, was auch immer. Wir sind auf jeden Fall zufrieden, was wir in diesem Jahr geleistet haben. Ich glaube, als Unioner kann man darauf mit Stolz zurückblicken“, sagte der derzeit verletzte Offensivspieler des Fußball-Bundesligisten in einer Instagram-Story.

Union Berlin muss Aus im DFB-Pokal abhaken

Für seine Teamkollegen gilt es, im ersten Spiel des Jahres bei Werder Bremen am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) daran anzuknüpfen – vor allem aber, sich durch das Aus im DFB-Pokal gegen den SC Paderborn (2:3) kurz vor Weihnachten nicht aus der Spur bringen zu lassen. „Ich glaube, wir haben die erfolgreiche Spur nie verlassen“, ist sich Union-Trainer Urs Fischer sicher, „auch wenn die Niederlage im Pokal geschmerzt hat. Aber da sprechen wir von einer schlechten ersten Hälfte.“ Fischer selbst hatte diese Halbzeit als „wirklich unterirdisch“ eingestuft: „Wir haben aber in der zweiten Halbzeit gezeigt, wozu wir fähig sind.“

Die Frage wird sein, wie die Profis diese ungewöhnliche Winterpause weggesteckt haben. Zwischen dem Pokalspiel und dem Liga-Start liegen lediglich elf Tage. Die Pause war damit nicht mehr als eine normale Länderspielpause, wie man sie in der Saison einige Male erlebt. Die Coronavirus-Pandemie und deren Auswirkung auf den Spielplan ließen nichts anderes zu.

Union Berlin hat noch 21 Bundesliga-Spiele vor sich

Ein Abschalten, sich mit individuellen Trainingsplänen fit halten und dann in der Wintervorbereitung neuen Schwung holen, war folglich nicht möglich – und das bei noch 21 Bundesliga-Spielen, die auf die Mannschaften warten. „Trotzdem war es wichtig, dass die Jungs vier Tage frei bekommen haben und Weihnachten bei ihren Familien sein konnten“, ist sich Fischer sicher, „das war wichtig, gerade in dieser Zeit.“

Ob die wenigen besinnlichen Tage ausgereicht haben, um wieder aufzutanken, wird sich am Sonnabend zeigen, gegen einen Gegner, der auf Rang 13 und mit sieben Punkten weniger zwar weit hinter Union liegt, aber vor Weihnachten mit dem Sieg in Mainz (1:0) und dem Sprung ins Pokal-Achtelfinale in Hannover (3:0) Selbstvertrauen tanken konnte.

„Es wird wieder ein schwieriges Spiel. Werder ist – egal in welcher Zone – sehr kompakt auf dem Feld“, hofft Trainer Fischer darauf, dass seine Mannschaft die erste Halbzeit nicht wieder verschläft. Die Bremer „gehen nach Ballverlust sofort ins Gegenpressing. Sie suchen aggressiv die Zweikämpfe und versuchen, den Ball immer wieder auf und hinter die letzte Kette zu bekommen“, analysierte Fischer den Gegner weiter.

Union Berlin kann wieder auf Ingvartsen setzen

Gut, dass mit Marcus Ingvartsen neben Cedric Teuchert eine weitere Option zur Verfügung steht für den Part im zentralen offensiven Mittelfeld. Ingvartsen hatte zunächst Kruse nach dessen Ausfall ersetzt. Und nachdem der Däne sich im Spiel gegen den FC Bayern (1:1) eine Bauchmuskelverletzung zugezogen hatte, war Teuchert eingesprungen.

Gerade den Ausfall des bislang wichtigsten Spielers – Kruse ist mit sechs Toren und fünf Vorlagen Unions Topscorer – haben die Köpenicker gut weggesteckt. Das ist natürlich auch den Bremern nicht entgangen. Werders Chef-Scout Clemens Fritz ließ zum Beispiel wissen: „Ich bin ein bisschen überrascht, wie gut Union seinen Ausfall in den letzten Wochen aufgefangen hat.“

In den drei Liga-Spielen ohne Kruse gab es Unentschieden gegen die Bayern und in Stuttgart, wobei beide Spiele auch hätten gewonnen werden können, sowie das 2:1 gegen Dortmund. Resultate, die Fritz zu folgender Einschätzung kommen ließen: „Union ist eine sehr gute Mannschaft. Das wird ein hartes Stück Arbeit am Wochenende. Sie treten mit Selbstvertrauen auf und stehen nicht umsonst dort, wo sie gerade sind.“ Die Köpenicker sind aufgefordert, diese Einschätzung zu bestätigen.

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