Fußball-Bundesligist Union Berlin ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer unterlag dem Zweitligisten SC Paderborn mit 2:3 (1:3). Das Team von Coach und Ex-Unioner Steffen Baumgart darf sich hingegen auf das Achtelfinale freuen, das am 2./3. Februar 2021 stattfindet.
Die Auslosung für die Runde der besten Sechzehn findet am 3. Januar 2021 in der ARD-Sportschau (17.30 Uhr) statt. „Losfee“ wird Skisprung-Olympiasieger Sven Hannawald sein.
Union Berlin gerät früh in Rückstand
Union startete im Müßiggang eines Erstligisten, der gerade dem FC Bayern einen Punkt abgeknöpft und Borussia Dortmund verdient bezwungen hatte, Paderborn begann mit dem Mute eines Außenseiters – und schon stand es 0:1. Nicht einmal drei Minuten hatte es gedauert, da ließ Sven Michel der Ankündigung seines Trainers Steffen Baumgart Taten folgen: Paderborn wolle zeigen, dass man eine Mannschaft mit hoher Qualität schlagen kann. Der Einstand für Loris Karius im Union-Tor hätte nicht schlechter sein können.
Wochenlang hatte sich der vom FC Liverpool ausgeliehene Torwart mit dem Reservistendasein hinter Andreas Luthe begnügen müssen, nun durfte er bei seinem Pflichtspieldebüt gleich hinter sich greifen, ohne sich auch nur einmal vorher auszeichnen zu können. Neben Karius spielte auch erstmals Robert Andrich wieder von Beginn an. Der defensive Mittelfeldspieler hat seine Rot-Sperre aus dem Derby bei Hertha BSC inzwischen abgesessen, wäre im Pokal aber ohnehin einsetzbar gewesen.
Für ihn musste Sebastian Griesbeck auf die Bank. Zudem spielte Keita Endo auf der linken Außenbahn für Marius Bülter.
Union Berlin lässt sich auskontern
Der Weckruf durch den frühen Rückstand blieb bei den Köpenickern jedenfalls nicht ungehört. Grischa Prömel glich bereits in der sechsten Minute zum 1:1 aus. Sheraldo Becker hatte den Ball von rechts in den Strafraum gepasst, wo ihn Stürmer Taiwo Awoniyi zunächst verpasst hatte. Cedric Teuchert (20.) und Awoniyi (27.) boten sich anschließend gute Gelegenheiten zur Führung.Die Tore schoss jedoch der Zweitligist, weil er die Fehler der Berliner eiskalt ausnutzte. Erst staunte die Defensive, wie das Spielgerät nach einem Eckball zu Svante Ingelsson kam, Union-Keeper Karius den Schuss parierte und Dennis Srbeny zum 1:2 abstaubte (31.); Andrich kam hier zu spät. Und fünf Minuten später konterten die Paderborner Union eiskalt aus.
Chris Führich schickte Michel steil, der den Begleitschutz der Unioner Christopher Lenz und Becker nutze, um dann bei seinem 1:3 auch noch Karius zu tunneln (36.). Die Leidenschaft, mit der die Köpenicker als Außenseiter gerade erst zwei Meisterschaftsanwärter geärgert hatten, bekamen sie nun selbst zu spüren.
Union Berlin braucht Paderborns Mithilfe
Hilfe Direkt nach Wiederbeginn verhindert Karius mit einer tollen Parade gegen Ingelsson das 1:4 (47.) – nein, das war nicht das Union, das in den vergangenen Wochen spielerisch durchaus begeistert hatte. So bedurfte es gegnerischer Mithilfe, um den Glauben an ein Weiterkommen aufrechtzuerhalten. Paderborns Uwe Hünemeier fälschte einen Schuss von Lenz in den Strafraum unhaltbar für Torwart Zingerle ins eigene Tor ab (57.).
Union-Trainer Fischer reagierte, brachte mit Bülter für Endo und Griesbeck für Teuchert frische Kräfte (57.), später kam auch Akaki Gogia für Becker (70.). Doch die Partie wurde nun immer zerfahrener. Kampf und Krampf waren Trumpf in der Alten Försterei.
Nun schien sich die bessere Fitness auf Seiten der Unioner bezahlbar zu machen, denn die Köpenicker setzten sich zunehmend in der Paderborner Hälfte fest. Prömel traf nach guter Vorarbeit von Bülter zunächst die Latte (71.), scheiterte wenig später an Torwart Zingerle (74.). Dann wurde Andrichs Schuss wurde von Hünemeier entschärft. Union versuchte alles, doch Paderborn verteidigte beherzt – leidenschaftlich angetrieben von Trainer Baumgart, der wie in den vergangenen Wochen auch im T-Shirt die Seitenlinie entlangtobte.
Und nachdem Awoniyi in der fünften Nachspielminute den Pfosten getroffen hatte, war das böse Erwachen für Union perfekt. Dementsprechend klar waren auch die Worte des Trainers nach dem Spiel: "Wenn du eine Halbzeit lang nicht auf dem Feld bist, gewinnst du keine Spiele. In der ersten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen, was uns bislang ausgrezeichnet hat. Das war wirklich unterirdisch", nahm Union-Trainer Fischer kein Blatt vor den Mund.


