Bundesliga

Gikiewicz bereitet Union Sorgen – in doppelter Hinsicht

Der Torwart von Aufsteiger Union droht nach dem Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale in Verl auszufallen – und pokert um einen neuen Vertrag.

Union-Torwart Rafal Gikiewicz (l.) musste beim DFB-Pokalspiel in Verl einige Male eingreifen.

Union-Torwart Rafal Gikiewicz (l.) musste beim DFB-Pokalspiel in Verl einige Male eingreifen.

Foto: Thomas F. Starke / Bongarts/Getty Images

Verl. Das 1:0 beim SC Verl, der hart erkämpfte Sieg gegen den Fußball-Regionalligisten, hat Union Berlin den Sprung ins Viertelfinale des DFB-Pokals beschert. Nicht nur das: Der Bundesliga-Aufsteiger darf sich auch über eine Prämie von 1,4 Millionen Euro freuen.

Und die Köpenicker können auf ein Heimspiel gegen einen namhaften Gegner hoffen. Bei der Auslosung der vier Partien am Sonntag in der ARD-Sportschau (18 Uhr) durch Ex-Nationalspieler Cacau sind neben Union mit dem FC Bayern, Schalke 04, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen, Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf sechs weitere Erstligisten im Lostopf.

Hinzu kommt der 1. FC Saarbrücken, der als Regionalligist am 3./4. März in jedem Fall Heimrecht genießt.

Ingvartsen könnte Union Berlin fehlen

Wie hoch der Preis ist, den die Mannschaft von Trainer Urs Fischer für den erstmaligen Einzug in die Runde der letzten Acht seit gut 19 Jahren bezahlen muss, könnte jedoch hoch sein. Denn das Kampfspiel am Mittwochabend hat deutliche Spuren hinterlassen.

Marcus Ingvartsen ist angeschlagen. „Bei ihm müssen wir noch anschauen, was er wirklich hat. Aber das spricht auch für dieses Spiel, den Kampf angenommen zu haben“, sagte Trainer Fischer zum Zustand des Offensivmannes. Viel schlimmer: Mit Rafal Gikiewicz droht der Stammtorwart der Berliner zumindest für das wichtige Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) auszufallen.

Gikiewicz hatte sich in der hektischen Schlussphase bei einer Rettungsaktion offenbar eine Blessur am linken Knie zugezogen. Nach der Partie humpelte der Pole in die Kabine, das Knie mit einem blauen Verband dick bandagiert, den Blick versteinert zu Boden gerichtet. Gikiewicz sowie Ingvartsen wurden am Donnerstag weiter untersucht.

Gikiewicz fehlte bei Union Berlin keine Minute

Vor allem ein Ausfall Gikiewiczs würde Union schwer treffen – und auch den Profi selbst. Zum einen würde der Aufsteiger auf seinen sicheren Rückhalt verzichten müssen. Gikiewicz hat seit seinem Wechsel zu Union im Sommer 2018 keine Pflichtspielminute verpasst. Und auch in Verl bewahrte die Nummer eins seine Mannschaft vor einem Rückstand.

Mit Moritz Nikolas, seit vergangenem Jahr bei Union, stünde zwar ein Ersatz bereit, doch fehlt dem aus Mönchengladbach ausgeliehenen Schlussmann ebenso wie der ehemaligen Nummer eins, Jakob Busk, reichlich Spielpraxis, um Gikiewicz gleichwertig ersetzen zu können.

Zum anderen wäre eine Verletzung für Gikiewicz ein Rückschlag im Poker um eine mögliche Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages. „Es sind jetzt zwei entscheidende Monate für mich. Bis Ende März muss ich eine Entscheidung treffen, ob ich bleibe oder ob ich Union nach der Saison verlasse. Ich weiß, es wird keine einfache Entscheidung“, wurde der 32-Jährige in der polnischen Zeitung „Przeglad Sportowy“ zitiert.

Gikiewicz will mit Union Berlin nicht zurück in die Zweite Liga

Union pflegt Spielerverträge stets für die Bundesliga und die zweite Liga abzuschließen. Eine Rückkehr ins Unterhaus des deutschen Fußballs hatte Gikiewicz jedoch bereits im Wintertrainingslager in Spanien Anfang Januar praktisch ausgeschlossen.

Nun lässt er wissen: „Ich muss entscheiden, ob es besser ist, mit einem vollen Sack Geld in eine schwächere Liga zu gehen oder zu einem stärkeren Klub mit weniger Geld. Oder doch bei Union zu bleiben.“ Ein verletzungsbedingter Ausfall wäre da wenig hilfreich.

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