Bundesliga

Union verliert spät auf Schalke

Aufsteiger Union verliert nach drei Siegen in Folge mit 1:2 auf Schalke. Ein von Ingvartsen genutztes Elfmeter-Geschenk ist zu wenig.

Union-Stürmer Sebastian Andersson (r.) und die Enttäuschung nach einer vergebenen Torchance.

Union-Stürmer Sebastian Andersson (r.) und die Enttäuschung nach einer vergebenen Torchance.

Foto: Frederic Scheidemann / Bongarts/Getty Images

Berlin. Lange durfte Union Berlin von einem Punktgewinn auf Schalke träumen, am Ende stand der Bundesliga-Aufsteiger jedoch mit leeren Händen da. Mit 1:2 (1:1) verloren die Berliner ihr Auswärtsspiel vor 61.837 Zuschauern in Gelsenkirchen, die Erfolgsserie ist nach drei Siegen gerissen.

„Wir versuchen, etwas mehr über die Seiten zu kommen, über die Seiten zu provozieren“, hatte Trainer Urs Fischer die Marschroute für seine Mannschaft auf Schalke ausgegeben. Dafür hatte er seine Startelf gegenüber dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) auf zwei Positionen verändert.

Robert Andrich kehrte nach abgesessener Gelb-Sperre wie erwartet für Felix Kroos ins defensive Mittelfeld zurück. Und statt Anthony Ujah, gegen die Gladbacher noch Torschütze, sorgte Marius Bülter wieder für Druck über die Außenbahn.

Union Berlin von 5000 Fans unterstützt

Unterstützt von 5000 mitgereisten Fans trat Union mit dem Selbstbewusstsein einer Mannschaft auf, die vier der fünf Bundesligaspiele zuvor gewonnen hatte. Marcus Ingvartsen vergab schon nach vier Minuten die frühe Führung, nachdem Schalke-Torwart Alexander Nübel gepatzt hatte. Matija Nastasic hatte den Schuss des Dänen entscheidend abgelenkt. Drei Minuten später prüfte Bülter mit einem strammen Schuss den Schalker Schlussmann.

Lange ließ Union den Gastgebern wenig Spielraum – bis zur 22. Minute. Von der Strafraumgrenze zog Benito Raman einfach ab und drosch den Ball oben rechts unter die Latte. Für Union-Torwart Rafal Gikiewicz gab es keine Abwehrchance.

Es war der erste Torschuss der Gelsenkirchener in dieser Partie, begünstigt von dem Umstand, dass sich zuvor die Union-Defensive nach einer Flanke vor allem auf das Getümmel am Fünfmeterraum konzentrierte und den Rückraum dadurch vernachlässigte.

Hübner mit Bundesliga-Debüt für Union Berlin

„Leider war zu diesem Zeitpunkt ein Spieler von uns draußen, der im Abwehrzentrum gefehlt hat“, sagte Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball, in der Pause. Tatsächlich musste Keven Schlotterbeck am rechten Knie behandelt werden. Eine Blessur, die er sich bei einem Foul gegen Daniel Caligiuri selbst zuzuschreiben hatte (21.) und die ihm fünf Minuten später auch ein frühes Arbeitsende bescherte. Florian Hübner ersetzte Schlotterbeck (26.) und feierte damit zugleich sein Bundesliga-Debüt für Union.

Union ließ sich trotz des Rückstandes nicht aus dem Konzept bringen. Einen Kopfball von Sebastian Andersson nach Freistoß von Christopher Trimmel kratzte Nübel gerade noch von der Linie (29.). Die Berliner hatten sich den Ausgleich verdient, brauchten dafür aber ein Elfmeter-Geschenk.

Andrich fiel im Zweikampf mit Nastasic, ohne dass er entscheidend vom Schalker berührt wurde. Schiedsrichter Daniel Schlager (Rastatt) entschied auf Strafstoß, Videoassistent Deniz Aytekin (Oberasbach) in Köln erkannte keine klare Fehlentscheidung, so kam Unions Ingvartsen per Elfmeter zu seinem zweiten Saisontreffer (36.).

Union-Berlin-Torwart Gikiewicz muss viel riskieren

„Wenn man die Chancen sieht, ist das Unentschieden schon nicht ungerechtfertigt. In der Anfangsphase hätten wir in Führung gehen müssen. Auf der anderen Seite steht eben auch Qualität, das dürfen wir nicht vergessen. Aber versteckt haben wir uns nicht“, bilanzierte Ruhnert die ersten 45 Minuten, in denen Trimmel (40.) und Andersson (45.) sogar noch hätten erhöhen können.

Nach dem Seitenwechsel rückte Rafal Gikiewicz in den Mittelpunkt. Ein ums andere Mal musste der Union-Torwart eingreifen, teilweise sogar Kopf und Kragen riskieren, um einen erneuten Rückstand zu verhindern.

Weil die Schalker das Tempo erhöhten, ließen sich die Köpenicker immer weiter hinten reindrängen. Hinzu kam die eine oder andere Unzulänglichkeit in der Abwehr, zum Beispiel von Hübner, aber auch von Neven Subotic. Raman (58.), Suat Serdar (63.) und Amine Harit (65., 73.) hatten die Schalker Führung auf dem Fuß, vergaben jedoch beste Möglichkeiten.

Subotic leitet die Niederlage für Union Berlin ein

Mit zunehmender Spieldauer reagierte Union nur noch, statt selbst zu agieren. Die einzige echte Torchance in Halbzeit zwei hatte Bülter, dessen Schuss im letzten Moment noch von Ozan Kabak abgefälscht wurde (61.).

„Die erste Halbzeit war sehr gut von uns, da fehlte nur das Tor. Bei uns hat in der zweiten Halbzeit die Power gefehlt, dann wird es schwierig“, analysierte Union-Kapitän Trimmel. Vor allem, wenn eigene Fehler Chancen des Gegners begünstigen.

Subotic sprang bei der Annahme der Ball vom Fuß, dann ging alles ganz schnell. Über Harit kam das Spielgerät zu Serdar, der Gikiewicz keine Chance ließ (86.) und damit die erste Niederlage für Union Berlin seit gut einem Monat besiegelte.

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