Bundesliga

Union-Coach Fischer: „Mannschaft hat ihr Gesicht gezeigt“

Union-Trainer Urs Fischer ist zufrieden mit dem Auftritt in Augsburg. Der Lernprozess könne jedoch noch die gesamte Vorrunde dauern.

Union-Trainer Urs Fischer ist zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Augsburg.

Union-Trainer Urs Fischer ist zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Augsburg.

Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts/Getty Images

Berlin. Am Tag nach dem ersten Punktgewinn überhaupt in der Bundesliga sieht Urs Fischer, der Trainer des 1. FC Union, sein Team auf dem richtigen Weg, was das Ankommen in der Bundesliga angeht. Die Mannschaft habe beim 1:1 in Augsburg „ihr Gesicht gezeigt“.

Das sein schon gegen Leipzig (0:4) der Anspruch gewesen, so der Coach des Aufsteigers. „Den konnten wir teilweise, vor allem zu Beginn des Spiels, auch erfüllen, haben dann unser Gesicht jedoch verloren. In Augsburg konnten wir von Beginn an bis zum Schluss unser Gesicht wahren. Darum geht es.“

Tatsächlich zeigten die Köpenicker in Sachen Zweikampfverhalten und mutigen Aktionen in der Offensive jene Tugenden, die sie in der vergangenen Zweitliga-Saison ausgezeichnet hatte. Dazu zählt auch, dass sie sich nach dem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Platzverweis für Schlotterbeck ist „eindeutig“

„Ich glaube schon, hätten wir unsere Umschaltmomente ein bisschen präziser gespielt, wäre der erste Kontakt noch zielgerichteter gewesen – dann müsstest du eigentlich sagen: Du musst das Spiel gewinnen“, war für Fischer sogar noch mehr möglich als nur der erste Zähler im Oberhaus dank des allerersten Bundesligatreffers durch Sebastian Andersson.

Die Stimmung in der Mannschaft sei jedoch nur bedingt besser gewesen als nach dem Leipzig-Debakel. Laut Fischer herrsche „weder eine gelöste, noch eine euphorische Stimmung. Man hat auch nach dem Spiel gesehen, dass die Jungs nicht ganz zufrieden waren, obwohl wir einen Punkt geholt haben.“

Was die Anpassung an die Bundesliga angeht, müsse seine Mannschaft noch „viel lernen. Vielleicht dauert es die gesamte Vorrunde. Aber es ist wichtig, dass du versuchst, Schritte nach vorn zu machen.“ Einen hat seine Mannschaft in Augsburg getan.

Platzverweis sei richtig, aber ärgerlich

Keinen Zweifel ließ er an der Richtigkeit der Roten Karte für Keven Schlotterbeck. „Das ist eindeutig, die Rote Karte muss er geben“, sagte Fischer: „Das ist offene Sohle, er trifft seinen Gegenspieler am Knie, das sieht man auch in der Zeitlupe.“ Schlotterbeck hatte sieben Minuten vor dem Ende Augsburgs Stürmer Florian Niederlechner im Mittelfeld mit gestrecktem Bein attackiert.

Ein Platzverweis, der Fischer dennoch ärgerte: „Ich war schon ein bisschen sauer, ehrlich gesagt. Eigentlich müsstest du 2:1 in Führung liegen, dann bekommst du eine Rote Karte und musst mit einem Mann weniger weiterspielen.“

Die Elfmeter-Situation um Sebastian Polter, der in Nachspielzeit nach einem Trikotzupfer von Alfred Finnbogason ein wenig zu theatralisch fiel, kommentierte der Schweizer wie folgt: „Es gibt eine gewisse Grauzone, wo es unheimlich schwierig ist. Ich habe die Szene mit Polter mir auch noch einmal angeschaut. Den Elfmeter kannst du geben, musst es aber nicht.“

Gegen den BVB „brauchen wir ein perfektes Spiel“

In jedem Fall sind solche Fehler wie der von Schlotterbeck am kommenden Sonnabend (18.30 Uhr) dringend zu vermeiden, wenn Meisterschaftskandidat Borussia Dortmund in der Alten Försterei vorspielt.

Fischer: „Wir brauchen ein perfektes Spiel, dann ist etwas möglich. Du wirst keine Chance haben, wenn du nur verteidigen willst. Das ist für mich nur eine Frage der Zeit, bis du müde bist und einen Schritt zu spät kommst.“

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