Kommentar

Bei Union muss die Aufstiegseuphorie nun vorbei sein

Bundesliga-Aufsteiger Union darf es sich nach dem Debüt-Debakel gegen Leipzig nicht zu einfach machen, meint Michael Färber.

Unions Profis und die Enttäuschung nach dem Debakel gegen Leipzig beim Bundesliga-Debüt.

Unions Profis und die Enttäuschung nach dem Debakel gegen Leipzig beim Bundesliga-Debüt.

Foto: Martin Rose / Bongarts/Getty Images

Berlin. Man kann es sich nach einem solchen Debüt in der Fußball-Bundesliga natürlich einfach machen und sagen: Es kann nur besser werden. Doch genau das sollte man beim 1. FC Union eher nicht tun, auch wenn die Köpenicker nach dem 0:4 gegen RB Leipzig als Tabellenletzter in ihr Erstliga-Abenteuer gestartet sind. Trainer Urs Fischer weiß nach den allerersten 90 Minuten im Oberhaus genau, woran er in den nächsten Tagen und Wochen mit der Mannschaft zu arbeiten hat.

Geschwindigkeit, Bestrafung von Fehlern, Effektivität – all dies ist durch die Leipziger zu einer für Union messbaren Größe geworden. Die erste Auswertung offenbart einen Klassenunterschied. Den eines Aufsteigers zu einem Champions-League-Teilnehmer.

Nun wird es Union nicht an jedem Spieltag mit einem Gegner solchen Kalibers zu tun bekommen. Dennoch wurde der Mannschaft deutlich vor Augen geführt, was sie erwarten wird, auch gegen vermeintlich leichtere Gegner. Diese Erkenntnis gilt es ohne Einschränkung mitzunehmen, um aus ihr zu lernen und es am besten schon am kommenden Sonnabend beim FC Augsburg besser zu machen.

Emotionale Uhren auf Null gestellt

Ein Gutes hat das Debakel gegen Leipzig. Die emotionalen Uhren wurden wieder auf Null gestellt. Jedem bei Union und im Vereinsumfeld dürfte nun klar sein: Die Zweite Liga und alle Euphorie rund um den Aufstieg sind Vergangenheit. Sie müssen es sein, um den Kopf frei zu bekommen für das, was an den restlichen 33 Spieltagen wirklich wichtig ist: der fokussierte Kampf um den Klassenerhalt.

Dass dieser erreicht werden kann, steht außer Frage. Deshalb brauchen sich die Köpenicker ihre Freude, endlich als 56. Klub in der Bundesliga spielen zu können, auch nicht nehmen zu lassen. Selbst wenn sie gleich zu Beginn ganz unten in der Liga angekommen sind.

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