Bundesliga

So fit ist Union für die Bundesliga

Unions hoher Sieg im Pokal hat das Selbstvertrauen gesteigert, jedoch auch einiges verdeckt, woran der Aufsteiger noch arbeiten muss.

Nicht nur Christopher Lenz (l., hier mit Kapitän Christopher Trimmel) hat bei Unions Pokalsieg in Halberstadt Selbstvertrauen getankt.

Nicht nur Christopher Lenz (l., hier mit Kapitän Christopher Trimmel) hat bei Unions Pokalsieg in Halberstadt Selbstvertrauen getankt.

Foto: Ronny Hartmann / Bongarts/Getty Images

Berlin.. Es wird ernst für den 1. FC Union. Am Sonntag startet der Aufsteiger gegen RB Leipzig (18 Uhr, Alte Försterei) in seine erste Saison in der Bundesliga. Mit ihrem 6:0 in der ersten DFB-Pokalrunde bei Germania Halberstadt haben die Köpenicker durchaus gezeigt, dass sie bereit sind für das Oberhaus.

So hat sich Keven Schlotterbeck nachhaltig für einen Einsatz beim Saisonstart empfohlen, nicht nur wegen seines Kopfballtores zur Führung oder der Wahl zum Spieler des Spiels. Der Linksfuß hat gezeigt, dass er auch rechts in der Innenverteidigung spielen kann.

Trainer Urs Fischer „hat mich gefragt, ob ich mich auch rechts fit fühle. Da habe ich gesagt: kein Problem. Ich habe es in der vergangenen Saison schon gezeigt, dass ich dort spielen kann. Auch in Halberstadt habe ich es nicht so schlecht gemacht, glaube ich.“

Lenz ist gerüstet für Duell mit Reichel

So lange Spieler wie Neven Subotic oder Florian Hübner nach ihren Knieverletzungen nicht wieder richtig fit sind, ist der vom SC Freiburg ausgeliehene Schlotterbeck eigentlich kaum wegzudenken. Zusammen mit Marvin Friedrich, der für das Pokalspiel gesperrt gewesen ist, könnte er gegen Leipzig das Abwehrzentrum bilden.

Auch Christopher Lenz hat gezeigt, dass er mehr als nur eine Alternative auf der linken Abwehrseite sein kann. Gegen Halberstadt wirkte der Berliner so, als wäre irgendeine Bremse gelöst, die ihn bislang blockiert hatte. Sein Tor in den Winkel gegen Halberstadt – ob nun tatsächlich so gewollt oder nicht – ist Ausdruck des neuen Selbstbewusstseins.

„Der Trainer hat auch zu mir gesagt, ich soll auch mal Abschlüsse aus der Distanz suchen und mutiger werden“, erzählte Lenz. Wohl wissend, dass er sich auf der guten Leistung im Pokal nicht ausruhen darf. Und wohl auch nicht wird, schenkt man den Worten von Christopher Trimmel Glauben.

Die Einstellung stimmt bei Union

Unions Kapitän nannte Lenz „Mr. 100 Prozent“, weil Lenz „einer der wenigen Spieler ist, die ich in meiner Karriere erlebt habe, die wirklich an jedem Tag 100 Prozent geben. Bei dem gibt es keine Handbremse.“

Lenz will diesen Eindruck bestätigen und sich in dieser Saison im Zweikampf mit Ken Reichel durchsetzen. „Ich hatte gegen Halberstadt auch ein, zwei Dinge, die ich besser machen muss. Da hat der Trainer mir auch gesagt, dass ich da noch energischer sein muss, egal, wie es steht. Das muss ich mir zu Herzen nehmen und umsetzen.“

Auch die Einstellung in Halberstadt stimmte. Auch wenn zuweilen das Tempo fehlte, ließ kein Union-Profi den Eindruck vermissen, nicht als Sieger vom Platz gehen zu wollen. Und als es notwendig wurde, wurde der Sprung in die zweite Runde mit drei Toren in nur sechs Minuten auch perfekt gemacht.

Union muss effizienter werden

Doch der hohe Sieg beim Regionalligisten hat auch einiges von dem verdeckt, woran Urs Fischer mit seiner Mannschaft noch arbeiten muss. Da ist trotz der sechs Tore die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor anzusprechen. Allein Stürmer Sebastian Andersson hätte vor der Pause drei Treffer erzielen können.

„In der ersten Halbzeit hat mir die Effizienz gefehlt“, sprach auch Trainer Fischer die vergebenen Chancen an. Um in der Bundesliga bestehen zu können, braucht es jedoch eine gewisse Abgezocktheit vor dem Tor. Gerade wenn es gegen spielstarke Mannschaften wie zum Auftakt gegen Leipzig geht.

„Wir wissen natürlich alle, dass das ein ganz anderer Gegner wird“, sagte Kapitän Trimmel und forderte: „Da müssen wir die eine oder andere Tormöglichkeit präziser und besser ausspielen, weil so viele Chancen gibt es gegen RB nicht.“

Unions Becker hat noch Luft nach oben

Mit Blick auf die Offensive hat auch Sheraldo Becker sicher noch Steigerungsbedarf. Vor allem in der ersten Halbzeit versuchte es Union oft über den Niederländer auf der rechten Seite. Doch noch zu selten ging seine Schnelligkeit auch einher mit Ballkontrolle oder dem Blick für den Mitspieler.

Zudem sollte die Mannschaft in ihrer gesamten Defensivleistung eine Schippe drauflegen. Fischer bemängelte nach der Partie in Halberstadt: „Wir waren zu wenig organisiert nach der Pause, haben zu viel zugelassen und es dem Gegner so ermöglicht, zurück ins Spiel zu finden. Das wird gegen Leipzig sicher anders bestraft werden.“

Noch verbleiben fünf Trainingseinheiten für Fischer und seine Mannschaft, um die eine oder andere Schwäche zu beseitigen. Dann wird es für Union ernst in der ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte.

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