DFB-Pokal

Union lässt Halberstadt keine Chance

Der 1. FC Union setzt sich im ersten Pflichtspiel als Bundesligist in der ersten DFB-Pokalrunde mit 6:0 bei Germania Halberstadt durch.

Viel Grund zum Jubeln: Union zeigt in Halberstadt Stärke.

Viel Grund zum Jubeln: Union zeigt in Halberstadt Stärke.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Halberstadt.. Urs Fischer war zufrieden. „Wenn man 6:0 gewinnt, kann man das glaube ich auch“, sagte der Trainer des 1. FC Union. Die erste Runde im DFB-Pokal ist dank eines 6:0 (1:0) bei Germania Halberstadt überstanden, auch wenn Fischer zugeben musste, dass der Sieg beim Regionalligisten „vielleicht um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen ist“.

So kam der Bundesliga-Aufsteiger zumindest vom Ergebnis her der Aufforderung seiner Fans nach. Diese hatten vor dem Anpfiff in einem riesigen Banner der Mannschaft mit auf den Weg gegeben: „Die Saison ins Rollen bringen“.

Trainer Fischer entschied sich für fünf Zugänge in seiner Startformation. So agierte im offensiven Mittelfeld eine komplett neue Reihe mir Sheraldo Becker (rechts), Marcus Ingvartsen hinter der einzigen Spitze Sebastian Andersson und Marius Bülter (links). Im defensiven Mittelfeld agierte Christian Gentner neben Grischa Prömel. Und in der Innenverteidigung spielte wie erwartet Keven Schlotterbeck. Auf Neven Subotic verzichtete Fischer komplett, der Ex-Dortmunder stand noch nicht einmal im 20-Mann-Kader.

Schlotterbeck mit erstem Pflichtspieltor

Zumindest die Personalie Schlotterbeck sollte sich auszahlen. Nach 27 Minuten war der Abwehrmann zur Stelle, um einen Eckball von Christopher Trimmel wuchtig ins Tor zu köpfen. Eine zu diesem Zeitpunkt durchaus verdiente Führung, nach der ersten Halbzeit war sie es in jedem Fall. Denn der Bundesliga-Aufsteiger brauchte vor 5966 Zuschauern, darunter gut 2000 Union-Fans, schon eine Weile, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Geschwindigkeit im Offensivspiel, sie soll ein Schlüssel sein, um in der am kommenden Sonntag gegen RB Leipzig beginnenden Bundesliga-Saison bestehen zu können. In Halberstadt schien es, als agierten die Köpenicker nach dem Motto: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Da jedoch den Hausherren auch wegen mangelnder spielerischer Qualität der Mut fehlte, den Favoriten in Verlegenheit zu bringen, näherte sich Union Stück für Stück dem gegnerischen Tor.

Allein Andersson hatte für dem Treffer durch Schlotterbeck drei gute Chancen zur Führung (21., 22., 24.). Bei einem Kopfball von Michael Parensen (31.), der den Platz neben Schlotterbeck im Abwehrzentrum einnahm, konnte sich Germania Torwart Florian Sowade ebenso auszeichnen wie beim Schuss von Gentner, den der Schlussmann an den Pfosten lenkte (39.), oder dem 30-Meter-Hammer von Christopher Lenz (42.).

Halberstadt vergibt große Ausgleichschance

„Es gab sicher auch Phasen, in denen wir zu passiv waren, aber im Endeffekt geht es nur ums weiterkommen“, sagte Prömel. Dieses Weiterkommen war jedoch nie ernsthaft in Gefahr. Union war besser, ohne jedoch zu glänzen.

So blieb es nach Wiederbeginn angesichts des knappen Vorsprungs durchaus ein gewagtes Spiel, sollte der Außenseiter die Gelegenheit bekommen, ins Spiel zurückzufinden. Und Halberstadt bekam sie, konnte sie aber nicht nutzen.

Schon im Union-Strafraum ließ sich Lenz von Germanias Tino Schulze austanzen. Doch Schulze schloss zu überhastet ab, traf den Ball nicht richtig und setzte ihn an Torwart Rafal Gikiewicz und auch am Tor vorbei (53.).

Drei Union-Tore in sechs Minuten

Folglich entwickelte sich die Partie für die Berliner mehr und mehr zur Pflichtaufgabe, die dann schließlich innerhalb von sechs Minuten erfüllt wurde. Andersson konnte nach gut einer Stunde seinem Frust Luft verschaffen. Mit dem 2:0 in der 65. Minute war die Partie dann auch entschieden.

Zumal Union sofort nachlegte. Lenz hämmerte den Ball nur zwei Minuten nach Anderssons Treffer in den Winkel – ein Traumtor (67.). „Der Ball sollte in jedem Fall scharf aufs Tor kommen“, sagte Lenz. Das galt auch für Unions vierten Treffer, der vom inzwischen eingewechselten Robert Andrich mustergültig vorbereitet wurde, Joshua Mees brauchte nur noch einzuschieben (71.).

Andrich war es auch, der eine Traumkombination über Mees und Bülter zum 5:0 verwertete (76.). Die Gegenwehr der Halberstädter war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon auf ein Minimum gesunken. Anthony Ujah, in der Schlussphase für Andersson gekommen, setzte den Schlusspunkt (89.).

Heimspiel-Wunsch für Runde zwei

Bleibt die Frage nach dem Wunschgegner für die zweite Runde. In den vergangenen drei Jahren standen Gastspiele bei Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen an. Und 2019? „Ein Heimspiel wäre schön“, sagte Kapitän Trimmel. Einen Gegner nannte er nicht.

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