Bundesliga

Union setzt mit Subotic ein klares Signal

Union schließt mit dem Ex-Dortmunder Neven Subotic eine Lücke im Abwehrzentrum. Zudem ist Marvin Friedrich zurück beim Aufsteiger.

Neu beim 1. FC Union: Neven Subotic (l.) und Marius Bülter.

Neu beim 1. FC Union: Neven Subotic (l.) und Marius Bülter.

Foto: Matthias Koch

Berlin.. Die knapp 20 Kiebitze, die am Freitagvormittag beim Training des 1. FC Union vorbeischauten, suchten vergeblich nach dem spektakulärsten Zugang der Vereinsgeschichte. Während Trainer Urs Fischer die Mannschaft des Aufsteigers in die Fußball-Bundesliga eineinhalb Stunden Pässe, Spielformen und Zusammenspiel üben ließ, weilte Neven Subotic in der Charité.

Die obligatorische medizinische Untersuchung stand für den 30 Jahre alten Innenverteidiger an, ebenso wie für Marcus Ingvartsen und Marius Bülter, den Union nur Stunden vor Subotic vom 1. FC Magdeburg ausgeliehen hatte.

Die Fans werden bis Sonnabendnachmittag warten müssen, ehe sie bei der offiziellen Saisoneröffnung in der Alten Försterei ab 14.30 Uhr die Mannschaft präsentiert bekommen, die den Klassenerhalt im Fußball-Oberhaus schaffen soll. Und obendrauf gibt es das erste Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Bröndby IF.

Subotics Erfahrung soll Union helfen

Am Mittwoch, so erzählte Subotic, sei seine Entscheidung endgültig für Union gefallen, nachdem „ich in der vorherigen Woche ein persönliches Gespräch mit Trainer und Sportdirektor geführt habe. Da wurde mein Eindruck bestätigt: Das ist ein Verein, eine Mannschaft, hier wird mit ganzem Herzen gespielt. Das hat mich tatsächlich auch überzeugt.“

Subotic kommt ablösefrei vom französischen Erstligisten AS St. Etienne nach Berlin und unterschrieb bei Union einen Zweijahresvertrag (gültig auch für die Zweite Liga). Mit dem Serben löst Union gleich mehrere Fragezeichen.

Zum einen ist die Verpflichtung des Innenverteidigers ein deutliches Signal, wie ernst es den Köpenickern ist, nicht nur für ein Jahr Gast in der Bundesliga zu sein, sondern dort auch Fuß zu fassen. 209 Bundesliga-Spiele stehen in der Vita des Abwehrmannes, garniert von 15 Toren. 42 Mal lief er für St. Etienne in der Ligue 1 auf (drei Tore), hinzu kommen 33 Spiele in der Zweiten Liga (vier Treffer) und natürlich insgesamt 42 Einsätze in Champions League, Europa League und dessen Vorgänger Uefa-Cup (inklusive Qualifikationsspielen).

„Zeit, in die Bundesliga zurückzukehren“

Erfahrung, die man bislang im Kader von Trainer Urs Fischer nicht hat finden können. Erfahrung, die auch enorm wichtig sein wird, wenn es tatsächlich zum knallharten Abstiegskampf kommen sollte. Das gilt nicht nur für seine kompromisslose Zweikampfführung.

„Für mich war klar, dass ich wieder in einer der besten Ligen spielen möchte, die möglich ist“, erzählte Subotic, nachdem die medizinische Untersuchung und den gut einstündigen Berliner Feierabendstau hinter sich gebracht hatte: „Nicht alle ersten Ligen in Europa sind auf dem gleichen Niveau wie in England, Deutschland oder Spanien.“

Bei St. Etienne wollte er vor allem „Spielpraxis sammeln, nachdem ich in Dortmund zum Schluss eine schwierige Zeit hatte. Aber jetzt ist es wieder Zeit für mich, in die Bundesliga zurückzukehren“, so Subotic.

Friedrich unterschreibt bis 2022 bei Union

Zum anderen schließt Union mit der Subotic-Verpflichtung eine entscheidende Lücke im Abwehrzentrum. Nach den Abgängen von Fabian Schönheim und Marc Torrejon, die wegen langwieriger Verletzungen in der Aufstiegssaison ohnehin kaum eine Rolle gespielt hatten, herrschte in der personell ohnehin schon nicht derart üppig ausgestatteten Innenverteidigung dringend Handlungsbedarf.

Mit Subotic stehen Trainer Fischer nun vier Spieler für diesen Bereich zur Verfügung, nachdem die Rückholaktion von Marvin Friedrich vom FC Augsburg am Freitag geglückt ist. Der 23-Jährige unterschrieb bei Union einen Vertrag bis 2022.

Angesichts von Sperren oder Verletzungen, die immer mal wieder im Laufe einer Spielzeit zu Ausfällen führen können, ist dies eine notwendige Minimalbesetzung.

Union bekommt eine neue Führungsfigur

Zugleich wird der Konkurrenzkampf auf ein neues, höheres Niveau geschoben. Da davon auszugehen ist, dass Subotic spielen wird und Zugang Keven Schlotterbeck trotz seiner Unerfahrenheit (erst neun Profieinsätze) einen guten Eindruck in den ersten Trainingstagen hinterlassen hat, ist vor allem das Aufstiegsduo Friedrich/Florian Hübner aufgefordert zu zeigen, dass Trainer Fischer auch in der Bundesliga nicht an ihnen vorbeikommt. Hübner muss übrigens schon seit Tagen wegen muskulärer Probleme kürzertreten.

Schließlich steht mit Subotic nun eine nicht weniger dringend benötigte Führungsfigur zur Verfügung. Eine, die die Mannschaft in schwierigen Phasen – und die wird es im Laufe der Premierensaison mit Sicherheit geben – auch wachzurütteln und mitzureißen weiß.

„Ich war selbst mal ein junger Spieler und weiß auch, dass ich ohne die gute Führung der älteren, erfahreneren Spieler nie dorthin gekommen wäre. Das wird ein wichtiger Teil meiner Aufgabe sein, Führung auf und neben dem Platz zu übernehmen“, erklärte Subotic.

So ist der Transfer vor allem einer, der im Vorfeld der Saison die Euphorie rund um die Alte Försterei köcheln lässt. Jetzt muss der Champions-League-Finalist von 2013 mit Borussia Dortmund nur noch die Erwartungen erfüllen.

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