Bundesliga

So kämpft Union um Aufstiegsheld Friedrich

Union pokert mit Augsburg um die Rückkehr von Friedrich. Doch auf den Innenverteidiger wartet dann ein pikanter Konkurrenzkampf.

Verteidiger Marvin Friedrich (r.), hier gegen den Dresdner Moussa Koné, will auch in der Bundesliga für Union spielen.

Verteidiger Marvin Friedrich (r.), hier gegen den Dresdner Moussa Koné, will auch in der Bundesliga für Union spielen.

Foto: Robert Michael / picture alliance/dpa

Berlin. Mit der Rückkehr aus dem Kurztrainingslager in Bad Saarow am Mittwochnachmittag endete beim 1. FC Union auch die erste Phase der Vorbereitung auf die Premierensaison in der Bundesliga. Am Sonnabend steigt in der Alten Försterei der offizielle Saisonauftakt samt Vorstellung des Kaders und dem ersten Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Bröndby IF (15.30 Uhr).

Bis dahin werden auch jene Profis zurückerwartet, die wegen der Einsätze in ihren Nationalteams länger Urlaub genießen durften. Neben Torwart Rafal Gikiewicz und Stürmer Sebastian Andersson fehlte bislang auch U21-EM-Teilnehmer Marcus Ingvartsen.

Einen weiteren Rückkehrer erhoffen sich die Köpenicker schon seit Tagen. Und die Anzeichen verdichten sich, dass Marvin Friedrich auch in der am 16./17. August mit dem Heimspiel gegen RB Leipzig beginnenden Spielzeit das Union-Trikot tragen wird.

Friedrich absolvierte alle Spiele in der Aufstiegssaison

Beim Trainingsstart der Schwaben am Montag fehlte der Innenverteidiger. Friedrich war freigestellt, zumal, sowohl die Augsburger als auch Friedrich selbst an einer Zusammenarbeit nicht interessiert sind. Friedrich hatte schon in den Stunden und Tagen nach dem erstmaligen Aufstieg der Berliner in die höchste deutsche Spielklasse zu verstehen gegeben, unbedingt bei Union bleiben zu wollen.

Ein nachvollziehbarer Wunsch angesichts der Tatsache, dass der 23-Jährige in seinem ersten vollen Profijahr als einziger Feldspieler im Kader von Trainer Urs Fischer alle 38 Pflichtspiele (34 in der Zweiten Liga, je zwei in der Relegation und im DFB-Pokal) auf dem Platz gestanden hatte.

Ganz zu schweigen davon, dass es sein Kopfball zum 2:2 im Relegations-Hinspiel beim VfB Stuttgart gewesen ist, der Union letztendlich in die Bundesliga gebracht hat.

Union pokert mit Augsburg um die Ablöse

„Wir haben gesagt dass er nicht da sein muss, wenn die Gespräche so weit fortgeschritten sind“, hatte Augsburgs Manager Stefan Reuter in der „Augsburger Allgemeinen“ wissen lassen. Wobei es nicht nur die Berliner sind, die auf Friedrichs Abwehrdienste bauen wollen.

Auch Liga-Konkurrent Fortuna Düsseldorf und Zweitligist Hamburger SV haben offenbar Interesse an dem 1,92-Meter-Mann. Dass Friedrich dort unterschreibt, ist jedoch schwer bis gar nicht vorstellbar. So liegt es an Union, die Ablöseforderung der Augsburger, am zweiten Spieltag zudem Gastgeber bei Unions ersten Auswärtsspiel in der Bundesliga, zu erfüllen.

Für eine Million Euro hatte der FCA Friedrich zurückgeholt, eine Option in dem im Januar 2018 geschlossenen Vertrag mit Union machte es möglich.. Drei Millionen Euro erhofft der Klub durch den Transfer zu Union zu erlösen. „Jetzt warten wir mal die nächsten Stunden und Tage ab. Wir sind in sehr guten Gesprächen“, sagte Reuter.

Friedrich kann neuer Rekordtransfer werden

In den Tagen von Bad Saarow sah man Unions Geschäftsführer Profifußball, Oliver Ruhnert, meist mit dem Handy am Ohr um den Trainingsplatz spazierend. Dass es dabei auch um die Modalitäten gegangen sein wird, dürfte kein Geheimnis sein.

Friedrich könnte – erfüllt Union die Forderung aus Augsburg – Zugang Anthony Ujah gleich wieder als Rekordtransfer ablösen. Zwei Millionen Euro sollen an Mainz 05 für den Stürmer geflossen sein. Insgesamt hat sich Union bislang für gut fünf Millionen Euro verstärkt.

Denkbar ist ein in der Profibranche gängiges Modell: Union bezahlt eine Sockelbetrag und stockt diese Summe auf, sollte Friedrich eine bestimmte Anzahl von Einsätzen erreichen oder Union den Klassenerhalt schaffen. Ursprünglich hatte Augsburg sogar vier Millionen Euro für Friedrichs Rückkehr nach Berlin verlangt, für Union soll jedoch die Zwei-Millionen-Euro-Marke bislang die Schmerzgrenze sein.

Union forciert die Konkurrenz in der Abwehr

Die Entwicklung, die Friedrich in der Aufstiegssaison genommen hat, ist dennoch bemerkenswert. Zusammen mit Florian Hübner bildete er das beste Innenverteidiger-Duo der Zweiten Liga. Friedrich profitierte dabei viel von Hübners Erfahrung.

Sollte der gebürtige Kasseler an die Alte Försterei zurückkehren, stünde ihm ein durchaus pikanter Konkurrenzkampf bevor.

Dank der Verpflichtung von Keven Schlotterbeck, der für ein Jahr vom SC Freiburg ausgeliehen wurde, hat Union nun einen echten Linksfuß in der Innenverteidigung, der über eine gute Schnelligkeit verfügt und dem ein ordentliches Aufbauspiel nachgesagt wird.

Bislang hatte Hübner den Platz links im Abwehrzentrum ausgefüllt, Friedrich den Platz rechts. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass das Erfolgsduo aus der Vorsaison in einen Konkurrenzkampf um den Platz neben Schlotterbeck treten wird.

Friedrich soll in Österreich dabei sein

Doch dafür muss Friedrich erst einmal zurück in den Kader von Urs Fischer. Bis zum Start des Trainingslagers in Oberösterreich – Union gastiert vom 8. bis 18. Juli in Windischgarsten – soll die Personalie abgeschlossen sein, hofft man bei Union.

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