Bundesliga

Union will unberechenbarer werden

Aufsteiger Union profitiert vom Fitnesszustand seiner Profis und kann sich zeitiger dem widmen, was in der Bundesliga wichtiger wird.

Die Unioner Marcel Hartel, Felix Kroos und Julius Kade (v.l.) beim Trainingsspiel.

Die Unioner Marcel Hartel, Felix Kroos und Julius Kade (v.l.) beim Trainingsspiel.

Foto: nordphoto / Englervia www.imago-images.de / imago images / Nordphoto

Berlin. Sich bei diesen hochsommerlichen Temperaturen von knapp 40 Grad auf die Bundesliga vorzubereiten, ist an sich schon eine echte Herausforderung. Vor allem dann, wenn – wie in den ersten Tagen der Vorbereitung oft üblich – das Bolzen von Kondition auf dem Programm steht.

Auch beim 1. FC Union diente das erste Trainingslager in Bad Saarow meist dazu, sich die Fitness für den 34 Spieltage dauernden Marathon anzueignen. Doch kaum sind die Köpenicker in die Bundesliga aufgestiegen, schon wird auch das Trainingsprogramm angepasst.

Das hat zum einen damit zu tun, dass die Profis des Aufsteigers die 31 Tage Pause, die zwischen dem Feiermarathon nach der erfolgreichen Relegation gegen den VfB Stuttgart und dem Trainingsauftakt lagen, nicht nur zur Erholung genutzt haben. „Wir machen einen fitten Eindruck, dann kann der Trainer auch mehr mit dem Ball trainieren lassen“, erklärte Kapitän Christopher Trimmel: „Das ist auch für uns schöner.“ Und von den Spielern hochprofessionell.

Union-Kapitän Trimmel lobt Fitnessstand

Angesichts der bislang acht Zugänge und des vor allem in der Offensive riesigen Konkurrenzkampfes will sich jeder Profi von der ersten Einheit an ins Bewusstsein des Trainers drängen, um beim Start gegen RB Leipzig (17./18. August) in der Startelf zu stehen.

Und nicht zuletzt waren es die Kraftreserven, die Union durch die vergangene Zweitliga-Saison bis in die Bundesliga gebracht haben. „Speziell im Fitnessbereich werden wir nicht viel anders machen“, ist sich Trimmel sicher, „ich glaube schon, dass wir da gut aufgestellt sind.“

Gleichwohl musste der Österreicher zugeben, dass die ersten Tage, an denen er sein individuelles Ferien-Trainingsprogramm abgearbeitet hat, nicht wirklich einfach gewesen sind. „Nach den Feierlichkeiten haben wir ein wenig gebraucht, um diesen Zustand wieder hinzukriegen. Die ersten Läufe waren schon anstrengender als sonst. Aber es gibt nichts schlimmeres, als nicht fit aus dem Urlaub zu kommen. Ich hatte das einmal und habe mich jeden Tag in der Vorbereitung schlecht gefühlt.“

„Müssen uns mit dem Ball weiterentwickeln“

Somit können sich die Berliner früher als sonst jenem Bereich widmen, der im Oberhaus des deutschen Fußballs wichtiger werden wird. „Natürlich müssen wir uns mit dem Ball weiterentwickeln. Jeder weiß, dass wir in diesem Bereich noch Spielraum haben, um uns zu verbessern“, sagte Trimmel und ist sich sicher: „Wenn wir so selbstkritisch bleiben, gehe ich davon aus, dass wir einen sehr guten Schritt machen werden.“

Am Sonntagnachmittag machte sich der Union-Tross auf ins erste Trainingslager nach Bad Saarow, wo am späten Nachmittag noch ein Waldlauf mit anschließenden Übungen in Sachen Mobilität absolviert wurde. Am Montag und Dienstag warten jeweils zwei Einheiten (10 und 16.30 Uhr) auf die Unioner, am Mittwoch geht es noch einmal um 10 Uhr auf den Trainingsplatz Reichenwalde, ehe der Erstligist am Nachmittag wieder nach Berlin zurückkehrt.

Klar ginge es auch bis Mittwoch um physische Komponenten, „aber die Grundlage ist da“, ist Fischer mit dem körperlichen Zustand seiner Spieler zufrieden: „Das heißt auch, du hast mehr Zeit, um taktische Dinge einzuüben und Spielformen zu trainieren.“

Unions Trainerteam als Konstante

Auch dass das Trainerteam anders als vor einem Jahr nicht verändert wurde und die Mannschaft eine gewisse Philosophie – jene, von Spiel zu Spiel zu denken – verinnerlicht habe, vereinfache die Vorbereitung.

Union scheint bereit, unter Fischer den nächsten Schritt in der Entwicklung zu gehen. Oder wie es der Trainer selbst formulierte: „Ein bisschen unberechenbarer für den Gegner zu werden, ist auch nicht so dumm. Aber du darfst natürlich nicht für dich selbst unberechenbar werden.“

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