Zweite Liga

Union-Stürmer Polter: „Wir müssen mutig bleiben“

Unions Sebastian Polter rettete das Remis gegen Regensburg. Warum der Stürmer im Endspurt zur entscheidenden Figur werden kann.

Union-Stürmer Sebastian Polter rettete das Remis gegen Regensburg

Union-Stürmer Sebastian Polter rettete das Remis gegen Regensburg

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Mit seinem Kopfball-Treffer, der dem 1. FC Union das 2:2 gegen Jahn Regensburg gesichert hat, war Sebastian Polter einmal mehr umjubelter Spieler beim Berliner Fußball-Zweitligisten. Wuchtig, mit Durchsetzungsvermögen, so wie man den Stürmer in der Alten Försterei seit jeher kennt.

Dass er sich angesichts des vierten Spiels in Folge ohne Sieg erneut nur bedingt über sein siebtes Saisontor freuen konnte, ist nachvollziehbar. „Wieder ein Tor für die Statistik, ich hätte wieder lieber gewonnen“, so der Angreifer, der schon vor zwei Wochen beim 1:3 gegen den SC Paderborn nur Ergebniskosmetik betreiben konnte.

Doch der 28-Jährige verkörperte am Freitagabend nach seiner Einwechslung in der 72. Minute jenen Kampfgeist, mit dem es dem Berliner Fußball-Zweitligisten in den verbleibenden fünf Saisonspielen doch noch gelingen kann, den Aufstiegstraum zu verwirklichen.

Union nur noch einen Punkt vor Paderborn

„Wenn ich reinkomme, ist es mein Job, der Mannschaft zu helfen, auch mit meiner Präsenz. Das habe ich versucht zu tun“, erklärte Polter. Präsenz – vielleicht ist sie in den Tagen des Endspurts um den Aufstieg in die Bundesliga wichtiger denn je, weil die fußballerischen Qualitäten doch ein wenig in den Hintergrund rücken und die Nerven eine immer größere Rolle spielen.

Und Polter hat diese Präsenz, diese Aura des Positiven, die die Mitspieler mitreißen kann und den Gegner verunsichern. Schon vor zwei Jahren, als Union die große Aufstiegschance verspielte, weil man in der Rückrunde bei allen drei Mitkonkurrenten verlor, ließ der 28-Jährige kaum einen Moment aus, um Glauben an den Aufstieg immer wieder zu stärken, so lange es noch möglich ist.

Man mag es Zufall nennen, dass es ausgerechnet Polter gewesen ist, der nun den Punktgewinn gegen Regensburg ermöglichte. Einer, der Relegationsplatz drei absicherte, denn so konnte der SC Paderborn mit seinem 4:0 (2:0) gegen den MSV Duisburg nur auf einen einen Zähler an Union heranrücken, statt die Köpenicker zu überholen. Doch schon gegen Paderborn war Polter zur Stelle, als es keinem seiner Teamkollegen gelang, den Ball ins Tor zu befördern.

Union-Trainer Fischer lobt Polter

Die Botschaft an die Konkurrenz ist klar: Wenn nichts mehr geht – Polter ist zur Stelle. So kann der gebürtige Wilhelmshavener für Union zur entscheidenden Figur im Aufstiegsrennen werden. Und damit für die gesamte Saison.

„Sebastian ist auf einem sehr guten Weg. Er macht täglich Fortschritte und war schon dynamischer als im letzten Spiel“, frohlockte Trainer Urs Fischer. Wenn man es nicht besser wüsste, so schwang seinen Worten auch ein wenig Hoffnung mit, als er hinzufügte: „Ich glaube schon, dass er bald wieder ein Thema für die Startformation ist.“

Startelf? Polter fühlt sich bereit

Natürlich weiß der Schweizer um die Wirkung des Torjägers nicht nur auf seine Mannschaft, sondern auch auf das Umfeld des Vereins. „Er hat ein gewisses Standing, aber er ist vor allem wichtig, weil er Tore schießt. Und wir haben mit ihm einen zusätzlichen Stürmer neben Sebastian Andersson, der Gefahr ausstrahlen kann“, erklärte Fischer: „Und er hat Präsenz im Strafraum.“ Da ist sie wieder, die Präsenz.

Polter selbst sieht sich bereit. „Ich bin jetzt drei Wochen im Training, fühle mich fit und spüre schon seit dem ersten tag nichts mehr“, erzählte der Angreifer, angesprochen auf Nachwirkungen seiner Mittelfußverletzung. „Und ich hoffe natürlich, dass der Trainer mir noch mal mehr Spielzeit gibt. Ich werde jetzt wieder eine Woche hart trainieren, dann schauen wir, was der Trainer in Fürth vorhat. Mehr als mich anbieten kann ich nicht. Aber klar würde ich auch gern mal wieder von Beginn an spielen, dafür bin ich Fußballer.“

Polters Bilanz gegen Regensburg: drei Schüsse, ein Tor

Es ist zu spüren, wie er vorangehen, seine Teamkollegen anstecken will mit seiner positiven Art. Kein Wunder, dass Polter nun forderte: „Wir müssen uns für die letzten Wochen Mut aneignen.“ Dazu gehöre auch der Mut, „Fehler zu machen, zu analysieren und zu minimieren. Auch mehr in Eins-gegen-eins-Situationen zu gehen und Torchancen zu kreieren. Auch mal einen Torabschluss zu wagen, wenn du mal nicht in der besten Abschlussposition bist. Wir haben nicht zu verlieren, aber viel zu gewinnen.“

Polter selbst zeigte gegen Regensburg, wie es gehen kann. Für sein Tor benötigte er nur zwölf Ballaktionen und drei Schüsse.

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