Zweitliga-Endspurt

Union, HSV und Köln im Aufstiegscheck

Union startet gegen Paderborn in den Aufstiegs-Endspurt mit dem 1. FC Köln und dem HSV – und nicht mit den schlechtesten Karten.

Union präsentiert sich in dieser Saison als geschlossene Gemeinschaft

Union präsentiert sich in dieser Saison als geschlossene Gemeinschaft

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Acht Spieltage, drei Teams, ein Ziel – das Aufstiegsrennen in der Zweiten Liga geht in die entscheidende Phase. Mit dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV kämpfen die beiden Bundesliga-Absteiger um die sofortige Rückkehr, dazu kommt der 1. FC Union, der mit einem Sieg am Sonnabend gegen den SC Paderborn (13 Uhr, Alte Försterei) die Favoriten weiter unter Druck setzen will. Und die Berliner haben nicht die schlechtesten Karten, wie der Aufstiegscheck verrät.

1. FC Köln (51 Punkte, 64:31 Tore)

Die Kölner haben sicher die besten Karten, zumindest auf den ersten Blick. Mit 16 Saisonsiegen hat sich die Mannschaft als bislang stärkste erwiesen, zudem verfügen die Kölner mit Ex-Unioner Simon Terodde über den Top-Torjäger der Liga. Zuletzt schraubte er gegen Bielefeld (5:1) sein Konto auf 26 Treffer, seine Mandelentzündung, die ihn in der Länderspielpause außer Gefecht gesetzt hatte, ist auskuriert.

Dennoch birgt der Endspurt Risiken. Durch den witterungsbedingten Ausfall der Partie in Duisburg vor zwei Wochen muss Köln am 10. April auch unter der Woche ran. Gerade in der Saisonphase, in der es mit den Kräften am meisten zu haushalten gilt, kann ein zusätzliches Spiel belasten. Dass der Spitzenreiter sogar drei Wochen kein Pflichtspiel bestreiten konnte, kann dem Spielrhythmus nicht förderlich sein.

Hinzu kommt die Unruhe im Verein. Präsident Werner Spinner ist zurückgetreten, nachdem er offenbar eine Trennung von Trainer Markus Anfang und Sportdirektor Armin Veh angeregt hatte. Veh hatte zuvor von Vertrauensverlust gesprochen.

Fazit: Nur Siege und der Aufstieg können für Ruhe sorgen, das erhöht den Druck. Für den direkten Aufstieg sollte es dennoch reichen.

Hamburger SV (50 Punkte, 38:29 Tore)

Was für die Kölner gilt, gilt für den HSV erst recht: Der Aufstieg ist absolute Pflicht. Dies zeigt allein schon ein Blick auf die Finanzen. Um eine Fan-Anleihe aus dem Jahr 2012 zurückzahlen zu können, war eine zweite Fan-Anleihe nötig. Diese habe am Donnerstag laut Klubangaben das Gesamtvolumen von 17.5 Millionen Euro erreicht. Die Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 85,4 Millionen Euro bleiben dennoch das Problem der Hanseaten.

Und sportlich hat das 2:3 gegen Darmstadt (nach 2:0-Führung) vor zwei Wochen erst wieder gezeigt, wie fragil die Mannschaft um Stürmer Pierre-Michel Lasogga wirklich ist. Dass Mäzen Klaus-Michael Kühne dem HSV die Qualität für die direkte Bundesliga-Rückkehr abspricht, tut ihr Übriges für die angeknackste Psyche. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, einer der beiden ersten Plätze erreicht wird“, ließ der 81-Jährige wissen: „Ich glaube an den dritten Platz. Der HSV ist Spezialist in Relegationsspielen. Ich hoffe, dass sie sich da durchsetzen.“

Fazit: Dass der HSV als einziger des Trios auch noch im DFB-Pokal unterwegs ist (am Dienstag in Paderborn), kann zusätzlich belastend wirken. Rang zwei ist in Gefahr.

1. FC Union (47 Punkte, 42:23 Tore)

Von all den Nebenkriegsschauplätzen, wie sie in Köln und Hamburg zu finden sind, ist Union weit entfernt. Von der Klubführung bis hin zum Platzwart arbeiten alle nur auf das Ziel hin, endlich den Sprung ins Oberhaus zu schaffen.

Auch Markus Krösche, Geschäftsführer Sport des SC Paderborn, sieht die Köpenicker nächste Saison in der Bundesliga: „Der 1. FC Köln und Union Berlin steigen direkt auf. Union erreicht dieses Ziel, weil die Mannschaft sehr stabil ist und über sehr hohe individuelle Qualität verfügt.“

Qualität, die die Mannschaft von Trainer Urs Fischer nach zwei nicht wirklich überzeugenden Heimspielen gegen Arminia Bielefeld (1:1) und den FC Ingolstadt (2:0) nun wieder zeigen will. „Wir müssen den Zugriff auf das Spiel und auf die Zweikämpfe bekommen“, fordert Fischer von seinen Profis. Themen, die in der Länderspielpause „sicher auch ein Thema gewesen sind“, so der Schweizer.

Fazit: Behält Union die Nerven und die beste Defensive der Liga (23 Gegentore) ihre Stabilität, ist der direkte Aufstieg möglich. In jedem Fall sollten sich die Fans die Relegationstermine (23. und 27. Mai) schon einmal vormerken.