Fussball

Union setzt auf Berlin und viel Erfahrung

Der Zweitligist startet mit neuem Trainer und neuem Team in die Vorbereitung für die Saison 2018/19.

Der Schweizer Trainer  Urs Fischer (52) soll Union wieder zurück in die Erfolgsspur führen. Und im besten Fall in die Bundesliga

Der Schweizer Trainer Urs Fischer (52) soll Union wieder zurück in die Erfolgsspur führen. Und im besten Fall in die Bundesliga

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  Gut fünf Wochen durften die Profis des 1. FC Union ihren Sommerurlaub genießen. Ab heute ist die Zeit des Müßiggangs vorbei. Der Berliner Fußball-Zweitligist startet in die Vorbereitung auf die Saison 2018/19 mit einem Trainer und einer nahezu runderneuerten Mannschaft. Los geht es um 10 Uhr mit der ersten Übungseinheit in Köpenick, am Nachmittag geht es gleich ins Kurztrainingslager nach Bad Saarow, wo vor allem Konditionsarbeit auf dem Plan steht. Am Sonntag (14 Uhr, Alte Försterei) wartet mit Carl Zeiss Jena schon der erste Testspielgegner.

Es ist der dritte Neustart der Köpenicker in vier Jahren, nachdem der erste Umbruch von Trainer Uwe Neuhaus zu Norbert Düwel 2014 im Liga-Mittelfeld stecken blieb und die 2016 begonnene Ära Jens Keller mit der abrupten Trennung vergangenen Dezember von Seiten des Klubs beendet worden war.

Nun soll es also Urs Fischer richten. Doch auf den Schweizer Coach mit Europacup-Erfahrung an der Seitenlinie und seinen neuen Co-Trainer Markus Hoffmann (beide arbeiteten schon beim FC Basel zusammen) wartet viel Arbeit, ehe es am 3. August erstmals um Punkte geht. Mit Steven Skrzybski (Schalke 04), Kristian Pedersen (Birmingham City), Torwart Daniel Mesenhöler (MSV Duisburg), Stephan Fürstner (Braunschweig), Dennis Daube (KFC Uerdingen) und Toni Leistner haben gleich sechs Spieler den Verein verlassen.

Stürmer Mees ist bereitsder sechste Zugang

Dafür präsentierte Union mit Joshua Mees am Dienstag bereits den sechsten Zugang. Der Stürmer war zuletzt von der zweiten Mannschaft des Bundesligisten TSG Hoffenheim an Zweitliga-Konkurrent Jahn Regensburg ausgeliehen, bei Union unterschrieb der 22-Jährige nun einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021. Oliver Ruhnert ist überzeugt, „dass er uns offensiv stärker macht“. Unions Geschäftsführer Profifußball sieht in Mees einen Profi, „den wir weiterentwickeln möchten. Wir sind davon überzeugt, dass er seinen Weg bei uns erfolgreich fortsetzen wird“.

Ansonsten lässt sich die Transferstrategie mit zwei Worten umschreiben. Union setzt in der kommenden Spielzeit auf Berlin und viel Erfahrung. Neu-Unioner Manuel Schmiedebach ging 2008 von der U23 von Hertha BSC nach Hannover, wo er Bundesliga-Ab- und Aufstieg sowie Europa-League-Spiele erlebte. Auch Ken Reichel war vor seiner Zeit bei Union beim SV Tasmania aktiv, ehe es ihn über den Hamburger SV II zur Braunschweiger Eintracht zog. Die Rückkehrer Christopher Lenz (war an Kiel ausgeliehen) und Eroll Zejnullahu (Sandhausen) verstärken den Berlin-Aspekt bei Union. In Sachen Erfahrung können neben Reichel (31) und Schmiedebach (29) auch die Zugänge Florian Hübner (27/Hannover), Torwart Rafal Gikiewicz (30/Freiburg) sowie Sebastian Andersson (26/Kaiserslautern) mithalten. Die Richtung, die Geschäftsführer Ruhnert vorgegeben hat, ist klar: Union soll vor allem defensiv wieder besser stehen. In der vergangenen Saison kassierten die Köpenicker 46 Gegentore – zu viel, um ganz oben anklopfen zu können.

Von einem Saisonziel sieht man an der Alten Försterei (noch) ab. Mehr als das obligatorische „wir wollen erfolgreicher spielen und besser abschneiden“ (Ruhnert) gab es nicht. Wohl auch, weil mit den Absteigern Hamburger SV und 1. FC Köln absolute Schwergewichte das Rennen um die beiden Aufstiegsplätze unter sich auszumachen scheinen.

Ein Mithalten mit den gefühlten Erstligisten ist nicht Unions oberstes Ziel. „Unser Problem wird nicht sein, gegen Hamburg oder Köln zu verlieren, sondern in Sandhausen oder Heidenheim zu gewinnen“, sagte Klubchef Dirk Zingler. Man ist vorsichtig geworden, nachdem vorige Saison der Aufstieg als Ziel ausgegeben – und ernüchternd klar verfehlt wurde. So ist es auch vorrangige Aufgabe von Trainer Fischer, aus erfahrenen Akteuren eine Einheit zu bilden.

Nach einem weiteren Test beim Chemnitzer FC (4. Juli) geht es ins Trainingslager nach Klosterpforte/Nordrhein-Westfalen (8.-18. Juli), ein Duell gegen Englands Zweitligisten Norwich City (17. Juli) inklusive. Danach warten Härtetests gegen Frankreichs Erstligist Girondins Bordeaux (21. Juli) und den englischen Zweitligaklub Queens Park Rangers (28. Juli).

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