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Endspielstimmung in Köpenick

Eine Niederlage gegen Heidenheim würde den Ist-Zustand vier Spieltage vor dem Ende der Saison wieder unbequemer gestalten.

Unions Trainer André Hofschneider richtet den Fokus auf das Spiel gegen Heidenheim – das erste von vier möglichen Endspielen

Unions Trainer André Hofschneider richtet den Fokus auf das Spiel gegen Heidenheim – das erste von vier möglichen Endspielen

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin.  Es war dieser eine Name, der vor dem Heimspiel des 1. FC Union gegen den 1. FC Heidenheim immer wieder fiel: Marc Schnatterer - Heidenheims Kapitän und Dauerbrenner. Der 32-Jährige hat seit dem Aufstieg 2014 keines der 132 Zweitligaspiele des 1. FC verpasst und dabei 36 Tore erzielt. Kein Wunder also, dass der Offensivmann vor dem Gastspiel seines Klubs an der Alten Försterei am Sonnabend (13 Uhr, Sky) ein viel diskutiertes Thema war.

„Marc ist ein Unterschiedsspieler in der Zweiten Liga, über Jahre hinweg“, sagte Unions Trainer André Hofschneider, „trotzdem ist Heidenheim der Gegner. Nicht Schnatterer.“ Und eigentlich will Unions Trainer sowieso nicht allzu viel auf den Kontrahenten schauen. „Wir müssen gucken, dass wir unsere Punkte holen“, sagte er. Denn in Köpenick herrscht Endspielstimmung. Nach dem Sieg bei St. Pauli (1:0) am vergangenen Wochenende können sich die Berliner mit drei Punkten gegen Heidenheim aus dem Abstiegskampf verabschieden. Es ist das letzte Ziel, das Union nach dieser durchaus verkorksten Saison noch zu erreichen hat.

Keine gute Bilanz gegen Heidenheim

Doch gegen Heidenheim lief es zuletzt nicht immer rund. Die Punkte der vergangenen drei Partien holten sich die Baden-Württemberger. An das 3:4 aus der Hinrunde erinnert man sich in Köpenick wohl gar nicht gern. War die Niederlage doch der Anfang vom Ende aller Aufstiegshoffnungen. Was folgte, waren erfolglose Wochen, an deren Ende nun also der Kampf gegen den Abstieg steht.

Um in diesem zu bestehen, haben sich Spieler und Trainer seit zwei Wochen abgeschottet. Kaum öffentliche Trainingseinheiten, keine Interviews – volle Konzentration auf sich selbst. Die Lage in Köpenick ist ernst. Das zeigt auch die Tabelle. Dass die Situation dort absurd, ja irgendwie sogar verrückt ist, ist schon seit Wochen bekannt. Doch noch immer beträgt der Abstand zwischen Rang vier (44 Punkte) und dem Relegationsplatz Richtung Liga drei (37) nur sieben Punkte. Und noch immer sind 13 Team akut abstiegsbedroht.

Die Mannschaft hat wieder mehr Selbstvertrauen

Als Tabellenneunter mit 40 Zählern liegt Union da im halbwegs gemütlichen Mittelfeld. Eine Niederlage gegen Heidenheim würde den Ist-Zustand vier Spieltage vor dem Ende der Saison wieder unbequemer gestalten. Deshalb ist klar: Ein Sieg ist Pflicht.

Nach dem Erfolgserlebnis in Unterzahl gegen St. Pauli habe die Mannschaft nun etwas mehr Selbstvertrauen, sagte Trainer Hofschneider, der nur den gelb-rot-gesperrten Marvin Friedrich ersetzen und weiterhin auf Grischa Prömel verzichten muss. Ansonsten stehe ihm ein guter Kader zur Verfügung – vielleicht sogar mit Rückkehrer Michael Parensen, der wieder mit der Mannschaft trainiert. „Es liegt zum größten Teil an uns“, erklärte Hofscheider. Auch deshalb hatte das Team das Schweigegelübde, das es sich vor der Partie in Hamburg auferlegt hatte, verlängert. Man wolle den Fokus aufrechterhalten, hatte Stephan Fürstner erklärt.

Denn der Fokus liegt ganz klar auf dem Klassenerhalt. Am Donnerstag erhielt Union von der Deutschen Fußball Liga die Lizenz für die kommende Zweitliga-Saison. Die Spielberechtigungen wurden ohne Bedingungen und ohne vereinsspezifische Auflagen erteilt, hieß es in einer Mitteilung des Vereins.

Es ist also alles angerichtet für den Verbleib in Liga zwei. Fehlt nur noch der entscheidende Befreiungsschlag. Gelingt Union dieser nicht gegen Heidenheim, wartet ein weiteres Endspiel. Und noch eins. Und noch eins. Und am Ende aller Endspiele wartet Dynamo Dresden – mit Unions Ex-Trainer Uwe Neuhaus. Das hätte dann seine ganz eigene Geschichte.

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