2. Bundesliga

Polter hält Unions Hoffnung am Leben

Ein später Elfmetertreffer des Torjägers zum 2:2 wendet die drohende Pleite für Union noch ab. Der erste Punkt unter Hofschneider.

Union gleicht Kiels Führung spät zum 2:2 aus

Union gleicht Kiels Führung spät zum 2:2 aus

Foto: Axel Heimken / dpa

Kiel Mit einem Sieg bei Holstein Kiel wollte der 1. FC Union in der Zweiten Liga wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, um doch noch einmal in den Kampf um die Aufstiegsplätze eingreifen zu können. Das Vorhaben gelang nur teilweise, Union holte vor 11.503 Zuschauern beim neuen Spitzenreiter zwar einen 0:2-Rückstand auf, kam aber nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus.

Union-Kapitän Felix Kroos war nur halb zufrieden: „Nach einem 0:2 zurückzukommen, spricht für uns. Ich wäre aber lieber in Führung ­gegangen.“ Wie erwartet versuchte Union, mit einem ­4-4-2 mit Raute zurück in die Erfolgsspur zu kommen. Mit Grischa Prömel im defensiven Mittelfeld und dem Sturmduo Sebastian Polter und Steven Skrzybski. Doch nicht nur den mitgereisten gut 2000 Union-Fans (darunter wieder jene Unverbesserliche, die beim Einlaufen Bengalos und Lichttöpfe zündeten), sondern auch Union-Präsident Dirk Zingler und Aufsichtsratschef Thomas Koch musste Angst und Bange werden beim dem Auftritt, den die Köpenicker über weite Strecken ablieferten.

Union präsentierte sich als Mannschaft, die nach der Systemumstellung vor allem mit sich selbst zu tun hatte. Ganz anders die Kieler, die da weitermachten, wo sie in der Hinrunde aufgehört hatten. Motto: Wir sind zurück und haben Spaß in Liga zwei, trotz strömenden Regens. Neun Minuten waren vorbei, als Marvin Ducksch mit einem langen Ball aus auf die Reise geschickt wurde, den Ball quer in den Strafraum auf den Tom Weilandt legte – 0:1. Prömel hatte den Torschützen zuvor ziehen lassen. Zehn Minuten später kam erneut Prömel im letzten Moment zu spät. Dass sich die Union-Defensive nach einer Ecke von Steven Lewerenz zunächst von Niklas Hoheneder düpieren ließ, ehe Dominick Drexler zum 0:2 vollendete, verdeutlichte den Unterschied der beiden Teams bis zu diesem Zeitpunkt. Erst danach fanden die Berliner besser ins Spiel. Die Folge war der Anschlusstreffer durch Steven Skrzybski, der eine Vorlage von Christopher Trimmel nutzte (32.).

Dass Union nach der Pause im Spiel blieb, war Torwart Daniel Mesenhöler zu verdanken. Union neue Nummer eins stand bei einem Schuss von Ducksch goldrichtig (55.), drei Minuten später sorgte er mit einer Glanzparade dafür, dass ein Kingsley-Schuss Schindler am Pfosten landete statt im Tor. Kiel drängte in dieser Phase auf den dritten Treffer. Auf der anderen Seite rackerte Polter wie so oft, Torchancen sprangen für den Angreifer jedoch nicht heraus, zu schnell schenkte Union die erkämpften Bälle wieder her.

Von der Vorgabe von Trainer Hofschneider („Wir wollen schon selber bestimmen, was auf dem Platz vorgeht“), war erst in den letzten Viertelstunde etwas zu sehen. Christopher Trimmel versuchte es mit einem Gewaltschuss (74.), ebenso Skrzybski (77.). Erst ein von Polter verwandelter Elfmeter – David Kinsombi hatte Simon Hedlund gefoult und sah dafür Rot – rettete den Berliner immerhin ein 2:2 (85.), nach zwei Nieder­lagen in Folge der erste Punkt unter Trainer Hofschneider. Der Rückstand auf die Aufstiegsränge beträgt nach 19 Runden weiter sieben Punkte.

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