Jakob Busk zählt nicht zu den Fußballprofis, die zu wenig Selbstbewusstsein haben. Der Däne im Tor des 1. FC Union sieht die Köpenicker selbst als größten Gegner in dieser Saison auf dem Weg in die Bundesliga. „Wir sind die beste Mannschaft“, hatte Busk gesagt, „wenn wir konzentriert bleiben.“
Der 24-Jährige war am Sonntag in Regensburg ebenso wie seine Teamkollegen über weite Strecken hellwach. In einer Szene jedoch, der im Endeffekt entscheidenden, noch ein wenig wacher. Beim Strafstoß des Regensburgers Andreas Geipl tauchte Busk in die richtige Ecke, beim Nachschuss von Marco Grüttner war er schon wieder auf den Beinen – und im Gegenzug fiel die Union-Führung durch Sebastian Polter. Der Weg zum 2:0 (1:0) bei Jahn Regensburg, zum dritten Sieg in Folge, der den Fußball-Zweitligisten auf Relegationsrang drei katapultierte, war frei.
Von einem Torwart, der seine Mannschaft derart auf den Favoritenschild hebt, von dem darf auch erwartet werden, dass er seinem Team Spiele gewinnt. Busk tat dies am Sonntag. Das wusste natürlich auch Jens Keller: „Wir müssen uns bei Jakob Busk bedanken. Der gehaltene Elfmeter war ganz wichtig“, sagte der Union-Trainer zur Szene in der 20. Minute. Bis dahin „haben wir zu viel zugelassen und waren in der Defensive zu weit von den Männern weg“, sah Keller nur bedingt ein gutes Spiel seiner Mannschaft.
Zugang Gogia erzielt seinen ersten Treffer für Union
Regensburg agierte mutig, hatte auch vor der Elfmeterszene die bis dahin beste Chance des Spiels. Nach einem Ballverlust von Felix Kroos im Mittelfeld schickte Geipl Stürmer Sargis Adamyan steil, dessen Schuss Busk parierte. Innenverteidiger Fabian Schönheim klärte den Ball schließlich zur Ecke (18.), in deren Folge sich das Foul von Unions Kristian Pedersen an Grüttner, Busks Doppelparade beim Elfmeter und der Konter zur Union-Führung entwickelte: Marcel Hartel hatte den Ball rechts raus auf Simon Hedlund gespielt. Die Hereingabe des Schweden erreichte Polter am Fünfmeterraum – das sechste Saisontor des Stürmers nach exakt 20 Minuten war nur noch Formsache.
Elf Minuten nach der Pause – Busk hatte gerade einen Adamyan-Schuss pariert (54.) – zeigten sich die Köpenicker ähnlich abgezockt wie beim 1:0. Christopher Trimmel hatte Joshua Mees an der Strafraumgrenze von den Beinen geholt, dabei aber auch gerade noch den Ball gespielt.
Statt Elfmeter, wie von den Regensburgern gefordert, gab es einen Union-Konter über Hartel, der Polter bediente. Der Torjäger scheiterte völlig frei an Jahn-Torwart Philipp Pentke, dafür war Akaki Gogia zur Stelle. Der Offensivmann, der den Vorzug vor Steven Skrzybski erhalten hatte, erhöhte mit seinem ersten Saisontor auf 2:0 (57.).
Kiel festigt Rang zwei nach Tor-Spektakel
Es war die Entscheidung, weil Regensburg vor 9791 Zuschauern (darunter rund 1500 Union-Fans) trotz großen Aufwands nur den Pfosten traf (Mees/ 66.), und weil Union die „Umschaltsituationen nicht gut zu Ende gespielt“ hat, wie Keller monierte.
Der Auftakt für einen goldenen Oktober ist vollbracht, auch wenn Kiel dank des 5:3-Spektakels in Heidenheim – noch dazu über eine Halbzeit lang in Unterzahl – Rang zwei hinter Fortuna Düsseldorf festigte.
Apropos Düsseldorf: Schon vor dem Erfolg in Regensburg machte Busk deutlich, dass die Fortuna (am Sonnabend 2:0 in Bielefeld) nicht eine jener Mannschaften sein würde, die bis Saisonende zu den schärfsten Konkurrenten der Berliner zählen. Die sieben Punkte, die zwischen dem Spitzenreiter und Union liegen, sprechen noch eine andere Sprache.


