Fussball

1. FC Union verliert gegen spanischen Drittligisten

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Michael Färber
Sascha Lewandowski konnte mit seiner Mannschhaft nicht zufrieden sein

Sascha Lewandowski konnte mit seiner Mannschhaft nicht zufrieden sein

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Im ersten Spiel während des Trainingslagers unterlagen die „Eisernen“ FC Villareal B. Dem Trainer hat vor allem eines nicht gefallen.

Oliva Nova. Sascha Lewandowski wirkte alles andere als zufrieden, als er sich auf sein Fahrrad setzte und den Fußballplatz in Oliva Nova hinter sich ließ, die Mappe mit seinen Aufzeichnungen unter den linken Arm geklemmt. „Wenn man verliert, ist man nie zufrieden“, sagte der Trainer des 1. FC Union.

Soeben hatte seine Mannschaft das erste Testspiel im Rahmen des Trainingslagers an der spanischen Costa del Azahar verloren. 0:1 (0:0) hieß es gegen Spaniens Drittliga-Spitzenreiter FC Villarreal B, das Tor erzielte Jose Peris in der 69. Minute. „Fußball ist nie unabhängig vom Ergebnis“, gab Lewandowski später in der Hotellobby zu verstehen: „Aber man sollte es sicherlich nicht zu hoch hängen.“

Der Auftritt am vierten Tag an der Mittelmeerküste machte jedoch eines deutlich: Es gibt noch viel zu tun, will Union am 5. Februar in Kaiserslautern die Rückrunde, die mit zwei Siegen begonnen hat, erfolgreich fortsetzen. „Für mich ist wichtig, gerade in solchen Testspielen eine Weiterentwicklung zu erkennen“, sagte Lewandowski. Dies sei jedoch nur teilweise gelungen.

Es fehlen Tempo und Konsequenz

„Einige Dinge funktionieren schon gut in Ansätzen, aber es fehlt die Konsequenz, sie über Dauer auf einem hohen Niveau abzurufen“, so der Coach. Vor allem das Spieltempo des Berliner Zweitligisten habe ihm nicht gefallen. Das wurde schon kurz nach Anpfiff deutlich.

Die Köpenicker hatten lange mit der besseren Spielanlage der Spanier Schwierigkeiten. „Viel schneller die Räume besetzen“, rief er schon nach knapp einer Viertelstunde, kurze Zeit später legte er noch ein „schneller spielen“ nach.

Lewandowski ließ erneut mit einer der Dreierkette in der Abwehr agieren, zunächst mit Zugang Emanuel Pogatetz, Roberto Puncec (rechts) und Fabian Schönheim (links) besetzt, nach dem Wechsel mit Schönheim im Zentrum, flankiert von Toni Leistner (rechts) und Michael Parensen (links).

„Wenn man die zweite Halbzeit nimmt, da gab es Phasen, in denen wir defensiv richtig Probleme hatten. Wir sind noch lange nicht da, wo ich irgendwann einmal hin möchte.“

Testtorwart Busk bleibt bis zum Ende im Trainingslager

Dass Union sich nach der Pause die besseren Chancen erspielte – geschenkt. Raffael Kortes Pfostenschuss (49.), dazu Bobby Woods Versuch aus 15 Metern (54.) und Parensens Kopfball-Wischer (86.) verfehlten ihr Ziel.

Testtorhüter Jakob Busk absolvierte die kompletten 90 Minuten. Wirklich Möglichkeit, um sich auszuzeichnen, bekam er jedoch nicht. Nach knapp einer Stunde verhinderte er mit feiner Fußabwehr den Rückstand (58.), drei Minuten später blockte er erst einen Schuss ab, ehe er den Nachschuss mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenkte.

„Jakob hat in den Trainingseinheiten und im Testspiel einen guten Eindruck hinterlassen. Wir sind von seinem Talent und seinen Fähigkeiten überzeugt und möchten in Zukunft mit ihm zusammenarbeiten“, sagte Lewandowski. Verhandlungen mit dem FC Kopenhagen, bei dem der 22-jährige Busk unter Vertrag steht, wurden bereits aufgenommen. Der Däne bleibt folglich auch bis zum Ende des Trainingslagers am Montag.

Linksverteidiger Lenz mit guten Karten

Christopher Lenz bekamen die gut 250 Fans hingegen nicht zu sehen. Der 21-jährige Linksverteidiger, der noch bei Borussia Mönchengladbach II unter Vertrag steht und seit Montag bei Union vorspielt, sollte noch nicht „mit neuen Dingen überfrachtet“ werden, sagte Lewandowski: „Er hat ja noch nicht alle Namen unserer Spieler drauf, noch dazu hätte er in ungewohnter Position in der Dreierkette gespielt.“

Das soll sich am Sonntag ändern, wenn Union gegen Ungarns Meister Videoton FC Szekesfehervar testet. Dann soll Lenz links in der Viererkette sein Können zeigen.

Union-Coach Lewandowski unterstrich noch einmal, dass er den gebürtigen Berliner Lenz gern in seinen Reihen hätte: „Sicher haben wir mit Parensen, Schönheim, Trimmel und auch Redondo einige Möglichkeiten auf der Position des Linksverteidigers. Doch Lenz ist dort ein totaler Spezialist.“ Und solche Spezialisten gibt es bekanntlich nicht allzu viele im Union-Jahrgang 2015/16.