Fußball

Schwarzeneggers Karriere motiviert Unions neuen Verteidiger

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Michael Färber
Emanuel Pogatetz will sich beim 1. FC Union wieder für die österreichische Nationalmannschaft empfehlen

Emanuel Pogatetz will sich beim 1. FC Union wieder für die österreichische Nationalmannschaft empfehlen

Foto: Revierfoto / picture alliance / dpa

Der 1. FC Union soll für Emanuel Pogatetz zum Sprungbrett werden. Der Österreicher hofft noch auf ein EM-Ticket nach Frankreich.

Oliva Nova.  Vielleicht hatte ja Arnold Schwarzenegger, der „Terminator“, den entscheidenden Einfluss. In den 1990ern, als der Superstar dem österreichischen Klub Sturm Graz einen Besuch abstattete. Mittendrin in der Menge der Bewunderer: Emanuel Pogatetz, seinerzeit Jugendspieler bei den Grazern. Eine Begegnung mit Folgen. „Ich komme aus Graz-Liebenau und wohne rund 200 Meter weg von dem Fitnessstudio, in dem er immer trainiert hat“, erzählt der neue Innenverteidiger des 1. FC Union.

Er will zeigen, dass er nicht zum alten Eisen gehört

Der Schauspieler steht als Symbol für Zielstrebigkeit. So beantwortet Pogatetz die Frage, was er im Sommer dieses Jahres machen wird, auch mit: „Am liebsten Fußball spielen. Natürlich habe ich es noch nicht ganz aufgegeben, eventuell doch zur Europameisterschaft mitfahren zu können.“ Für den Österreicher wäre ein Ticket nach Frankreich die Krönung eines halben Jahres, in dem er zeigen will, dass er längst noch nicht zum alten Eisen gehört.

Trotz der Tatsache, dass Pogatetz am Sonnabend 33 Jahre alt wird, ein für Fußballprofis heutzutage hohes Alter. Es ist die Mischung aus Erfahrung, Qualität und Körperbewusstsein, auf das Pogatetz setzt. Eine Mischung, von der sich Union in den restlichen 15 Saisonspielen erhofft, dass sie die Flut an Gegentoren in der Hinrunde stark eindämmen kann.

Noch einige Jahre Fußball auf hohem Niveau

„Je mehr man über die 30 geht, desto mehr ist jedes Jahr, ich würde sogar sagen jedes Spiel wichtig. Man wird immer etwas strenger beurteilt als ein junger Spieler. Aber ich bin mir bewusst, dass ich Leistung zeigen muss, ununterbrochen. Damit ich die Möglichkeit bekomme, weiter Fußball zu spielen. Ich bin überzeugt, dass ich noch einige Jahre auf hohem Niveau spielen kann“, macht Pogatetz deutlich.

Die ersten Tage im Trainingslager des Berliner Fußball-Zweitligisten in Oliva Nova an Spaniens Mittelmeerküste belegen dies. Der 61-fache Nationalspieler wirkt äußerst fokussiert. „Je älter man wird, desto mehr hört man in seinen Körper rein. Das war auch schon meine ganze Karriere so. Davon profitiere ich jetzt natürlich“, sagt Pogatetz. Den Tag, an dem es einmal nicht mehr reichen wird, sieht er „noch weit entfernt“.

Die Saison in der MLS war nicht berauschend

Weit entfernt vom Nationalteam war er im Vorjahr, als er eine durchwachsene Saison bei Columbus Crew in der MLS erlebte, in die es ihn nach Jahren in der Bundesliga (Hannover, Wolfsburg) und der englischen Premier League (Middlesbrough, West Ham) zog. „Ich stand aber immer auf Abruf, war vorher zehn Jahre Stammspieler in der Nationalmannschaft. Und dank Union bin ich wieder etwas näher dran.“

Nah genug, um seinen Traum zu verwirklichen. So wie einst Schwarzenegger. „Er kommt wie ich aus einer Kleinstadt und wurde ein Weltstar, sogar Gouverneur in Kalifornien. Das zeigt, dass man alles erreichen kann, wenn man nur hart arbeitet.“ Erst recht einen Platz im EM-Kader.