Trainingslager

Union reist für ein neues System nach Spanien

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Michael Färber
Union-Trainer Sascha Lewandowski hat in Spanien viel vor mit seiner Mannschaft

Union-Trainer Sascha Lewandowski hat in Spanien viel vor mit seiner Mannschaft

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Union-Trainer Sascha Lewandowski wird auch dank Pogatetz die Viererkette einstudieren. Und er lässt zweimal an einem Tag spielen.

Berlin.  Das Trainingslager kommt ihm eigentlich ein wenig zu früh. Schon vor dem Abflug am Sonntag in Richtung Oliva Nova an der spanischen Costa del Azahar sieht Sascha Lewandowski nach der Rückkehr aus dem Wintercamp am 18. Januar die noch drei verbleibenden Wochen bis zum Punktspielstart am 5. Februar beim 1. FC Kaiserslautern.

„Wir gehen recht früh ins Trainingslager, das ist nicht ganz so ideal“, sagte der Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten. Aufgrund der feierlichen Mitgliederversammlung am 50. Klubgeburtstag (20. Januar) sowie dem in diesem Rahmen stattfindenden Testspiel gegen den Bundesliga-Zweiten Borussia Dortmund am 24. Januar in der Alten Försterei (die Partie ist längst ausverkauft) „ist das aber verständlich“, so Lewandowski.

Mit 26 Profis wird sich Lewandowski auf den Weg machen. Nummer 27, Christopher Lenz, stößt in Spanien dazu. Der 21-jährige Linksverteidiger bereitete sich bislang mit der U23 des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach in der Türkei auf die Regionalliga-Rückrunde vor. Der gebürtige Berliner spielt zur Probe vor. Adrian Nikci, der aussortierte Denis Prychynenko sowie Nachwuchs-Torwart Steve Kroll bleiben in Berlin.

Schwung der ersten Rückrundenspiele mitnehmen

Auf die Köpenicker warten im Spanien acht Tage, in denen Lewandowski nicht nur den Schwung der erfolgreichen Rückrundenspiele in Düsseldorf (3:0) und gegen Sandhausen (1:0) mitnehmen will. „Wir wollen ganz klar eine zweite Grundordnung schulen“, sagte Lewandowski. Soll heißen: Neben der Verfeinerung des 3-5-2 steht die Viererabwehrkette ganz oben auf der Liste. Eine Formation, die mit Zugang Emanuel Pogatetz neuen Halt bekommen könnte. Es gilt vor allem, die Flut von bislang 30 Gegentreffern in der Hinrunde einzudämmen. Union hat die viertschlechteste Defensive der Liga.

„Durch diesen anderen Typ Innenverteidiger sind wir flexibler“, freut sich der Coach auf den Österreicher. Und: „Wir sind in einer Phase, in der wir uns stabilisieren müssen.“ Da kommen die Einheiten unter der spanischen Sonne inklusive der Testspiele gegen den Schweizer Pokalsieger FC Sion (13. Januar) sowie dem Doppelpack am 17. Januar gegen den ungarischen Meister Videoton FC Szekesfehervar und der Auswahl der spanischen Spielergewerkschaft AFE gerade recht.

Es passt auch ins Bild, dass Torwart Jakob Busk mit ins Trainingslager reisen wird. Der Däne war zunächst nur bis Sonnabend zur Probe avisiert. Nun soll er Daniel Haas und Mohamed Amsif Druck machen. Lewandowski ist froh, den 22-Jährigen nicht nur über Spielbeobachtungen und Videos in Augenschein nehmen, sondern ihn auch in der täglichen Trainingsarbeit bewerten zu können. Der Trainer sieht in Busk einen Torhüter, „mit dem man sich beschäftigen sollte. Er spielt sehr gut mit und leitet schnell Aktionen von hinten ein.“ Attribute, wie sie im modernen Torwartspiel unerlässlich sind und bei Union sicherlich auch noch Luft nach oben haben.

Schönheim muss um seinen Platz kämpfen

Neben taktischer Schulungen und gesteigertem Konkurrenzkampf gilt es vor allem folgende Fragen zu klären: Was geschieht mit Fabian Schönheim und Christopher Quiring? Verteidiger Schönheim fiel wegen einer langwierigen Verletzung im rechten Oberschenkel praktisch die komplette Hinrunde aus. Nun will er wieder angreifen, doch seine Situation hat sich durch die Pogatetz-Verpflichtung und der bisherigen Einschätzung seines Trainers („Schönheim ist kein Fels in der Brandung“) alles andere als verbessert.

In Sachen Quiring (Vertrag bis 2017) sieht es noch düsterer aus. Für den Publikumsliebling geht es fast nur noch darum, sich in eine Form zu bringen, in der er für andere Vereine interessant ist. Eine Rolle hatte er weder unter Lewandowski noch unter dessen Vorgänger Norbert Düwel gespielt.

Und mit Raffael Korte steht ein Rückkehrer bereit, der nach seiner Muskelverletzung im Sommer nur schwer in Schwung kam, den Rückstand inzwischen aber aufgeholt hat. Davon konnte sich nicht nur Quiring im letzten Spiel des Jahres 2015 gegen Sandhausen überzeugen.