Die Planungen für die Feiern zum 50. Geburtstag des 1. FC Union sind längst abgeschlossen. Am 20. Januar 2016 findet im Velodrom eine feierliche Mitgliederversammlung statt, vier Tage später ist kein Geringerer als der Bundesliga-Zweite Borussia Dortmund zu Gast in der Alten Försterei. Die Frage war: Können die Profis des Berliner Fußball-Zweitligisten dafür sorgen, dass die Köpenicker ein wenig entspannter in die Feierwochen gehen dürfen? Sie konnten. Auch wenn das 1:0 (0:0) zum Jahresabschluss gegen den SV Sandhausen nicht berauschend war, so war der zweite Heimsieg doch absolut verdient.
Sascha Lewandowski wusste, wem er vor allem zu danken hatte. „Ich freue mich für Dennis Daube, weil er bislang keine einfache Zeit hier hatte“, sagte Unions Trainer. Der Mittelfeldspieler hatte sich in der 76. Minute ein Herz gefasst und einfach mal abgezogen. Aus 25 Metern zischte der Ball an den linken Innenpfosten und von dort hinter die Linie. Für Sandhausens Torwart Marco Knaller gab es keine Abwehrchance.
„Losgelegt wie die Feuerwehr“
Entsprechend ausgiebig herzte Lewandowski den Torschützen kurz nach Abpfiff. Es schien, als wollte er den Ex-Hamburger gar nicht wieder loslassen. Der Torschütze selbst hatte erkannt, dass gegen gut gestaffelte Sandhäuser „der letzte Pass nicht so möglich war, deshalb habe ich einfach mal mein Glück versucht“.
Es war der Höhepunkt einer Partie, in der Union vor 18.026 Zuschauern in der Alten Försterei „losgelegt hat wie die Feuerwehr“, wie Benjamin Kessel analysierte. Der Kapitän wusste aber auch, dass „wir vergessen haben, das 1:0 zu machen“. Steven Skrzybski traf aus zehn Metern nur die Latte (14.) oder den Rücken von SVS-Verteidiger Tim Kister (42.). Auch Raffael Korte (37., 47., 65.) und Maximilian Thiel (38.) hatten Möglichkeiten. Korte ersetzte den gesperrten Damir Kreilach im offensiven Mittelfeld und war in seinem ersten Heimspiel von Beginn an bester Union-Profi.
Bereits nach fünf Minuten war der Jubel groß, als Bobby Wood zur vermeintlichen Führung eingeschossen hatte. Jedoch stand er beim Zuspiel von Kessel samt Kopfballverlängerung von Korte vier Meter im Abseits. Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) entschied erst nach Rücksprache mit seinem Linienrichter Henrik Bramlage, der das Abseits übersehen hatte, auf Regelverstoß. Doch dank Daube kann Union erstmals in der Saison zwei Siege in Folge bejubeln und den Weihnachtsurlaub bis zum Trainingsstart am 6. Januar etwas entspannter genießen.





