Ein Elfmeter-Tor von Benjamin Kessel gegen seinen früheren Verein hat dem 1. FC Union Berlin am Sonntag nicht zum Punktgewinn bei Eintracht Braunschweig gereicht. Ein Doppelpack von Mirko Boland in der 15. und 79. Minute machte den 2:1 (1:1)-Erfolg der Niedersachsen perfekt und brachte die Eintracht auf Platz vier wieder in die Nähe der Tabellenspitze. Union fiel mit nur zehn Zählern auf Rang 13 der Zweitliga-Tabelle zurück.

„Wir stehen wie gegen Fürth und Frankfurt mit leeren Händen da. In der Fülle habe ich das noch nicht erlebt“, beklagte Union-Trainer Sascha Lewandowski und bedauerte: „Wir waren in der zweiten Halbzeit dominant und hatten das Spiel gut im Griff.“

Für die Führung sorgte Boland per Kopf, als er nach einem Freistoß von Hendrick Zuck Union-Torhüter Daniel Haas nicht gut aussehen ließ. Beim zweiten Treffer von Boland elf Minuten vor dem Ende traf Haas keine Schuld, der abgefälschter Knaller aus 22 Metern unter die Latte war unhaltbar.

Kessel mag nicht jubeln

Zwischendurch hatte Kessel einen an Sören Brandy verursachten Foulelfmeter sicher ins untere linke Eck geschoben (26.). Nach seinem dritten Saison-Treffer verbat sich der Neu-Berliner jedoch den Jubel vor seinem einstigen Publikum und hob fast entschuldigend die Hände.

Danach hatte Bobby Wood vor 22 590 Zuschauern, darunter 2500 aus Berlin, zwei große Möglichkeiten zur Berliner Führung. In der 38. Minute scheiterte er aus Nahdistanz am polnischen Keeper Rafal Gikiewicz, in der 55. Minute setzte der US-Amerikaner den Ball aus fünf Metern frei stehend über die Latte. „In der zweiten Hälfte hatten wir zwei, drei gute Chancen, die wir nicht machen. Dann bekommen wir so ein Dreckstor, dass ich unglücklich abfälsche“, erklärte Mittelfeldspieler Dennis Daube.

Trainer Lewandowski hatte vor dem Match versucht, die verletzungsbedingten Abwehrprobleme der Unioner zu lösen, indem er Michael Parensen nur zehn Tage nach seinem Unterarmbruch auf das Feld stellte. Der sonstige Linksverteidiger lief mit einer Schiene diesmal in der Innenverteidigung auf und löste seine Aufgabe durchaus ansprechend.

Aber auch Braunschweig war gehandicapt in die Partie gegangen. Emil Berggreen, der bereits vier Treffer erzielte, wird nach Schultereckgelenksprengung voraussichtlich zwei Wochen fehlen. Saulo Decarli musste wegen seiner Roten Karte gegen Fürth zuschauen.

dpa/mim