Der Souterrain-Laden wirkt noch sehr steril, das Weiß der Wände dominiert die Räume. Es gab einfach Wichtigeres zu tun bisher. Seit zwei Monaten residiert das Fanprojekt unweit des Stadions an der Alten Försterei. Trotz großen Aufwands läuft das Internet erst seit vier Tagen. Aber nun nimmt alles Formen an, die passende Dekoration im Stil des 1. FC Union folgt.
Jugendstaatssekretärin Sigrid Klebba sieht sich bei einem Termin um in den Räumen, interessiert sich für Details. Das Fanprojekt für die Anhänger des Berliner Fußball-Zweitligisten ist noch recht neu. „Wir befinden uns in der Aufbauphase“, erzählt Marlene Greger. Sie ist eine von drei Mitarbeiterinnen, die sich hier unter dem Dach des Trägers Gangway e.V. um Fans des 1. FC Union kümmern.
Aktive Fanszene als Hauptzielgruppe
Auf ganz verschiedene Weise. Sowohl organisierte als auch nicht-organisierte Anhänger gehören zur Klientel. Hauptzielgruppe ist die aktive Fanszene zwischen 14 und 27 Jahren, sind die Ultras. Unterstützung in vielen Lebenssituationen ebenso wie präventive Arbeit gegen Gewalt bietet das Fanprojekt an.
Es ist schon das zweite in Berlin, als einziger Standort bundesweit verfügt die Hauptstadt über zwei Fanprojekte. „Die Entwicklung ist aus einem Konflikt heraus entstanden“, sagt Ralf Busch, Leiter des Fanprojektes der Sportjugend Berlin, welches gerade sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Bis Ende letzten Jahres war dieses Fanprojekt, angesiedelt im Haus der Fußballkulturen am Jahn-Sportpark, für Anhänger von Hertha BSC, des BFC Dynamo und Union zuständig, jetzt kümmert sich Busch mit seinem vierköpfigen Team nur noch um zwei Vereine.
Union fühlte sich im anderen Projekt nicht gut aufgehoben
Denn Union fühlte sich dort nicht gut aufgehoben. Aufgrund der Eigenheiten des Bezirkes Treptow/Köpenick entschied sich die Senatsverwaltung, einem zweiten Fanprojekt zuzustimmen. „Wir denken, dass so jeder Verein besser zu seinem Recht kommt“, sagt Klebba.
Die Gründung des zweiten Fanprojektes lässt sich der Senat Geld kosten. Von 144.000 Euro wird der Betrag mit dem nächsten Haushalt auf 264.000 Euro jährlich aufgestockt, teilt Klebba bei dem Termin mit. Wobei die 120.000 Euro Mehranteil als eine Art Startinvestition auf das Union-Projekt entfallen. Noch einmal so viel Geld gibt die Deutsche Fußball Liga (DFL) dazu. Etwas Spielraum zur vereinsgerechten Dekoration besteht also im neuen Fanprojekt. Den haben sie im Haus der Fußballkulturen am Jahn-Sportpark, für Anhänger von Hertha BSC, des BFC Dynamo und Union zuständig, jetzt kümmert sich Busch mit seinem vierköpfigen Team nur noch um zwei Vereine. Denn Union fühlte sich dort nicht gut aufgehoben. Aufgrund der Eigenheiten des Bezirkes Treptow/Köpenick entschied sich die Senatsverwaltung, einem zweiten Fanprojekt zuzustimmen. „Wir denken, dass so jeder Verein besser zu seinem Recht kommt“, sagt Klebba.




