Vertragsverlängerung

Union-Trainer Düwel will „um Polter kämpfen“

Union plant weiter mit Sebastian Polter, und der Stürmer will bei Union bleiben. Eine Vertragsverlängerung steht aber noch aus. Das Tauziehen mit Mainz 05, von wo Polter ausgeliehen ist, hat begonnen.

Foto: Soeren Stache / dpa

Nico Schäfer freut sich auf den Urlaub. Das hat seinen Grund, schließlich hat der kaufmännisch-organisatorische Leiter des 1. FC Union im vergangenen Sommer mit Trainerwechsel und Spielerverpflichtungen reichlich zu tun gehabt, zum Ausspannen war da keine Zeit. Dieses Jahr jedoch, da es keinen neuen Coach zu holen gilt und bereits vier Zugänge sowie die im Verlauf der Saison getätigten sechs Vertragsverlängerungen feststehen, bekommt Schäfer mehr Zeit für Muße. Wenn da nicht das Tauziehen um Sebastian Polter wäre.

Wie kein anderer im Kader von Trainer Norbert Düwel ist der Stürmer untrennbar mit den Erfolgen in dieser Saison verbunden. Mit seinen bislang 13 Toren ist er drauf und dran, auch den Saisonrekord von Sreto Ristic (14 Treffer 2001/02) im letzten Saisonspiel gegen Eintracht Braunschweig (Sonntag, 15.30 Uhr, Alte Försterei) zumindest einzustellen.

Viel wichtiger: Polter soll einer der Eckpfeiler werden, wenn Union in den nächsten beiden Spielzeiten an die Tür zur Bundesliga anklopfen möchte. Und der 24-Jährige möchte diese Rolle liebend gern übernehmen. Wann immer man mit dem sympathischen Blondschopf spricht, macht er deutlich, „dass ich am liebsten bei Union bleiben möchte. Union ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich fühle mich hier sehr wohl“. In der „Bild“ untermauerte er sein Bekenntnis zu den Köpenickern mit dem Zusatz, dass er „nicht mehr nach Mainz zurück möchte“. Vom Bundesligisten, wo er noch einen Vertrag bis 2017 besitzt, ist Polter bislang nur bis Saisonende ausgeliehen.

Union verabschiedet sechs Spieler

Doch vom FSV Mainz gab es bislang keine eindeutigen Signale, dass man in der kommenden Saison mit ihm plant. „Derzeit sitze ich zwischen den Stühlen. Ich weiß nicht, wo ich spiele“, sagte Polter und kündigte an, das Gespräch mit Mainz suchen zu wollen. Eine erneute Ausleihe kommt für ihn allerdings nicht mehr in Frage.

Im Gegensatz zu den Rheinländern plant Union definitiv mit Polter. „Wir werden um ihn kämpfen, das zählt ja zu Unions Grundtugenden“, sagte Trainer Düwel: „Wir alle im Verein wollen, dass Polter verlängert. Er fühlt sich sehr wohl hier und weiß, was er am Verein hat.“ Fest steht hingegen, dass Union am Sonntag Martin Kobylanski, Mario Eggimann, Björn Kopplin, Björn Jopek, David Hollwitz, Valmir Sulejmani und den bereits im März beurlaubten Torwarttrainer Holger Bahra verabschieden wird.

Fakt ist auch: Union wird für Polter ein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen, will man den Angreifer vom Erstligisten loseisen. Sein Marktwert wird auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Einen bereits ausgehandelten Anschlussvertrag gibt es nicht. Seit Schäfer bei Union ist, ist dies ein gängiges Prozedere, das Union bei Leihgeschäften gern vollzieht. Da Polter jedoch erst kurz vor Ende der Transferperiode Ende August 2014 verpflichtet wurde, blieb keine Zeit mehr für weitere Vertragsgespräche.