In einer kuriosen Partie mit zwei Eigentoren hat der 1. FC Union Berlin seine Auswärtsmisere fortgesetzt. Die „Eisernen“ kamen am Ostersonntag beim SV Sandhausen nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Erst fälschte der Berliner Christopher Trimmel (6. Minute), dann der Sandhäuser Timo Achenbach den Ball unglücklich ins eigene Netz ab. Beide Fußball-Zweitligisten boten vor etwa 5000 Zuschauern überwiegend bescheidene Leistungen. Wegen Schäden nach dem Sturm Niklas war die Osttribüne im Sandhausener Hardtwaldstadion gesperrt.

Seit dem 28. November wartet der Hauptstadtclub auf einen Sieg im fremden Stadion. Nachdem die Mannschaft von Norbert Düwel die vorangegangenen vier Auswärtspartien allesamt verloren hatte, nahm sie nun immerhin einen Punkt mit.

„Am Ende können wir mit dem einen Punkt leben“, sagte Düwel und analysierte: „In der ersten Halbzeit war Sandhausen die bessere Mannschaft. In der zweiten Mannschaft haben wir ein deutlich anderes Gesicht gezeigt und mutig nach vorn gespielt.“ In der Tabelle rückten die Berliner vorerst mit nun 35 Punkten auf Rang 9 vor, Sandhausen ist mit zwei Zählern weniger auf Platz 13.

Spielerisch konnten weder die Köpenicker noch die Nordbadener Akzente setzen. „Mit dem Punkt können wir zufrieden sein, aber viel weniger als in der ersten Halbzeit geht gar nicht“, meinte Unions Mittelfeldspieler Michael Parensen. Auch Abwehrkollege Leistner war „enttäuscht“ von der eigenen Leistung in der ersten Hälfte: „Da ist nicht das eingetreten, was wir uns vorgenommen haben.“

Zwei kuriose Situationen führten zu den Höhepunkten der schwachen Partie. Nach einer Flanke von Sandhausens Mittelfeldakteur Manuel Stiefler sprang der Ball von Trimmels Knie ins eigene Tor. Toni Leistner versuchte noch, den Ball zu klären, seine Abwehraktion misslang jedoch. In der sechsten Minute nach der Pause machte Union-Verteidiger Trimmel seinen Fehler wieder wett: Dieses Mal führte seine Hereingabe zum Ausgleich und SVS-Routinier Achenbach war der Pechvogel.

Düwel hatte im Tor auf Daniel Haas gesetzt. Haas, der vorübergehend zur Nummer zwei heruntergestuft worden war, bekam den Vorzug vor Mohamed Amsif. Für die Startelf schenkte der Coach zudem erstmals dem 19-jährigen Valmir Sulejmani im Mittelfeld das Vertrauen.

dpa/bee