Hansi Flick, der Co-Trainer der deutschen Weltmeister-Elf, hat hier gespielt. Auch Löw war im Hardtwald aktiv. Nein, nicht Bundestrainer Joachim, sondern sein jüngerer Bruder Markus. Und doch: Die Namen versprechen mehr als nur das letzte Idyll der Zweiten Liga, das der SV Sandhausen zu präsentieren scheint. Eines, in dem der 1. FC Union am Ostersonntag (13.30 Uhr, Sky) seine Auferstehung zu finden hofft, wenn es um Gastspiele in der Rückrunde geht.

Vier Mal traten die Köpenicker in der zweiten Saisonhälfte in der Fremde an, ohne auch nur ein Pünktchen mitzubringen. In der mit knapp 15.000 Einwohner kleinsten Heimat eines Zweitligaklubs soll der Bock nun umgestoßen werden.

„Wir haben uns in den letzten Auswärtsauftritten nicht gerade mit Ruhm bekleckert und wollen uns dieses Mal besser aus der Affäre ziehen“, sagte Union-Coach Norbert Düwel. Es sei ja schließlich auch nicht so, „dass wir in der Auswärtstabelle abgeschlagen sind“. Darmstadt (0:5) sei schlecht gewesen, meinte Düwel. Es muss jedoch festgehalten werden: Viel besser war es in Leipzig (2:3), Nürnberg (1:3) sowie Düsseldorf (0:1) auch nicht.

Familiärer Zusammenhalt macht Sandhausen stark

Und nun Sandhausen, jener Klub, bei dem Union in Liga zwei immer verloren hat (0:2, 1:2). Und der als der wohl meistunterschätzte Konkurrent der Liga gilt. Ein Klub ohne großen Namen, der das erste Zweitligajahr 2012/13 nur wegen des Lizenzentzuges des MSV Duisburg überstand und sich seitdem stets den Klassenerhalt zum Minimalziel gesetzt hat – mit einem Gesamtetat von elf Millionen Euro. So viel gibt Union (Gesamtetat: 26 Millionen Euro) allein für die Lizenzspielerabteilung aus.

Doch die Kurpfälzer zeichnet vor allem das aus, was auch die Köpenicker stets stark gemacht hat: ein schon familiärer Zusammenhalt. Wie sonst konnte man sich der 2006 von Milliardär Dietmar Hopp angestrebten Fusion mit der TSG Hoffenheim entziehen? „Hier ist Platz für beide Klubs“, lautet das Credo von SVS-Boss Jürgen Machmeier, der die Geschicke im Hardtwald seit knapp 16 Jahren lenkt. Wie sonst konnte es gelingen, eine Mannschaft zusammenzustellen, die Union-Trainer Düwel als „unangenehm zu bespielen“ und „eng organisiert“ charakterisiert? Der Ligaverbleib ist dem SVS bei zehn Punkten Vorsprung auf die Abstiegsregion jedenfalls so gut wie sicher.

Dass Diplom-Ingenieur Machmeier zum 100-jährigen Vereinsjubiläum sein Amt abgeben will, weil er an seine Grenzen stoße, lässt auch den Schluss zu, dass ein neuer Klubchef übernehmen soll, um den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen. Dazu braucht es gute Leistungen, um Geldgeber auf sich aufmerksam zu machen.

„Es ist kein Schaulaufen“

Schon deshalb warnt der Union-Coach seine Spieler vor der kleinsten Spur an Überheblichkeit. „Es ist kein Schaulaufen, sondern ein ernsthafter Wettbewerb. Noch sind wir nicht mit letzter Gewissheit aus der Gefahrenzone heraus“, sagte Düwel. Wobei es schon an eine Sensation grenzte, würden die Berliner das Zwölf-Punkte-Polster tatsächlich noch verspielen. Es sei denn, anstatt der erhofften Auferstehung gibt es eine Fortsetzung des Auswärtsfluches.