Union Berlin

Neuzugang Benjamin Kessel hat einen eisernen Willen

Mit dem vielseitigen Rechtsfuß holen sich die Köpenicker eine sinnvolle Verstärkung für die Defensive. Der gebürtige Bad Kreuznacher ist kopfballstark, torgefährlich – und hat Franck Ribéry geärgert.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Union Berlin verstärkt sich ab der kommenden Saison mit Benjamin Kessel vom Liga-Konkurrenten Eintracht Braunschweig. Der 27 Jahre alte Rechtsverteidiger unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 mit Option für ein weiteres Jahr. Der gebürtige Bad Kreuznacher ist seit Juli 2010 bei den Blau-Gelben und absolvierte seitdem 20 Erstliga-, 50 Zweitliga-, 24 Drittliga-Spiele sowie fünf Partien im DFB-Pokal.

In der laufenden Zweitliga-Saison markierte er in 21 Partien fünf Tore und ist damit zweitbester Torschütze seiner Mannschaft – und das als Verteidiger. Kessel ist nicht nur torgefährlich, sondern auch kopfballstark und zudem als Innenverteidiger einsetzbar. Bekannt wurde der 1,91-Meter-Riese, als er im März im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bayern München Gegenspieler Franck Ribéry kaltstellte und zu einem – folgenlosen – Revanchefoul provozierte.

Spezialist für späte Tore

Dazu ist Kessel extrem willensstark: So war er es, der im Oktober beim Heimspiel gegen die Spielvereinigung Fürth 18 Minuten vor Schluss den wichtigen 1:2-Anschlusstreffer erzielte und seine Braunschweiger zum Ausgleich antrieb – den er passenderweise in der 93. Minute selbst per Kopf erzielte. Auch gegen Fortuna Düsseldorf gelang ihm zum Auftakt der Rückrunde in der Nachspielzeit der 2:1-Siegtreffer.

Kessel füllt die bei Eintracht vor zwei Jahren noch vakante Stelle des Rechtsverteidigers mittlerweile souverän aus und bildet mit seinem Counterpart auf der linken Seite – Kapitän Ken Reichel, einem gebürtigen Berliner – eine offensive Flügelzange. Kessel hat eine gute Spielübersicht, einen schnellen Antritt und ist bei jedem Eckball im Strafraum zu finden.

Entsprechend froh zeigte sich Union-Trainer Norbert Düwel: „Benjamin Kessel ist ein robuster Spieler, der unsere Defensive mit seiner Körpergröße und Kopfballstärke verbessern wird. Er hat seine Qualitäten in den vergangenen Jahren in den beiden obersten Ligen unter Beweis gestellt und strahlt zudem auch Torgefahr aus. Ich bin überzeugt davon, dass er auch als Typ eine Bereicherung für uns sein wird.“

Ähnlich äußerte sich Unions kaufmännischer Leiter Nico Schäfer: „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, einen absoluten Leistungsträger zu uns zu holen, der uns mit seiner Mentalität weiter voranbringen wird.“

Ernüchterung bei der Eintracht

Benjamin Kessel sagte, dass er „nach fünf Jahren eine neue Herausforderung gesucht und sie beim 1. FC Union Berlin auch gefunden“ habe. „.Ich freue mich darauf, meine Qualitäten dort ab der nächsten Saison unter Beweis zu stellen. Es wird für Union darum gehen, sportlich den nächsten Schritt zu machen. Dazu möchte ich mit meinen Erfahrungen und meinen Leistungen auf dem Platz beitragen“, sagte Kessel.

Weniger erfreut über den Weggang des beliebten Stammspielers ist man naturgemäß bei der Eintracht: „Benny hat nach fünf Jahren bei der Eintracht die Entscheidung getroffen, sich ein neues Umfeld und eine neue Herausforderung zu suchen. Für seine Zukunft wünschen wir ihm alles Gute“, gab sich der Sportliche Leiter Marc Arnold schmallippig. Und ein „Sam“ sagt im Eintracht Forum: „Finde es einfach nur traurig...Kämpfer vor dem Herrn und dazu noch überaus sympathisch.“