Zweite Liga

Union startet ins Unternehmen Klassenerhalt – einer fehlt

Zweitligist 1. FC Union kommt mit viel Schwung aus der Winterpause. Zur ersten Übungseinheit des Jahres begrüßte Trainer Norbert Düwel 23 Spieler. Nur Verteidiger Christopher Trimmel musste passen.

Foto: Oliver Mehlis / pa/dpa

Die schwarze Jacke war bis zum Kinn geschlossen, die schwarze Mütze mit den Initialen ND tief ins Gesicht gezogen. Er habe die freien Tage in der Winterpause genossen, ließ Norbert Düwel wissen. An der Zielsetzung für die laufende Saison hat der Trainer des 1. FC Union jedoch festgehalten, trotz der aufsteigenden Tendenz des Berliner Fußball-Zweitligisten vor Weihnachten.

„Der Klassenerhalt hat oberste Priorität. Wenn wir diesen Klassenerhalt geschafft haben, dann können wir uns Gedanken machen über andere Ziele“, sagte Düwel also. Und wie zum Nachdruck frischte der ohnehin schon kalte Wind noch einmal auf an diesem verregneten Montag.

Was die Profis der Köpenicker in den ersten knapp zwei Trainingsstunden des Jahres auf tiefem Rasen zeigten, legt jedoch die durchaus begründete Vermutung nahe, dass Union den Vorsprung auf die Abstiegsregion von sieben Punkten in den verbleibenden 15 Spielen nicht mehr übermäßig schrumpfen lässt. Denn die 20 Feldspieler und drei Torwarte, darunter die Nachwuchskräfte Leonard Koch und Adrian Billhardt sowie Keeper Steve Kroll, legten gleich los, als ob es keine dreieinhalbwöchige Pause gegeben hätte. Lediglich Verteidiger Christopher Trimmel musste passen (Angina).

Mannschaft präsentiert sich in sehr guter Verfassung

„Wir hatten sieben Tage frei und haben dann nach individuellen Übungsplänen trainiert“, erklärte Kapitän Damir Kreilach. Der Kroate nutzte dafür zusammen mit seinem Teamkollegen Roberto Puncec nicht zuletzt den Fitnessraum des Hotels in Paris, wo das Duo den Jahreswechsel erlebte. Entsprechend zufrieden war auch Trainer Düwel mit der Verfassung seines Kaders, dessen erster Auftritt in 2015 auch von Klub-Chef Dirk Zingler genauestens beobachtet wurde.

„Wir haben unseren Rhythmus gefunden und sind mit einer sehr, seht guten Verfassung in die Pause gegangen. Und die Mannschaft hatte sich ja auch einen Teil des Sonderurlaubs verdient“, verteidigte Düwel noch einmal den Umstand, bis zu einer Woche später als die Konkurrenz mit den Vorbereitungen auf den Saisonrest begonnen zu haben.

„Wir sind auch jetzt in einem sehr guten Zustand, weil die Spieler ja nicht tatenlos waren, sondern gezielt trainiert haben. Die Jungs waren sehr fleißig, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Von daher war es ein guter Zeitpunkt, um wieder einzusteigen.“

Oschkenat zählt als erster Zugang

Neue Spieler stehen trotz der Abgänge der Mittelfeldspieler Baris Özbek (Ziel unbekannt) und Martin Dausch (MSV Duisburg) noch nicht ins Haus. Dennoch „schauen wir schon nach einem neuen Spieler für die Außenbahn. Aber nicht nur da. Wenn sich etwas ergibt, werden wir zuschlagen, egal auf welcher Position.“

Dass der Coach eventuelle Zugänge gern ins Trainingslager nach Andalusien (19.-26. Januar) mitnehmen möchte, ist logisch. „Das wäre ideal, aber das ist natürlich eine Wunschvorstellung, und das Leben ist keine Wunschkonzert.“

Wobei Düwel mit Oliver Oschkenat einen Quasi-Zugang begrüßen durfte. Der 21-jährige Abwehrspieler hatte im vergangenen halben Jahr einen Kreuzbandriss auskuriert und trainierte nun erstmals mit. „Er ist soweit wieder hergestellt und einsatzbereit, aber natürlich längst noch nicht bei hundert Prozent“, sagte Düwel: „Wir müssen ihn dosiert an die Belastung heranführen.“

Testspiel gegen Altglienicke abgesagt

Zweimal täglich bittet der Coach sein Team in dieser Woche zur Übungseinheit. Zudem sind vier Testspiele geplant: am Sonntag bei Union 06 (Poststadion, 13 Uhr), im Trainingslager gegen den FC Luzern (21. Januar) und Videoton Szekesfehervar (25. Januar) sowie in Malchow gegen einen noch unbekannten Gegner. Der für Donnerstag vorgesehene Test gegen VSG Altglienicke wurde abgesagt, weil kein geeigneter Spielort zur Verfügung steht.