Spielercheck

Union hat mit Polter einen Volltreffer gelandet

Gleich sieben neue Spieler hat Union im vergangenen Sommer geholt. Davon sorgte vor allem ein Quartett für Furore beim Zweitligisten. Trainer Düwel dürfte zwei Profis allerdings besonders dankbar sein.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Es waren sieben auf einen Streich, die Norbert Düwel an die Alte Försterei holte. Sieben neue Spieler, die den Neustart des 1. FC Union mittragen sollten. Glorreiche Sieben wurden es nicht, nur ein Quartett erfüllte die Erwartungen. Und zweien dürfte Trainer Düwel ganz besonders dankbar sein. Die Morgenpost zieht ein Zwischenfazit.

Sebastian Polter, der Volltreffer

Die Letzten werden die Ersten sein. Der Mittelstürmer kam als Letzter neu zu Union, und ist aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Polter machte sich gleich in seinem zweiten Einsatz für den Berliner Fußball-Zweitligisten unsterblich, als er gegen RB Leipzig (2:1) beide Tore zum ersten Saisonsieg beisteuerte. Seine sieben Tore und vier Assists haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Union den Ligakeller verlassen konnte. Damit hat er auch Trainer Düwel den Job gerettet. Der 23-Jährige überzeugt mit seiner Wucht, starkem Kopfballspiel und sucht stets den Abschluss, auch wenn dieser im letzten Spiel des Jahres am Freitag in Düsseldorf (0:1) kaum gefunden wurde.

„Ich weiß, was ich vor dem Tor kann“, sagt Polter, der von seinen Teamkollegen immer wieder als Anspielstation gesucht wird, selbstbewusst. „Wenn die Mannschaft alles für mich tut, ist das auch ein Kompliment für die Mannschaft“, sagte Polter. Schließlich bringt jeder Treffer ihn näher zurück in die Bundesliga zum FSV Mainz 05, vom dem Union den Torjäger bis Saisonende ausgeliehen hat. Polter zu halten, wird mit einem finanziellen Kraftakt verbunden sein. „Ich habe einen Vertrag in Mainz bis 2017. Wenn alles normal läuft, werde ich nächste Saison wieder für Mainz spielen.“ Bis dahin will er sich für Union zerreißen. Fazit: Volltreffer.

Maximilian Thiel, der Glücksgriff

Der Offensivmann wurde nur wenige Tage vor Polter aus Köln ausgeliehen. Und hat sich nach einiger Eingewöhnungszeit ebenfalls in der Startelf festgespielt. Thiel ist Unions Mann für die linke Seite. „Ein Superspieler, der immer alles gibt und intensivste Laufwege geht“, lobte Düwel den 21-Jährigen. Ähnlich wie Polter überzeugt Thiel durch seine Schnelligkeit und füllt dadurch das von Düwel favorisierte Umschaltspiel mit Leben.

Für Thiel, in Köln noch bis 2016 gebunden, wurde bereits eine Kaufoption mit den Rheinländern vereinbart, ein Anschlussvertrag ist bereits ausgehandelt. Bleibt der zweifache Torschütze links auf der Überholspur, dürfte er auch über das Saisonende hinaus bei den Köpenickern bleiben. Fazit: Glücksgriff.

Christopher Trimmel, die Verstärkung

Der Österreicher wurde als Mann für die rechte Seite verpflichtet. Und brauchte einige Wochen, bis er sich zurechtfand. Doch Spiel für Spiel hat er sich in der Abwehrkette besser orientiert. Der bekennende Tattoo-Fan überzeugt durch seine kompromisslose Art auf dem Platz. Seine erhofften Flankenläufe konnte der 25-Jährige (Vertrag bis 2017) jedoch noch zu selten präsentieren. Hält sein Aufwärtstrend an, dürfte demnächst mehr Zählbares herausspringen als bislang zwei Torvorlagen. Fazit: Verstärkung.

Toni Leistner, der Gewinn

Der ehemalige Dresdner stand in 17 der 19 Partien in der Startelf. Leistner (Vertrag bis 2017) überzeugt durch seine robuste Art, auch wenn er in der ersten Hälfte der Hinrunde immer wieder einen Fehler in seinem Spiel hatte, der prompt zu einem Gegentor führte. Zuletzt hat er sich jedoch zum Leistungsträger in der Innenverteidigung entwickelt, wagt sich sogar öfter ins Offensivspiel. Zum Jahresende agierte der 24-Jährige unglücklich (Gelb-Sperre, nun Gelb-Rot in Düsseldorf). Fazit: Gewinn.

Martin Kobylanski, der Mitläufer

Der polnische U21-Nationalspieler sollte das schnelle Umschaltspiel beleben. Doch dem 20-Jährigen bleibt derzeit maximal die Rolle des Reservisten. „Ihm fehlen ein paar Prozent“, sagte Düwel: „Er hat einen extremen Konkurrenzkampf auf seinen Positionen.“ Und die Mitbewerber machen derzeit einen guten Job, ob Thiel (links), Sören Brandy (Mitte) oder Christopher Quiring (rechts). Auch Unions Youngster Björn Jopek oder Eroll Zejnullahu bekommen den Vorzug vor dem aus Bremen ausgeliehenen Profi. Verletzungen und Abstellungen zum Nationalteam tragen zudem nicht dazu bei, um sich im Training einzubringen. Fazit: Mitläufer.

Mohamed Amsif, der Bankdrücker

Der Torhüter (Vertrag bis 2017) wurde aus Augsburg geholt, um Stammkeeper Daniel Haas Konkurrenz zu machen. Die Rechnung ging auf, Haas steht nach einer Vier-Spiele-Denkpause wieder im Tor. Der 25-Jährige, mit dem Anspruch einer Nummer 1 zu Union gewechselt, muss sich mit der Reservistenrolle begnügen. Fazit: Bankdrücker.

Bajram Nebihi, der Fehleinkauf

Der 26-Jährige hat die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Hinter Polter, Brandy und Steven Skrzybski ist er nur Angreifer Nummer vier. Oft reicht es nicht einmal für einen Platz im 18-Mann-Kader. Der Vertrag des früheren Augsburgers läuft aber noch bis 2016. Fazit: Fehleinkauf.