Die Tage im Trainingslager von Kienbaum hat Sören Brandy offenbar genossen. „Es war schon gut, mit den Jungs ein paar Tage zusammen zu sein“, sagte der Stürmer des 1. FC Union. Trotz seiner Rot-Sperre, die ihn bei der Zweitliga-Partie am Sonnabend gegen 1860 München (13 Uhr, Alte Försterei) zum Zuschauen zwingt, hatte der 29-Jährige gute Nachricht zu vermelden: die Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages bis 2017.

Trainer Norbert Düwel ist froh, den Angreifer weiter in seinen Reihen zu wissen: „Sören ist ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Teams. Er bringt viel Qualität und Willen auf den Platz und ist aufgrund seiner unkonventionellen Spielweise für jeden Gegner unangenehm.“ Nicht nur wegen der sportlichen Fähigkeiten, auch menschlich passt Brandy zu Union. „Meine Erwartungen hier wurden bislang übertroffen“, sagte Brandy und meinte ohne Zweifel Stadion, Fans und Umfeld statt des sportlich Erreichten.

Für Düwel stand jedenfalls außer Frage, dass er den Stürmer mit nach Kienbaum nimmt, obwohl der Coach bei dieser Maßnahme vorrangig Spieler dabei haben wollte, die das nächste Spiel gegen die Münchner Löwen bestreiten. Allein dies zeigt den Stellenwert Brandys bei Trainer und Mannschaft. „Ich habe mich auch voll reingekniet“, berichtete Brandy. Trotz der Tatsache, am Sonnabend nicht spielen zu können, wollte er mithelfen, die Qualität im Training hochzuhalten. „Sonst wäre das den anderen Spielern gegenüber auch unfair“, sagte Brandy.

„Jetzt reicht es aber auch“

Man habe viel Taktisches erarbeitet, einen Plan, wie man die Münchner gewinnen will, um einen weiteren Schritt aus den Niederungen der Zweiten Liga zu machen. So glaubt der Angreifer, 2013 aus Duisburg zu Union gekommen, dass der Geist von Kienbaum seine Teamkollegen wie schon im Oktober beflügeln wird. Damals gab es zwei Siege gegen Sandhausen (3:1) und in Aalen (2:1). Erfolge, die der Tabellen-13. auch jetzt gut gebrauchen kann.

Die Frage, ob man auch in dieser Länderspielpause gern für einige Tage das gewohnte Umfeld verlassen hat, stellte sich für Brandy im Übrigen nicht. „Sicherlich wären wir lieber zu Hause geblieben. Aber wir sind alle Profis, da gehört so etwas schon mal dazu“, sagte der Blondschopf. Zumal sich die Voraussetzungen für Union im Vergleich zum Oktober, als man das Tabellenende zierte, schon ein wenig verbessert haben.

„Jetzt reicht es aber auch“, sagte Brandy schelmisch mit Blick auf weitere mögliche „Kasernierungen“ in der laufenden Spielzeit. Damit sorgte er nicht nur bei seinem Trainer für gute Laune.