Zweite Liga

Union geht ohne Angst ins Duell mit Angstgegner Fürth

Seit der Rückkehr in die Zweite Liga im Jahr 2009 hat Union nie gegen die SpVgg Greuther Fürth gewinnen können. Die Vorzeichen stehen nun jedoch nicht schlecht, dass sich dies am Freitagabend ändert.

Foto: Eibner-Pressefoto / pa/Eibner-Presse

Der Vorverkauf hat längst begonnen. Und man sollte sich sputen, denn die Tickets sind nicht nur rar, sondern auch heiß begehrt. Wie schon in den vergangenen neun Jahren nimmt die Erlebnisgastronomie „Freiheit Fünfzehn“ in Köpenick den geneigten Sympathisanten des 1. FC Union auch dieses Jahr in der ersten Dezemberwoche mit auf eine Reise durch die Geschichte des Köpenicker Klubs, im Theaterstück „Und niemals vergessen – Eisern Union!“

Wenn es für den Berliner Fußball-Zweitligisten darum geht, Geschichte zu schreiben, braucht es jedoch nicht noch gut vier Wochen Wartezeit. Schon am Freitagabend (18.30 Uhr, Sky) ist in der Alten Försterei die beste Gelegenheit, der Historie ein erfolgreiches Kapitel hinzuzufügen. Ein Blick auf den Gegner zeigt jedoch, wie schwer das Unterfangen für die Protagonisten werden dürfte. Denn es ist kein Geringerer als die SpVgg Greuther Fürth, der die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel gegenüberstehen wird.

Fürth. Ausgerechnet die Franken sollen also der Beginn der Kür sein, die Union weiter aus den Niederungen der Liga führen soll, nachdem die Pflicht mit den Siegen gegen den SV Sandhausen (3:1) und beim VfR Aalen (2:1) erfüllt wurde. Fürth, jener Klub, gegen den Union seit der Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus im Jahr 2009 in acht Spielen exakt zwei Punkte geholt hat. Gegen keine andere Mannschaft, gegen die die Köpenicker in dieser Zeit mehr als eine Partie absolviert haben, ist die Bilanz negativer. Gern hieß es mal 0:4 oder sogar 0:5. Spätestens jetzt wird deutlich, wie schwer die Aufgabe tatsächlich ist.

Fürths Umkehrspiel hat hohe Qualität

Es ist die Spielweise der Fürther, mit der Union selten klar gekommen ist. Zumeist kleinere, aber dafür sehr flinke Spieler sorgten stets für Wirbel in der Defensive der Berliner. Nach der verpassten Rückkehr in die Bundesliga im vergangenen Sommer „hat sich das Team zwar verändert, aber das Grundsystem ist geblieben“, erklärte Düwel: „Ihr Umkehrspiel hat nach wie vor eine sehr hohe Qualität. Das ist schon eine enorme Waffe. Und sie sind sehr gut organisiert.“

Und doch könnte bei allen desaströsen Bilanzen das Momentum die entscheidende Rolle für die Unioner spielen. Das Stichwort heißt Selbstvertrauen, und davon konnten die Gastgeber gerade mehr tanken als Greuther Fürth. „Wir haben zuletzt zweimal einen Rückstand aufgeholt, unser Selbstvertrauen wuchs in den vergangenen Wochen stetig an“, sagte Düwel.

Keine Frage, zwei Siege am Stück lassen die Brust ein wenig breiter werden. Doch was wirklich für die Unioner im Herbst 2014 spricht, ist die Tatsache, dass sich keiner von der Mini-Serie blenden lässt. „Die Siege gegen Sandhausen und Aalen waren zwei Schritte, nicht mehr. Um aus unserer misslichen Lage herauszukommen, müssen wir noch viele Schritte mehr tun“, erklärte der Coach.

„Wir dürfen keinen Zentimeter nachgeben“

Auf der anderen Seite steht eine Fürther Mannschaft, die derzeit keinen wirklich guten Lauf hat. Das 2:5 in der Liga gegen den damaligen Tabellenletzten FSV Frankfurt legt hiervon ebenso Zeugnis ab wie die Pleite in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Dienstag beim 1. FC Kaiserslautern (0:2). Hinzu kommt der Fakt, dass die Fürther lediglich drei Tage hatten, um neue Kräfte für das Duell in Berlin zu sammeln.

Ein Vorteil für Union? „Das werden wir am Freitagabend sehen“, hält sich Düwel bedeckt. Vielmehr spricht er von einem Entwicklungsprozess, den seine Mannschaft gerade durchgemacht hat und der noch nicht zu Ende ist. „Die Erfolge haben den Spielern gezeigt, dass sich der Aufwand gelohnt hat.“ Zugleich gibt Düwel den Mahner, um deutlich zu machen, wie wenig bislang erreicht ist. „Das euphorische Gefühl darf jetzt nicht in eine Mentalität umkippen, die besagt: Es läuft. Es bleibt ein schmaler Grat. Wir dürfen in keinster Weise auch nur einen Zentimeter nachgeben.“

Deshalb nimmt der Coach alle Profis in die Pflicht, wenn es darum geht, die positive Atmosphäre beizubehalten. Gerade die Spieler, die hintendran stünden, „können dazu beitragen, dass die Stimmung gut bleibt. Sie haben dabei eine ganz wichtige Funktion.“

Aufwand, Mut und Entschlossenheit

Alle Spieler hätten dazugelernt und erkannt, was notwendig ist, um einen Sieg einzufahren. Düwel spricht von „Aufwand, Mut und Entschlossenheit“. Er bezieht seinen Optimismus vor allem aus den Übungseinheiten in den vergangenen Tagen. „So, wie wir trainiert haben, habe ich ein gutes Gefühl“, sagte der Trainer.

Ob es ihn getrogen hat oder nicht, wird sich am Abend herausstellen. Mindestens 18.000 Zuschauer, darunter rund 500 aus Fürth, werden Augenzeugen sein, ob es Union gelingt, endlich auch gegen Angstgegner Greuther Fürth, der auf den Rot-gesperrten Mittelfeldspieler Goran Sukalo verzichten muss, die Geschichte etwas erfolgreicher gestalten zu können.