Zweite Liga

Bei Unions Aufschwung gibt es auch zwei Verlierer

Mit zwei Siegen in Folge hat sich Union ein wenig vom Keller der Zweiten Liga absetzen können. Doch die Woche der Wahrheit mit den Partien gegen Sandhausen und Aalen hinterließ nicht nur Gewinner.

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Zwei Siege, Sprung auf Platz elf in der Tabelle – der 1. FC Union hat die Woche der Wahrheit mit den Partien gegen Sandhausen (3:1) und in Aalen (2:1) mit Bravour gemeistert. Zumindest, was die Ausbeute angeht. Ob sich alle Profis des Fußball-Zweitligisten auch als Gewinner sehen, darf bezweifelt werden. Es sind zwei Akteure, noch dazu keine unbedeutenden, die sich durchaus als Verlierer des kleinen Union-Aufschwungs fühlen dürfen: Kapitän Damir Kreilach und der bisherige Stammtorhüter Daniel Haas.

Der Erfolg gibt Trainer Norbert Düwel recht. Ob sich beide Protagonisten auf Dauer mit einem Bankplatz anfreunden können, muss sich jedoch erst noch zeigen. Bislang jedenfalls haben sich beide in ihre neue Rolle gefügt, um den Erfolg der Mannschaft nicht zu gefährden. Allen voran der Kroate Kreilach. „Er macht einen guten Eindruck, ist entspannt und sehr professionell“, lobte Düwel den 25-Jährigen.

„Wenn ich finde, dass er gut genug ist, spielt er, wenn nicht, dann spielt ein anderer“, sieht sich der Union-Coach angesichts der Tatsache, dass er den Spielführer draußen lässt, in keiner Zwickmühle. „Kreilach weiß auch, dass die Binde keine Vorgabe ist, jedes Spiel 90 Minuten zu absolvieren“, sagte Düwel. In Aalen wurde Kreilach erst nach 66 Minuten eingewechselt.

Erstmals nur die Nummer 2 bei Union

Torwart Haas saß hingegen wie schon gegen Sandhausen die gesamte Spielzeit draußen. Der 31-jährige Schlussmann ist erstmals, nachdem er den Platz zwischen den Pfosten von Jan Glinker zu Beginn der Saison 2012/13 übernommen hatte, nur die Nummer zwei. Leistungsgründe – bis auf das 0:4-Debakel gegen Nürnberg machte Haas einen ordentlichen Job – lagen dem Torwartwechsel nicht zugrunde.

Vielmehr setzte Trainer Düwel auf die Spielweise des zu Saisonbeginn neu geholten Mohamed Amsif. Der 25-Jährige gibt mehr den mitspielenden Torhüter. Eine Maßnahme, die zumindest in den vergangenen beiden Partien ihre Wirkung nicht verfehlte. „Er hat das Vertrauen bekommen, weil er in den vergangenen Wochen einen guten Eindruck hinterlassen hat“, nannte Düwel einen anderen Grund für den Personalwechsel auf dieser exponierten Position.

An Selbstbewusstsein mangelt es dem vom Bundesligisten FC Augsburg an die Alte Försterei gewechselten Deutsch-Marokkaners jedenfalls nicht. Er gehe davon aus, dass er auch weiterhin im Union-Tor stehe. Es gibt auch keinen Grund, schon wieder etwas zu ändern.