Zweite Liga

Union tritt nach dem Remis gegen Darmstadt auf der Stelle

Dank des späten Treffers von Christopher Quiring erreichen die Köpenicker einen Punkt gegen Aufsteiger Darmstadt. Die Wiedergutmachung für den leblosen Auftritt in Kaiserslautern gelingt nur bedingt.

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Die Stille nach dem Schlusspfiff wirkte surreal. Erst recht im Stadion an der Alten Försterei. Keine Gesänge, auch keines der zahlreichen Union-Lieder, das aus den Boxen dröhnte. Stattdessen Ränge, die sich schnell lehrten. Die Freude, dass der 1. FC Union in der Schlussphase doch noch ein 1:1 (0:0) gegen Darmstadt 98 gerettet hat, hielt sich in Grenzen. Auch der Applaus, den die Mannschaft des Berliner Fußball-Zweitligisten auf ihrer Ehrenrunde bekam, war eher in die Kategorie höflich einzuordnen. Union tritt im Tabellenkeller des Bundesliga-Unterhauses als momentan 13. auf der Stelle.

Die Partie vor 18.124 Zuschauern war ein 92 Minuten langes Lehrstück in Sachen Selbstvertrauen, garniert von zwei herrlichen Treffern. Jenem des Darmstädters Tobias Kempe, der eine lange durch das Stadion segelnde Flanke aus spitzem Winkel volley ins obere rechte Toreck hämmerte (73.). Und jenem des Unioners Christopher Quiring, der sich nach Flanke von Fabian Schönheim von links und einer eher zufälligen Weitergabe von Christopher Trimmel an der Strafraumgrenze ein Herz fasste und den Ball humorlos ins Tor drosch (85.).

Der Rest war ein Spiegelbild der zuvor absolvierten sieben Spieltage. Auf der einen Seite Union, das nach dem blutleeren Auftritt unter der Woche in Kaiserslautern (0:1) um Wiedergutmachung bemühte, auf der anderen Seite der Aufsteiger aus Südhessen, der als Tabellenführer natürlich mit breiter Brust in die Hauptstadt gereist war.

Der letzte Pass hat oft gefehlt

Zwei Szenen sollen hier exemplarisch für den Zustand der beiden Mannschaften stehen. Als Union-Torwart Daniel Haas Mitte der ersten Halbzeit das Spielgerät zu einem seiner am Strafraum postierten Teamkollegen spielen wollte, wurden diese bereits von zwei Darmstädtern flankiert. Frühes Pressing, um das Offensivspiel der Köpenicker bereits im Keim zu ersticken.

Umgekehrt wurde der Ball an des Gegners Strafraum nochmal quer gespielt. Und noch einmal. Die Berliner suchten verzweifelt die hundertprozentige Schussposition – und verdaddelten damit eine wenigstens halbe Torchance vollends. „Der letzte Pass hat bei uns oft gefehlt, auch der Abschluss“, sagte Union-Stürmer Sebastian Polter selbstkritisch. Doch woher soll das Selbstvertrauen auch kommen bei nur einem Sieg in nun acht Ligaspielen.

Durch langen Ballbesitz, zum Beispiel. „Wir haben den Ball lange in unseren Reihen laufen lassen“, erklärte Polter, „um durch die Ballstafetten Sicherheit zu bekommen.“ Das funktionierte in überschaubarem Rahmen. Auch wenn die Unioner am Ende eine Passquote von 78 Prozent verzeichnen durften, war ihnen lange anzumerken, dass jeder Spieler zunächst einmal mit sich selbst zu tun hatte.

Düwel lobt die Moral seines Teams

„In der ersten Halbzeit waren wir gut im Spiel, ohne tatsächlich brandgefährlich vor das Tor zu kommen“, analysierte Union-Trainer Norbert Düwel. Ein Schuss von Kapitän Damir Kreilach, den Gästekeeper Christian Mathenia zur Seite abwehrte, und nach anschließender Flanke ein Kopfball Kreilachs über das Tor waren Unions einzige Möglichkeiten vor der Pause (32.).

„Was die Mannschaft dann nach dem Rückstand geleistet hat, war sehr großer Sport“, zollte Düwel, der wieder auf eine Dreierkette in der Abwehr sowie auf Björn Jopek und Björn Kopplin für Erol Zejnullahu und Baris Özbek setzte, den Seinen Lob. „Wir wollten den Gegner aber auch viel weiter vom Tor fernhalten, das ist nicht so gelungen“, sagte Düwel. Doch Torwart Haas wusste die Chancen durch Kempe (51., 59., 88.) zu entschärfen.

Danach war Ruhe in der Alten Försterei.