Zweite Liga

Union muss den Blick nun sogar nach unten richten

Für Union ist der Zug nach oben nach der Niederlage gegen Köln sowie den Siegen von Fürth und Paderborn abgefahren. Die Köpenicker müssen sogar aufpassen, nicht noch im Mittelfeld zu verschwinden.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Am Sonnabendmittag konnte Damir Kreilach schon wieder lachen. „Schade“, sagte der Kroate in Diensten des 1. FC Union, „wir haben gegen Köln gut gespielt. Das Einzige, was gefehlt hat, war ein Sieg.“ Am Abend zuvor sah dies noch ganz anders aus. Da hätte der defensive Mittelfeldspieler des Berliner Fußball-Zweitligisten fast allein dafür sorgen können, dass es gegen den Spitzenreiter mit 1:2 nicht die zehnte Saisonniederlage setzte. Mit einem Kopfball und einem trockenen Schuss hatte der 24-Jährige den Ball zweimal im Kölner Tor untergebracht.

Doch beiden Treffern wurde die Anerkennung verweigert. So haderte Kreilach ebenso wie seine Mitspieler und auch Trainer Uwe Neuhaus mit Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding). Zu Unrecht, wie er nach dem Auslaufen am Sonnabend eingestehen musste. Denn bei seinem Kopfball stand Kreilach knapp im Abseits, und bei dem Schuss aus sieben Metern „springt mir der Ball schon an die Hand“.

Die Reaktionen während der Partie waren der Emotionalität geschuldet, mit der Union unbedingt den dritten Sieg in diesem Jahr einfahren wollte. Allein schon um dem schleichenden Abwärtstrend entgegenzuwirken. Dass nach oben nichts mehr geht, war durch den Erfolg des SC Paderborn am Freitag in Ingolstadt (2:1) schon deutlich geworden, auch durch den Last-Minute-Sieg des 1. FC Kaiserslautern im Verfolgerduell beim FC St. Pauli (3:2).

Die Aufstiegsregion ist zehn Punkte entfernt

Untermauert wurde alles durch den Erfolg der SpVgg Greuther Fürth gegen Erzgebirge Aue. Durch ein 2:1 (1:1) sicherte sich der Bundesliga-Absteiger am Sonnabendnachmittag wieder Rang zwei in der Tabelle, Daniel Brosinski (38.) und Ilir Azemi (58.) machten den Rückstand durch Aues Filip Luksik (17.) vor 12.310 Zuschauern wett.

Und auch der Karlsruher SC holte beim 0:0 bei den abstiegsbedrohten Bielefeldern wenigstens einen Zähler. Damit ist die Aufstiegsregion für Union zehn Punkte entfernt, das ist für den Tabellensiebten allenfalls theoretisch noch aufzuholen.

Stattdessen wird Union langsam nach unten schauen müssen. Schon am Sonntag kann der SV Sandhausen mit einem Sieg beim FSV Frankfurt an den Köpenickern vorbeiziehen. Da gilt es, das Positive aus dem Köln-Spiel für die restlichen vier Partien mitzunehmen. „Wir haben Köln nicht wie zuletzt zur Entfaltung kommen lassen“, sagte Sören Brandy. Soll heißen, mit Laufbereitschaft und Einsatzwillen war es Union gelungen, Kölner Angriffsbemühungen über weite Strecken der Partie einzudämmen.

Union muss nun beim Karlsruher SC ran

Eine solche Leistung ist wenigstens auch am Sonnabend nötig, wenn die Berliner zum Karlsruher SC reisen. Denn die Badener gelten als kampfstarke Mannschaft. „Noch sind zwölf Punkte zu vergeben“, sagte Kreilach in der Hoffnung, endlich wieder drei Punkte einfahren zu können.

Allein schon deshalb, um das Statement der Fans nicht ad absurdum zu führen. Die hatten ihr Team mit solcher Wucht angefeuert, als wollten sie ihm mit auf den Weg geben, dass die Saison 2013/14 keine verlorene sein muss. Trotz verpassten Aufstiegs.