Zweite Liga

Bei Union steht der nächste Aufstiegsheld vor dem Abschied

Patrick Kohlmann stand zuletzt zweimal in der Startelf, seine Zukunft in Köpenick ist aber ungewiss. Der Verteidiger hat zwar eine Option, die aber wird er kaum mehr erfüllen können.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Eigentlich könnte Patrick Kohlmann zufrieden sein, in gewisser Weise zumindest. In dieser Saison musste der Linksverteidiger des 1. FC Union ungewohnt viele Spiele in der Zweiten Fußball-Bundesliga von der Ersatzbank aus verfolgen. Zuletzt stand er aber zweimal in der Startelf. Nur passten die Ergebnisse nicht, ein 1:1 gegen Paderborn, ein 1:2 gegen Sandhausen. Dazu der Abschied von den Aufstiegsrängen. Das ergibt am Ende doch kein Glücksgefühl.

Selbst ein Sieg gegen Energie Cottbus am Montag im Berlin-Brandenburg-Derby (20.15 Uhr) mit Startspieler Kohlmann würde dessen Gemütslage nur punktuell verändern. Als großer Schleier liegt so etwas wie Abschiedsschmerz über seinen Gedanken. Der Vertrag des 31-Jährigen läuft aus, verhandelt wird nicht mit ihm. Und es sieht so aus, als würde es dabei bleiben.

Ein wenig kann er selbst noch tun. „Ich habe eine Option“, erzählt er. Aber er sagt auch: „Ich brauche noch einige Spiele, und nicht wenige. Realistisch betrachtet werde ich die Option nicht mehr erfüllen.“ Nach sechs Jahren neigt sich für Kohlmann das Kapitel Union dem Ende zu.

Ihm geht es wie vielen, die zum Aufstiegskader 2009 gehörten. Nach der Saison müssen Torhüter Jan Glinker und Innenverteidiger Christian Stuff den Verein verlassen. Übrig bleiben werden nächste Saison wohl nur Kapitän Torsten Mattuschka und Michael Parensen. Bei einem Verein wie Union, bei dem Identifikation eine große Rolle spielt, sind solche Dinge immer schmerzlich. Sie sind aber auch irgendwann unvermeidlich. Zumal der Klub damit liebäugelt, sich perspektivisch weiter nach oben zu orientieren.

2008 aus Erfurt gekommen

Kohlmann sieht seine Zeit allerdings nicht unbedingt enden. Er würde gern bleiben, ist frustriert. Also schaut er sich um. „Das muss ich ja machen“, sagt er. Kohlmann wurde 2008 von Trainer Uwe Neuhaus aus Erfurt geholt, beide kannten sich zuvor aus Dortmund. Der Abwehrspieler war dem Coach immer dankbar für die Chance, sie kamen stets gut miteinander aus. Die Ungewissheit jetzt, die geringe zukunftsbezogene Kommunikation belastet den Spieler jedoch. Er weiß nur, dass Neuhaus die Mannschaft etwas umformen will. Und einige auslaufende Verträge in der ohnehin anfälligen Defensive bieten ihm eine gute Gelegenheit dazu.

Auf seine Einstellung wirkt sich das allerdings nicht aus. „Selbst wenn feststeht, dass ich nicht hierbleibe, werde ich trotzdem Gas geben“, sagt der Verteidiger: „Ich spiele lange genug für diesen Verein, ich werde bis zur letzten Minute alles geben. Dass bin ich der Mannschaft schuldig, den Fans, dem Verein.“ Es scheint, als könnten sich die Anhänger auf ein paar intensive Ehrenrunden von Patrick Kohlmann freuen. Sofern ihn Trainer Uwe Neuhaus lässt.