Es wäre reizvoll gewesen, in den vergangenen beiden Tagen einen Blick auf das Training des 1. FC Union zu erhaschen. Weniger wegen bestimmter Übungen oder taktischer Feinheiten, allein die Körpersprache und Mimik hätten interessiert.
Schließlich sorgte das Unentschieden gegen Paderborn (1:1) am Freitag für derart starke Ernüchterung, dass um eine passende Einstellung der Fußball-Profis für die Zweitliga-Partie am Dienstag beim SV Sandhausen gefürchtet werden musste (17.30 Uhr, Sky). Doch das Training war nicht öffentlich. „Ich denke, dass wir es schaffen, uns so einzustimmen, dass wir wieder alles aus uns herausholen“, beschwichtigte jedoch Trainer Uwe Neuhaus.
Nach vier Spielen ohne Sieg hat die Köpenicker allerdings augenscheinlich der Mut etwas verlassen, von einem möglichen Aufstieg hat man sich trotz nur vier Punkten Rückstand auf Relegationsplatz drei gedanklich doch ein Stück entfernt. Diese Mischung macht die Partie bei den Kurpfälzern noch ein bisschen schwerer, als sie ohnehin schon ist. Sandhausen, am Wochenende in Bochum mit 1:0 immerhin erfolgreich, hat eine bessere Heimbilanz als Union und kann an den Berlinern in der Tabelle vorbeiziehen.
In zwei Versuchen gelang in Sandhausen noch kein Sieg
Das sind erstaunliche Fakten für einen kleinen Klub, der vergangene Saison sportlich abgestiegen war und lediglich aufgrund des Lizenzentzugs für den MSV Duisburg in der Zweiten Liga blieb. Mit ihrem neuen Trainer Alois Schwartz „spielen sie einen anderen Fußball als in der letzten Saison, kombinationssicherer und spielfreudiger“, sagt Union-Coach Neuhaus, außerdem „verteidigen sie alle gut zusammen“. Sandhausen verfügt sogar über die zweitbeste Abwehr der Liga mit nur 22 Gegentoren.
All das lässt jetzt einen Gegner erwarten, der mit viel Selbstvertrauen antritt. „Sie haben auch keinen Druck, total offensiv spielen zu müssen und hohes Risiko zu gehen“, so Neuhaus, dessen Mannschaft gemessen an den Resultaten, nur drei der vergangenen 14 Partien wurden gewonnen, etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt und durchaus unter Druck steht.
Und das, obwohl der Trainer zuletzt mit den Leistungen des Teams an sich zufrieden war. „Wir können jetzt nicht sagen, wir spielen schlecht und gewinnen“, sagt Neuhaus sarkastisch. Dazu lief es in Sandhausen für die Berliner wohl auch generell etwas zu schlecht, in zwei Versuchen gelang dort noch kein Sieg.





