1. FC Union

Mattuschka will nicht nur um die Goldene Ananas spielen

Mit dem Spiel in Fürth startet Union am Sonntag in die Woche der Wahrheit. Der Zweitligist muss zeigen, dass er noch einmal ins Aufstiegsrennen eingreifen kann. Größter Hoffnungsträger: der Kapitän.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Von seinem Jubiläum hatte er bis vor Kurzem noch gar nichts gewusst. Doch wenn Torsten Mattuschka die Mannschaft des 1. FC Union am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) auf den Rasen des Fürther Stadions führen wird, trägt der Mittelfeldspieler zum 150. Mal das Trikot der Köpenicker Kicker in der Zweiten Liga.

„Ich bin froh über jedes Spiel, was ich spielen darf, wenn ich gesund bin und der Trainer mich aufstellt. Ich hoffe, es kommen noch ein paar dazu. Wäre schön, wenn weiter oben noch ein paar hinzukommen würden“, sagte der Kapitän vor der Partie der Berliner beim Tabellenzweiten SpVgg Greuther Fürth.

Zugleich ist es der Auftakt für Union in die Woche der Wahrheit. Fürth am Sonntag, dann Paderborn am Freitag darauf – „wenn wir die nächsten beiden Spiele nicht gewinnen oder sogar verlieren, dann spielen wir nur noch um die Goldene Ananas. Und darauf hat einfach keiner Lust in der Mannschaft“, sagte Mattuschka. Die Frage, die das Team von Trainer Uwe Neuhaus in den nächsten beiden Partien unbedingt zu beantworten hat, lautet: Kann sie den Schalter noch einmal umlegen und den Negativtrend stoppen, der sich nach zwei Spielen ohne Sieg abzeichnet?

Endspiele gegen Greuther Fürth und Paderborn

Fürth auf Rang zwei liegt vor dem Spieltag sechs Punkte entfernt, Relegationsplatz drei ist mit zwei Zählern Rückstand vor dem 25. Spieltag immer noch in Reichweite. Bei noch zehn ausstehenden Partien eine lösbare Aufgabe. Nur liegt es auch in der Natur der Sache, dass die Anzahl der Chancen, vielleicht doch noch oben reinzurutschen, nicht größer werden. Erst recht nicht, wenn es wieder versäumt wird, gegen direkte Mitkonkurrenten zu gewinnen.

Mittelfeldspieler Sören Brandy sprach gar von zwei Endspielen, die den Köpenickern nun bevorstehen. Die Hoffnung, das erste in Fürth gleich zu gewinnen, trägt einen Namen: Torsten Mattuschka. Zehn Tore hat Unions Nummer 17 bislang erzielt, acht Vorlagen gegeben – das macht ihn zusammen mit Mohamadou Idrissou vom 1. FC Kaiserslautern zum Topscorer der Liga.

Mit Blick auf die direkte Beteiligung an gleich der Hälfte aller Union-Tore in dieser Saison „habe ich nichts dagegen, wenn es so weitergeht. Wir müssen mal eine Serie starten, darüber quatschen wir ja schon seit Wochen. Die nächsten vier Spiele sind richtungsweisend. Fakt ist, dass wir gegen jede Mannschaft bestehen und gewinnen können. Ich bin mir sicher, dass wir es Sonntag schaffen können.“

„Wir brauchen eine gute Grundordnung“

Wie es gehen könnte, verdeutlichte der Trainer. „Wenn wir unser Spiel durchdrücken, also Fürth früh in der eigenen Hälfte attackieren wollen, dann brauchen wir eine gute Grundordnung“, sagte Neuhaus also: „Wir müssen die Positionen und die Spieler zustellen.“ Der Auftritt in St. Pauli (1:2) habe gezeigt, wie es geht, „eine Heimmannschaft nicht ins Spiel kommen zu lassen“.

Doch Neuhaus weiß auch um die Heimstärke des Bundesliga-Absteigers. In der Heimtabelle liegt Fürth neben Kaiserslautern und Karlsruhe vorn, „und sie können aus dem Nichts heraus immer wieder zuschlagen“, sagte der Coach. Fügte aber auch gleich hinzu: „Ich denke, unser Spiel hat an Stärke gewonnen, die uns beim Gegner auch Respekt verschafft.“ Diese Stärke gilt es im ersten Endspiel im Aufstiegsrennen zu zeigen.

Schon um Torsten Mattuschka ein erfolgreiches Jubiläum zu bescheren.