Die Auswärtsbilanz des 1. FC Union kann sich in dieser Saison durchaus sehen lassen. Vier Siege aus zehn Spielen, das gab es noch nicht für den Berliner Fußball-Zweitligisten. Insofern könnte die Reisegruppe aus Köpenick beruhigt am Freitag bei Fortuna Düsseldorf (18.30 Uhr, Sky) antreten.

Könnte, doch der letzte Erfolg beim Dauerkonkurrenten der vergangenen Jahre liegt bereits fast fünf Jahre zurück. Im April 2009 gab es ein 1:0 für Union; Torschütze damals: Karim Benyamina.

Ein Ergebnis, mit dem die Berliner auch am Freitagabend gut leben könnten. Wenn da nicht die Fortuna wäre, die mit neuem Trainer Lorenz-Günther Köstner doch noch einmal angreifen will. „Düsseldorf hat sich in der Rückrunde einiges vorgenommen“, sagte Benjamin Köhler über den Ligazehnten: „Ich gehe davon aus, dass sie erst einmal Druck machen werden.“

„Er strahlt Dominanz aus, nicht nur in der Offensive“

In der Hoffnung, dass sich die Fortuna-Offensive dann gleich in Unions Doppelsechs verfängt: Köhler und Damir Kreilach. Ebenso wie der Kroate scheint der gebürtige Berliner für das Duell am Rhein gesetzt. „Er strahlt Dominanz aus, nicht nur in der Offensive. Wenn er den Ball hat, dann hat man immer ein sicheres, ein gutes Gefühl“, sagte Neuhaus über Köhler: „Er hat auch sehr viele Balleroberungen, was auf der Position sehr hilfreich ist. Von daher ist das schon eine ganz gute Position für ihn.“

Köhler wird bei Union zum Mann für alle Fälle. In der Hinrunde machte er noch auf der linken Seite Dampf, nun ist seine ordnende Hand im Rennen um die Aufstiegsplätze gefragt. „Ich weiß, dass ich meine Leistung auf mehreren Positionen bringen kann“, sagt Köhler. Stoisch, so wie er zuweilen auch auf dem Platz agiert. Kaum etwas scheint ihn aus der Fassung zu bringen.

„Ich bin gelassener geworden im Gegensatz zu früher“, sagte der ehemalige Profi von Hertha BSC und Eintracht Frankfurt: „Es bringt nichts, wenn man sich zu sehr einen Kopf macht und an manchen Sachen verzweifelt.“ So spricht jemand, der seit fast 14 Jahren im Profigeschäft unterwegs ist.

Köhler auf der Sechs hilft auch Kapitän Mattuschka

Köhler dürfte dabei wieder die offensivere Rolle übernehmen, derweil Kreilach wieder den kompromisslosen Abräumer vor der Abwehr geben wird. So wie beide es schon in den beiden letzten Spielen des vergangenen Jahres in Bochum (4:0) und gegen Bielefeld (4:2) erfolgreich praktiziert haben.

„Im Zentrum ist man mehr im Spielgeschehen drin, hat mehr Ballkontakte“, erklärte Köhler. Dass er mit seinen Vorstößen auch Kapitän Torsten Mattuschka entlastet, ist dabei ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt.