Den Berliner Profis fielen die Erklärungen schwer, die Dresdner ärgerten sich ein wenig über die verpasste Gelegenheit. Im Kampf um den Relegationsrang drei hat der 1. FC Union zum Jahresauftakt zwei wichtige Punkte eingebüßt. Doch die größeren Chancen auf den Sieg hatten am 20. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga die abstiegsgefährdeten Dynamos. „Wir haben zwei Punkte liegenlassen“, sagte Dresdens Chefcoach Olaf Janßen nach dem 0:0.

Für die Gäste (jetzt 15./22 Punkte) wäre am Samstag vor 21 717 Zuschauern „An der Alten Försterei“ ein Dreier drin gewesen. „Wenn man diese Chancen in einem Auswärtsspiel hat, tut man gut daran, sie auch zu nutzen. Das haben wir nicht getan“, bemerkte Janßen. „Da war mehr drin“, räumte Stürmer Zlatko Dedic deutlich ein.

„Wir haben uns sehr, sehr schwergetan“, bemerkte Union-Kapitän Torsten Mattuschka: „Dresden hat sehr aggressiv gespielt und die Räume zugemacht.“ Sein Team müsse sich bei Torwart Daniel Haas bedanken und könne deswegen mit dem Punkt leben.

Gute Tormöglichkeiten für die Gastgeber waren selten. Adam Nemec verfehlte das Dresdner Gehäuse zweimal (21., 35.). Und ein Freistoß von Mattuschka (84.) ging knapp vorbei. „Wir waren müde vom Kopf her. Warum? Keine Ahnung“, sagte Mattuschka. Als Tabellen-Vierter hat sein Team (32 Punkte) jetzt zwei Zähler Rückstand auf Kaiserslautern auf Rang drei.

Dresdens Coach Janßen lobte seine Elf für ihre Leidenschaft und das klare Spiel: „Jeder hat gesehen, dass es nicht nur eine Mannschaft war, die um jeden Meter Boden gekämpft hat, sondern das wir auch gut organisiert waren.“ Zudem zeigte Torwart Markus Scholz, der sich in der Wintervorbereitung gegen die bisherige Nummer eins, Benjamin Kirsten, durchgesetzt hat, eine fehlerfreie Partie. „Alle Elf haben eine gute Leistung gebracht“, kommentierte Scholz seinen ersten Profi-Einsatz. „Jeder war für den anderen da. Das macht zuversichtlich für die nächsten schweren Aufgaben“, meinte Janßen.

Die Sachsen kamen aus einer kompakten Defensive zu vielen guten Möglichkeiten. Nach einer Dynamo-Ecke köpfte Union-Verteidiger Marc Pfertzel an die eigene Torlatte, den abspringenden Ball schoss Mickael Poté aus fünf Metern über das Berliner Tor (8.). Der starke Mittelfeldmann Tobias Kempe zielte aus 16 Metern knapp zu hoch (17.). Dedic schoss aus bester Position zu lasch (55.). Thorsten Schulz und der von Hoffenheim ausgeliehene Vincenco Grifo scheiterten an Haas.

Bei dem umkämpften und spannenden Ost-Derby blieb auf den Rängen alles ruhig. 800 Polizisten und 300 Ordner sicherten die Partie. Die Beamten hatten die Fans in Empfang genommen und zum Stadion begleitet. Auch nach dem Spiel blieb es entgegen allen Befürchtungen friedlich - wohl auch wegen des Unentschiedens.

BM