Die ersten Gratulanten gab es bereits kurz nach Mitternacht. „Einige Spieler sind zu mir ins Zimmer gekommen und haben mir gratuliert. Wir haben kurz angestoßen – eine Supergeste“, freute sich Jan Glinker. 30 Jahre wurde der Torwart des 1. FC Union am Sonnabend alt.

Und als ob sie bestellt gewesen war, ließ sich am Tag sogar die Sonne endlich im Trainingslager des Zweitligisten im spanischen Chiclana de la Frontera blicken. Von den Fans gab es sogar eine Torte. Nur auf das größte Geschenk muss der langjährige Unioner (seit 2001 im Verein) weiter warten: eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages.

„Ich habe dem Klub ja bereits signalisiert, dass ich gern bleiben möchte“, machte Glinker noch einmal deutlich. Über seinen Status als Nummer 2 hinter Stammtorhüter Daniel Haas wird er jedoch kaum hinauskommen. Zumal er durch seinen Hexenschuss derzeit ohnehin nur Lauftraining absolvieren und damit keine Pluspunkte bei Trainer Uwe Neuhaus sammeln kann.

Wegen Hexenschuss ist nur Lauftraining möglich

„Sicher würde ich gerne wieder spielen. Doch Daniel macht seine Sache gut. Von daher muss man erst mal abwarten“, sagte Glinker. Doch er machte auch deutlich: „Sechs Jahre wollte ich eigentlich schon noch Fußball spielen.“ Und seinen bislang 86 Einsätzen in der Zweiten Liga gerne noch ein paar mehr hinzufügen.

Er habe sich in erster Linie „für den Verein entschieden“, und damit auch für den Status des Ersatzmannes. „Jetzt muss man sehen, ob der Verein das will oder nicht“, meinte Glinker: „Ich bin jetzt so lange hier, das ist schon irgendwie meine Familie geworden.“ Einen Wechsel innerhalb Berlins, auch um weiter in der Nähe seiner Familie bleiben zu können, schloss er aus.

„Da wäre ja dann nur ein Wechsel in die Regionalliga möglich. Ich weiß nicht, ob das mein Anspruch ist“, erklärte Glinker: „Cottbus wäre vielleicht eine Alternative, aber so weit denke ich noch nicht.“ Derzeit bleibt ihm nichts anderes übrig, als auf dem Trainingsplatz in Chiclana seine Runden mit Physiotherapeut Hendrik Schreiber zu drehen, oder sich mit Zimmergenosse Christian Stuff und der Playstation die Zeit zu vertreiben. Immerhin scheint jetzt wenigstens die Sonne in Andalusien.