Seine Stimme hebt sich ein wenig, als er über den nächsten Gegner spricht. „Ich habe vier Jahre beim VfR Aalen gespielt, kenne da noch praktisch jeden Spieler“, sagt Martin Dausch. Der Mittelfeldmann des 1. FC Union feiert am Freitag (18.30 Uhr, Sky) ein Wiedersehen mit seinen alten Teamgefährten.

Wenn Dausch an Aalen denkt, spricht er gern von einer großen Familie. Denkt er an den Köpenicker Klub, dem er sich im Sommer anschloss, spricht er von einer noch größeren Familie.

Wenn es etwas gibt, das dem 27-jährigen Fußball-Profi wichtig ist, dann ist es die Familie. Das wurde nie so deutlich wie in den wenigen Monaten, die Dausch in Berlin ist. Die Aktion „Gemeinsam sehen, Union leben“ zugunsten der Erforschung der Augenkrankheit Aniridie (Fehlen der Regenbogenhaut) ist nicht nur dem gebürtigen Memminger in bester Erinnerung.

Kleiner Lichtblick für Söhnchen Luca

Die Aktion wurde im Sommer ins Leben gerufen, als bekannt wurde, dass Dauschs Sohn Luca an jener Krankheit leidet. Wie sehr der Familienvater in ihm steckt, wird deutlich, als er von seinem Sohn erzählt. „Luca entwickelt sich richtig gut“, sagt Dausch, leise, aber bestimmt.

Und: „Inzwischen hat sich die Makula gebildet.“ Durch diesen Punkt des schärfsten Sehens wird Luca eine Sehleistung von 20 bis 30 Prozent erhalten. Ein kleiner Lichtblick für Dausch, denn ganz nebenbei scheint er bei seinem neuen Arbeitgeber immer noch nicht so richtig angekommen.

Zwar stehen zehn Einsätze in der Statistik, allerdings wurde er meist nur in der Schlussphase eingewechselt. Nur gegen Aue durfte er die vollen 90 Minuten ran. Ausgerechnet gegen Aalen, der Klub, den er höchstselbst im April 2012 in die Zweite Liga schoss, könnte nun sein dritter Einsatz von Beginn an Realität werden.

DFB sperrt Özbek für drei Zweitliga-Spiele

Durch die Rote Karte von Baris Özbek – der DFB sperrte den Mittelfeldmann nach seiner Tätlichkeit in Kaiserslautern für drei Liga-Spiele – ist Trainer Uwe Neuhaus zum Umbau gezwungen. „Wir haben ja immer noch einen Benjamin Köhler, der links spielt, und einen Sören Brandy, der auch noch da ist“, sagt Dausch zwar.

Dennoch wäre auch eine Lösung mit Dausch auf der linken Seite und Köhler rechts durchaus möglich. Sogar den Platz von Özbek könnte er einnehmen. „Als ich zu Aalen gekommen bin, habe ich auch zunächst auf der Doppelsechs gespielt“, erklärt Dausch. Wieder hat er seine Stimme angehoben.