Zweite Liga

Union verurteilt die Polizeieinsätze von Kaiserslautern

Rund um das Spiel zwischen Union und Kaiserslautern kam es zwischen Fans beider Klubs zu Ausschreitungen. Und zum Eingreifen der Sicherheitskräfte, bei dem auch Unions Fanbeauftragter verletzt wurde.

Foto: /Karpe-Gora / pA/Sport Moments

Die Auswärtsfahrt des 1. FC Union nach Kaiserslautern ist schon aus rein sportlicher Sicht alles andere als erfreulich gewesen. 0:3 verloren, Platzverweis für Baris Özbek, der sein Strafmaß am Montag in der Sportgerichtsverhandlung erfahren wird. Doch es sind die Vorkommnisse rund um das Spitzenspiel, die die Fahrt in die Pfalz erst in ein völlig negatives Licht rücken.

So ist es zwischen Fans von Union und des 1. FC Kaiserslautern zu Ausschreitungen gekommen – und zu einem Eingreifen der Sicherheitskräfte, welches von Union selbst am Sonntag als „unverhältnismäßig und brutal“ verurteilt wurde.

„Das Maß ist voll, und es ist an der Zeit, sehr deutlich zu werden: Wir hatten es am Hauptbahnhof von Kaiserslautern mit gewaltsuchenden Polizisten zu tun, die mit den eingesetzten Mitteln die Lage zur Eskalation gebracht haben“, erklärte Unions Fanbeauftragter Lars Schnell per Pressemitteilung des Klubs. Schnell selbst, so heißt es in der Mitteilung, wurde dabei vor der Rückreise angegriffen und verletzt, obwohl er sich entsprechend ausgewiesen hatte und auch gekennzeichnet war. Mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Hunden sollen Hunderte Reisende in Gefahr gebracht worden sein. Schnell will ebenso wie andere Betroffene Anzeige gegen die Beamten erstatten.

400 Polizisten auf dem Berliner Hauptbahnhof

Auch die Ankunft im Berliner Hauptbahnhof sei dem Klub zufolge von „einem beispiellosen Verhalten an Unverhältnismäßigkeit“ geprägt gewesen. Ein Großaufgebot von 400 Polizisten, so eine Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion Berlin, habe Sonnabendabend gegen 23 Uhr die Personalien von 193 Personen aufgenommen, die in zwei ICE-Zügen ankamen. Laut Polizeimitteilung hätten sich die Fans „friedlich und überwiegend kooperativ“ verhalten.

Die Nachricht von diesem Einsatz veranlasste zahlreiche im nachfolgenden Sonderzug reisende Fans, diesen nahe dem Bahnhof Friedrichsfelde und damit bereits vor dem geplanten Endbahnhof Lichtenberg vorzeitig zu verlassen. Laut Union-Pressemitteilung aus „Angst vor einem weiteren unangemessenen Polizeieinsatz“. Dass sich dabei ein Teil der Randalierer von Kaiserslautern dem Zugriff durch die Beamten entzogen haben dürfte, ist aber auch nicht abwegig.

Die Maßnahme in Berlin erachtete die Polizei laut Mitteilung für notwendig, um die Ausschreitungen, die sich vor und nach dem Spiel in Kaiserslautern ereignet haben, aufklären zu können. Demnach ist es im Kaiserslauterer Bahnhof zwischen Fans beider Klubs zu Ausschreitungen gekommen, in deren Verlauf auch ein Bahnmitarbeiter angegriffen wurde. Die Einsatzkräfte wurden zudem mit Flaschen und Dosen beworfen.

Union-Präsident Zingler spricht von Versagen

Fünf Bundespolizisten seien verletzt worden, zwei mussten ins Krankenhaus. Bereits bei der Anreise wurden im Bahnhof Mannheim Beamte mit Flaschen beworfen und provoziert, von einem Teil der Union-Fans, der nicht per Sonderzug, sondern mit Regelzügen unterwegs gewesen ist. Gegen zwei Verdächtige wurden Strafverfahren eingeleitet.

Union-Präsident Dirk Zingler verurteilte das Vorgehen der Polizei: „Wir haben es hier mit einem massiven Versagen derjenigen zu tun, die eigentlich für die Sicherheit von Menschen sorgen sollen. Stattdessen erleben wir provozierendes Auftreten, Gewalt, Freiheitsberaubung, Gefährdung der öffentlichen Ordnung und eine unglaubliche Verschwendung von Steuermitteln. Ein solches Vorgehen führt alle Formen der vertrauensvollen Zusammenarbeit ad absurdum.“

Das Auftreten der randalierenden Union-Fans auf dem Bahnhof in Kaiserslautern ließ Klubchef Zingler unkommentiert.