Fußball

Union freut sich auf das lang ersehnte Pokal-Heimspiel

Zweitligist Union empfängt im Achtelfinale des DFB-Pokals mit dem 1. FC Kaiserslautern den Bezwinger von Hertha BSC. Doch die Köpenicker zeichnet in dieser Spielzeit eine ganz neue Qualität aus.

Foto: Hannibal Hanschke / pa/dpa

Der Kapitän des 1. FC Union hatte eine ganz klare Vorstellung für das Achtelfinale im DFB-Pokal. „Ein Heimspiel für unsere Fans, die uns auch in Osnabrück und Paderborn wieder so geil unterstützt haben, wäre schön. Die Jungs nehmen so viel Zeit und Geld auf sich“, sagte Torsten Mattuschka also am sonnigen Sonntagmorgen.

Und: „Ein Gegner, den man schlagen kann, das wäre cool. Damit wir vielleicht noch mal eine Runde weiter kommen. Wenn es Bayern oder Dortmund wird, dann in jedem Fall zu Hause. Sonst rennen wir im gesamten Spiel wahrscheinlich 90 Minuten nur hinterher und haben höchstens drei Ballkontakte im gesamten Spiel.“

Mattuschkas Wunsch wurde von Joachim Löw offensichtlich erhört. Der Bundestrainer war es, der am Sonntagabend in der ARD-Sportschau die Partien für das Achtelfinale ausloste – und Union am 3./4. Dezember ein Heimspiel gegen den Ligarivalen 1. FC Kaiserslautern bescherte. Dass Berlin damit hauchdünn an einem Derby vorbeigeschrammt ist, sei hier nur am Rande erwähnt. Zur Erinnerung: Kaiserslautern schaltete in Runde zwei Hertha BSC mit einem 3:1 aus. Seinen letzten Heimauftritt im DFB-Pokal hatte Union am 2. August 2009. Er endete mit einem 0:5-Debakel gegen Werder Bremen.

Diesmal soll Kaiserslautern an Berlin scheitern

„Natürlich werden wir alles versuchen, damit Kaiserslautern diesmal an Berlin scheitert“, kommentierte Nico Schäfer, Unions kaufmännisch-organisatorischer Leiter, die Auslosung. „Eine sehr schöne Konstellation und eine große Chance für uns.“ Man ist mit der Auslosung zufrieden an der Alten Försterei.

„Wir wollten ein Heimspiel, und das haben wir bekommen. Mit Kaiserslautern kommt ein sehr attraktiver Gegner, der sportlich auf Augenhöhe ist und uns alles abverlangen wird“, machte Union-Trainer Uwe Neuhaus deutlich: „Natürlich wollen wir unser Heimspiel vor ausverkauftem Haus gewinnen.“

Aber: Ob ein Auswärtsspiel nicht vielleicht doch besser wäre? Denn wenn es etwas gibt, was den Union-Jahrgang 2013/14 bislang auszeichnet, dann die Stärke auf fremden Plätzen. Auch wenn es noch so unglaublich klingt: Die Neuhaus-Schützlinge sind Spitzenreiter in der Auswärtstabelle der Zweiten Liga. Wo jahrelang um jeden Punkt gezittert wurde, werden jetzt Siege eingefahren.


Unions Gastspiele sind unspektakulär, aber abgeklärt


Unspektakulär, aber abgeklärt – dies umschreibt die Auftritte der Berliner bei ihren Gastspielen wohl em besten. Siehe Paderborn am Sonnabend: Ohne zu glänzen, steht es plötzlich 2:0 für Union durch einen Doppelschlag von Sören Brandy.

„Er hat nicht sein bestes Spiel gemacht. Doch dann steht er plötzlich da, macht das 1:0 und auch das zweite Tor. Das sind Qualitäten, die wir so noch nicht gehabt haben“, sagte Neuhaus am Ende einer Woche, die mit dem 2:4 gegen Fürth begann und mit dem Sieg im Pokal in Osnabrück (1:0) eine positive Wende sowie dem 3:0 in Paderborn einen versöhnlichen Abschluss fand.

„Das Wichtige war in dieser Woche, dass wir gesehen haben, dass die Mannschaft in unterschiedlicher Formation und Konstellation funktioniert“, erklärte Neuhaus: „Ich glaube, auch die Wechsel, die ich vorgenommen habe, waren wichtig für den Zusammenhalt in der Mannschaft. Alle haben konstant gut trainiert. Dadurch war das Vertrauen da, dass ich die Wechsel vornehmen konnte.“


Es geht geschlossen in die Kabine


Seit Jahren wird der Teamgeist bei Union genannt, wenn es um die Gründe für den Erfolg geht. Doch nie war er größer als jetzt. Das dokumentiert sich schon immer am Ende einer Halbzeit. Statt in Grüppchen in die Kabine zu gehen, wird gewartet, bis die Mannschaft vollzählig versammelt ist. Erst dann geht es gemeinsam in die Katakomben.

Brandy hat eine einfache Erklärung dafür, warum es auswärts momentan so gut läuft. „Wenn man solche Fans im Rücken hat, ist es zu Hause sicher immer schöner zu spielen als auswärts. Doch unsere Fans hatten jetzt in Osnabrück und Paderborn von der Lautstärke schon die Übermacht. Das ist Weltklasse“, sagte der Offensivmann: „Ich habe das so auch noch nicht erlebt, dass die Fans ein Auswärtsspiel zum Heimspiel machen.“ Dass Union als bekannt heimstarke Mannschaft jetzt auch auswärts anfängt zu punkten, sieht Brandy als „Grundstein für eine erfolgreiche Saison“.