1. FC Union

Union will gegen Düsseldorf auch den Montagsfluch besiegen

Für Union gab es seit dem Aufstieg in den Zweitliga-Topspielen wenig zu holen. Das soll sich am Montag gegen Düsseldorf ändern. Zumal das Spiel gegen die Fortuna für die Berliner richtungsweisend ist.

Foto: Eibner-Pressefoto / pa/Eibner

Eine bessere Bühne kann sich ein Fußballprofi in der Zweiten Liga eigentlich nicht wünschen. Montagabend, Flutlicht, vermutlich ausverkauftes Stadion, und dazu die Chance, sich der fußballbegeisterten Republik im frei empfangbaren Fernsehen zu präsentieren. Keine Frage, das Duell des 1. FC Union gegen Fortuna Düsseldorf (20.15 Uhr, Sport 1 und Sky) ist das erste große Highlight für den Köpenicker Klub in dieser noch jungen Saison.

Doch immer wieder montags ist es auch, da sich eine Union-Mannschaft anschickt, einen großen Schritt in der Liga zu tun – und am Ende enttäuscht von dannen zieht. Elf Mal spielten die Unioner seit dem Wiederaufstieg 2009 am Montagabend, die Bilanz ist ernüchternd. Nur ein Sieg gelang den Mannen von Trainer Uwe Neuhaus, es war ein 3:1 gegen den Karlsruher SC am 20. Dezember 2010.

Und als ob das noch nicht genug wäre, kommt zum Montagsfluch auch gleich noch das Unheil in Person von Mike Büskens hinzu. Der jetzige Trainer der Düsseldorfer hat noch nie gegen Union verloren. Mit der SpVgg Greuther Fürth feierte Büskens vier Siege und holte ein Remis. Die Voraussetzungen für Unions ersten Heimsieg könnten durchaus besser sein.

Auf Union lastet bereits Druck

Denn es ist nicht so, dass die Berliner völlig befreit in diese Partie gehen können. „Dass ein gewisser Druck auf uns lastet, ist klar“, sagte Coach Uwe Neuhaus. Nach bislang vier Punkten aus drei Spielen müssen die Unioner gegen Düsseldorf dringend mit einem Sieg nachlegen, um nicht jetzt schon den Anschluss an die Spitzenplätze zu verlieren.

Da auch die Düsseldorfer mit einem Sieg, einem Unentschieden und der Niederlage zuletzt gegen 1860 München (1:2) ihren Ansprüchen hinterherhinken, ist das Aufeinandertreffen in der Alten Försterei „für beide Mannschaften richtungsweisend“, weiß Torsten Mattuschka.

Der Union-Kapitän sieht Parallelen zum vergangenen Jahr: „Das ist ähnlich wie in der vergangenen Saison gegen Köln, als beide Mannschaften nur einen Punkt hatten. Der Sieger kann sich nach oben orientieren, der Verlierer bleibt unten ein bisschen länger drin.“ Seinerzeit gewann Union eine umkämpfte Partie mit 2:1 gegen die Rheinländer.

Köhler erwartet aggressive Düsseldorfer

Auf einen ähnlichen Fight werden sich die Gastgeber auch Montagabend einstellen müssen. „Das wird verdammt schwer, denn die Düsseldorfer haben die beiden vergangenen Spiele auch nicht so gestalten können, wie sie es sich vorgestellt haben“, erklärte Benjamin Köhler: „Ich denke, die werden aggressiv zu Werke gehen, darauf müssen wir uns einstellen.“

Der Mittelfeldspieler hat auch schon ein probates Mittel parat, wie die Fortuna zu knacken sein könnte. „Wenn es uns gelingt, in den ersten 15 Minuten Druck aufzubauen und Düsseldorf dabei zu Fehlern zu zwingen, dann hinterfragt man sich schon im Spiel“, sagte Köhler: „Wenn wir das schaffen, dann haben wir schon einen großen Vorteil. Fußball ist ja auch eine Kopfsache. Düsseldorf ist momentan ein bisschen am Boden, da müssen wir jetzt eben die nächste Schippe drauflegen.“

Fakt ist: Für Union zählt einzig und allein ein Sieg. Schon eine Punkteteilung wird nicht als Erfolg gewertet, erst recht nach den Sonntagsspielen, die Union bis auf den zwölften Platz haben abrutschen lassen. „Das ist auch nicht unser Anspruch“, unterstrich Mattuschka: „Ich will ja auch so schnell wie möglich genug Punkte haben und am besten oben mitspielen. Jeder will das Maximum rausholen.“

„Wir brauchen eine gute Ordnung und viel Disziplin“

Es versteht sich beinahe von selbst. dass die Verantwortlichen der Berliner die Favoritenrolle den Düsseldorfern zuschanzen. „Das Erstligajahr hat der Fortuna sicher nicht geschadet. Die Mannschaft hat sich jetzt zwar verändert, aber dennoch eine große Qualität“, erklärte Trainer Neuhaus: „Sie werden am Ende auch wieder mit oben stehen.“ Damit die Seinen dennoch zum erhofften Dreier kommen, soll laut Neuhaus folgendes umgesetzt werden: „Wir brauchen eine gute Organisation und viel Disziplin.“

Und was wäre das Duell Union gegen Fortuna, wenn es nicht auch eine Statistik gäbe, die für die Berliner spricht. Der letzte Treffer, den eine Düsseldorfer Mannschaft in Köpenick erzielte, datiert vom 28. Juli 2007. Seitdem gab es dreimal ein 1:0 für Union, zuletzt ein 0:0.

„Gegen Düsseldorf, das waren immer besondere Spiele. Oft endeten sie 1:0 für uns. Es hätte wohl niemand etwas dagegen, wenn es am Montag auch so ausgehen würde“, hofft Mattuschka: „Wir wissen natürlich, dass es eine schwierige Aufgabe wird gegen einen Absteiger, der eine gute Mannschaft hat.“ Welcher Gegner könnte also besser geeignet sein, um diesen unsäglichen Montagsfluch endlich zu beenden?