1. FC Union

Stürmer Nemec holt sich den Motivationsschub aus der Heimat

Der dritte Einsatz für die slowakische Nationalmannschaft bestätigte: Adam Nemec ist derzeit aus der Union-Startelf nicht wegzudenken. Warum der Angreifer für den Zweitligisten momentan so wichtig ist.

Foto: Ole Spata / dpa

Adam Nemec wusste zunächst keine rechte Antwort. „Ich bin kein Trainer, ich weiß es nicht“, entgegnete der Slowake also auf die Frage, ob er sich als Nationaltrainer auch für das nächste Länderspiel wieder nominieren würde.

Schließlich erhellte sich jedoch die Miene des Fußball-Profis, wohl wissend, dass er gerade Werbung für sich selbst machen konnte. „Auf jeden Fall, ja“, fügte Nemec flugs hinzu. Keine Frage, trotz der Reisestrapazen nach Bukarest hat dem 27-jährigen Stürmer des 1. FC Union der Ausflug zur Nationalmannschaft unter der Woche gut getan.

Das Selbstvertrauen des Blondschopfs ist noch einmal gestiegen, auch wenn er im Spiel gegen Rumänien nur 45 Minuten zum Einsatz gekommen ist. „Es war mit dem Trainer so abgesprochen, dass ich nur die zweite Halbzeit spiele“, erklärte Nemec.

„Leider hatte ich keine Torchance“

Sichtlich stolz erzählt er von seinem dritten Auftritt im slowakischen Nationaltrikot, auch wenn die Rahmenbedingungen nicht die allerbesten gewesen sind. „Leider waren nur 7000 Zuschauer da, der Rasen war in einem katastrophalen Zustand – und eine Torchance hatte ich leider auch nicht“, berichtet Nemec. Aber: „Es war eine schöne Reise für mich, ich war gerne mit den Jungs zusammen.“

Die Reise hat außerdem schlichtweg bestätigt, in welch guter Form sich Nemec zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison befindet. Nicht umsonst hat er bislang in allen drei Zweitliga-Spielen der Unioner über die volle Distanz mitwirken dürfen. Ein Tor hat er dabei erzielt, jenen Kopfballtreffer, der beim 1:1 bei Aufsteiger Arminia Bielefeld den so wichtigen ersten Punkt der Saison gesichert hat.

Nemec darf sich damit auch als Sieger des Stürmer-Roulettes fühlen, das unter Trainer Uwe Neuhaus in der Vorbereitung eingesetzt hat. Zwei aus Vier, so hieß die Lotterie, Nemec oder Simon Terodde als Brecher, dazu Zugang Sören Brandy oder Talent Steven Skrzybski als schnellen, quirligen Partner an der Seite. Doch nur der Slowake hat sich mit seiner Robustheit, seiner Fähigkeit, den Ball in Bedrängnis zu behaupten, durchgesetzt.

Für das Spiel gegen Düsseldorf praktisch gesetzt

Selbst als Neuhaus in Dresden nur mit einer Spitze spielen ließ, war es Nemec, den der Trainer aufstellte. Spätestens jetzt, zu Beginn seines zweiten Jahres bei den Köpenickern, ist der Slowake definitiv bei Union angekommen. Dass er sich seiner Nominierung durch Neuhaus für die kommende Partie gegen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf am Montag (20.15 Uhr, Sport1 und Sky) nahezu sicher sein kann, versteht sich von selbst. Zumal Terodde momentan die Erwartungen des Trainers nicht in dem Maße erfüllt wie eben Nemec.

Und Nemec ist heiß auf das zweite Heimspiel der Saison. „Es wird ein gutes Spiel. Flutlicht, ein wahrscheinlich ausverkauftes Stadion – mehr kann man sich nicht wünschen“, frohlockte er bereits. Mit einer guten Leistung, nach Möglichkeit garniert mit einem Tor, könnte er auch weiter beim slowakischen Nationaltrainer Jan Kozak auf dem Zettel stehen.

Am 6. und 10. September spielt die Slowakei in der WM-Qualifikation ihre beiden Partien gegen Bosnien-Herzegowina. „Dann werden wir sehen, ob der Nationaltrainer tatsächlich mit mir zufrieden gewesen ist“, sagte Nemec.